Kreis Südliche Weinstraße „Wir haben ein schwieriges Jahr gut gemeistert“

Die Mitglieder der Winzergemeinschaft St. Paul als anerkannte Erzeugergemeinschaft und Vertragspartner der Weinkellerei Zimmermann-Graeff & Müller GmbH & Co. KG (ZGM) mit Sitz in Zell an der Mosel beklagen zum Teil riesige Ernteausfälle. Berechtigte Hoffnung gibt es aber, dass über den Herbstpreis die geringere Erntemenge teilweise kompensiert werden kann.
Das ist das Ergebnis der Jahreshauptversammlung der Winzergemeinschaft am Mittwochabend in Oberhausen, bei der deutlich wurde, dass Wetter und Schädlinge den Trauben generell zu schaffen machten, dies allerdings von Gemarkung zu Gemarkung, ja von Weinberg zu Weinberg, recht unterschiedlich. Nach der Bilanz, die Geschäftsführer Heiner Schnörringer präsentierte, wurden im gerade zu Ende gegangenen Herbst von den St.-Paul-Winzern rund 2,44 Millionen Kilogramm Trauben abgeliefert. Im Jahr zuvor waren es 3,34 Millionen. Damit werde auch der langjährige Durchschnitt nicht erreicht. Die Ertragsfläche ging innerhalb eines Jahres von 242 Hektar auf 233 Hektar zurück. Dies sei nicht in erster Linie im Mitgliederverlust begründet, sondern durch sieben Hektar Junganlagen, die noch keine Erträge bringen. Interessant dabei ist ein Blick auf die Anlieferungen an den fünf Traubenannahmestellen. In Bad Bergzabern gab es mit 283.995 Kilogramm Trauben ein Minus von 41,6 Prozent. Auch in Klingen sank die Traubenanlieferung auf 462.681 Kilogramm, das sind 41 Prozent weniger als im Herbst 2015. Bei 753.277 Kilogramm Trauben war an der Traubenannahmestelle in Niederotterbach mit einem Minus von 13,8 Prozent der geringste Rückgang zu vermelden. Der Hektarertrag ging von 13.802 auf 10.470 Kilogramm zurück, was ein Minus von 24,14 Prozent bedeutet. Bei den durchschnittlichen Hektarerträgen lag der Portugieser mit 167,9 Kilogramm als einzige Rebsorte über der Höchstertragsmenge von 134,61 Kilogramm. Für den Riesling gab Schnörringer 125,5 Kilogramm an. Der Weißburgunder kam auf 111,6 Kilo und der Grauburgunder auf 101,8 Kilo. 92,8 Kilo Trauben wurden beim Spätburgunder registriert, 86,2 Kilogramm beim Kerner. Dass sich ein guter Jahrgang abzeichnet, spiegeln die Mostgewichte wider. Die Durchschnittsmostgewichte lagen beim Müller-Thurgau und Silvaner jeweils bei 75,5 Grad Öchsle (2015: 71,2). Der Weißburgunder erreichte 80,4 Grad (2015: 79,7). Unter dem Vorjahresergebnis blieben der Riesling mit 80,2 Grad (2015: 82) sowie der Spätburgunder mit 79,2 Grad Öchsle. (2015: 94,7/2014: 79,2). 33,4 Prozent sind in diesem Herbst Qualitätsweine (Vorjahr: 39 Prozent). Bei den Prädikatsweinen wurden 57,9 Prozent (Vorjahr 52,3) als Kabinettweine eingeordnet, 8,3 Prozent (Vorjahr 5,6) als Spätlese, 0,2 Prozent (Vorjahr ein Prozent) als Auslese. „Unter dem Strich müssen wir im Blick auf die äußeren Einflüsse wie Wetter und Schädlingen zufrieden sein, ja die Aussichten auf einen guten Jahrgang sind gegeben“, sagte Schnörringer. Die Auffassung teilte auch der Vorsitzende der Winzergemeinschaft, Werner Reiß: „Wir haben ein für den Weinbau äußerst schwieriges Jahr gut gemeistert.“ Das trockene Herbstwetter mit den kühlen Morgenstunden habe den Winzern zumindest zur Lese Idealbedingungen gebracht. Einstimmig genehmigt wurde der Haushaltsplan 2016/17 mit erwarteten Einnahmen und Ausgaben von 3980 Euro. Dominik Hübinger der beim Vertragspartner ZGM 2014 anstelle seines Vaters in die Geschäftsführung aufgestiegen und dort für Vertrieb und Marketing zuständig ist, lobte die Kooperation mit den St. Paul-Winzern. Die Kooperation habe ZGM näher an die Traube rücken lassen und ermöglicht, die vorhandene Qualitätsphilosophie fortzusetzen. |som