Kreis Südliche Weinstraße „Wir dürfen, müssen aber nicht“

Der 1909 errichtete Luitpoldturm ist Zankapfel zwischen den beiden Vereinen.
Der 1909 errichtete Luitpoldturm ist Zankapfel zwischen den beiden Vereinen.

Helmut Wilhelm aus Clausen, Mitglied des vor zehn Jahren gegründeten Luitpoldturmvereins in Hermersbergerhof, greift in einem offenen Brief an die Mitglieder den Vorstand massiv an. Unter anderem moniert er die Vertragsgestaltung zwischen Forst und Verein. Die Vorwürfe weist Schriftführer Stephan Neuberger entschieden zurück: „In dem Rundbrief stimmt absolut nichts.“

Der Gestattungsvertrag des Luitpoldturmvereins mit dem Forstamt Hinterweidenthal sei mit nur einem Tag Vorlauf verschickt worden. Mit Blick auf diesen Vertrag über bauliche und touristische Betreuung des Luitpoldturms durch den Verein hält Wilhelm dem Vorstand vor, „dass den Mitgliedern fälschlicherweise ein völlig risikoloser Vertrag suggeriert wurde“. Durch den Vertrag drohe „finanziell unüberschaubare und damit existenzbedrohende Gefahr“ sowie eine „Vereinsspaltung“. Durch den Vertragsabschluss mit dem Land sei der Verein ein „hohes Risiko“ eingegangen, so Wilhelm weiter. Da der Vorstand die Neugründung eines weiteren Fördervereins befürwortet habe, sei er auch dem neuen, von Landesverträgen unbelasteten Luitpoldturm-Förderverein beigetreten. Dieser Verein wurde am 12. April gegründet. Zu den Vorwürfen nahm Rechtsanwalt Neuberger Stellung. Er verwahre sich gegen den Vorwurf, durch den Vertrag mit dem Land für den Luitpoldturmverein eine Haftung übernommen zu haben. „Das Gegenteil ist der Fall. Mit dem Vertrag haben wir die Übernahme einer Verkehrssicherungspflicht ausdrücklich ausgeschlossen,“ betont er. Wilhelms Auslegung „ohne Vertrag keine Haftung, mit Vertrag Haftung“ sei „abenteuerlich und falsch“. „Wir dürfen etwas für den Turm tun, wir müssen aber nicht,“ betont er. Das Wilhelm’sche Rundschreiben habe den Vorstand des Vereins verärgert, zumal es nun schon das zweite Mal sei. Am 29. April sei Wilhelm erstmals zu einer Versammlung des Vereins gekommen und habe sich „so unmöglich verhalten, dass die Versammlung ihm schließlich einstimmig das Wort entziehen musste“, sagt Neuberger. Was die missbräuchliche Verwendung der E-Mail-Adressen des Vereins betreffe, werde man gerichtlich gegen Wilhelm vorgehen, wenn er sich nicht bis 20. Dezember verpflichte, dies künftig nicht mehr zu tun. Die Behauptung, der Vertrag sei den Mitgliedern „nur mit einem Tag Vorlauf“ geschickt worden, sei erfunden. „35 Mitglieder haben zum Vertrag per E-Mail Stellung genommen. Alle positiv, keiner negativ. Nichts von dem, was Wilhelm angibt, stimmt.“ Auf die Frage nach dem Verhältnis der beiden Vereine zueinander sagt Neuberger: „Wir haben nach seiner Gründung von diesem seltsamen zweiten Verein nichts mehr gehört bis vorletzte Woche. Das Forstamt Hinterweidenthal hat uns nun informiert, dass Franz Mayer verlangt habe, dass der Kamin im Luitpoldturm abgeschlossen werde und dass er oder ein Nachbar den Schlüssel erhalte. Das kommt natürlich nicht infrage,“ macht Neuberger deutlich, der befürchtet, dass dann dort Feuer gemacht wird.

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