Landau / SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Wir über uns: Auf der Suche nach dem passenden Geschenk

Matchbox-Autorennen als Stop-Motion-Video für den Patchwok-Neffen – und für die RHEINPFALZ-Leser in Nils-Nager-Version.
Matchbox-Autorennen als Stop-Motion-Video für den Patchwok-Neffen – und für die RHEINPFALZ-Leser in Nils-Nager-Version.

Weihnachten und Geschenke gehören einfach zusammen. Das passende Präsent zu finden, ist aber mitunter schwer. Im Redaktionsteam löst jeder dieses Problem auf seine Weise.

Wenn alle Stricken reißen, wird Schokolade gemacht

Kennen Sie das auch? Da wird man über die Feiertage von Familie und Freunden eingeladen und überall wird lautstark posaunt: „Wir schenken uns NIX. Bringt bloooooß nichts mit!“ Und – was ist das Ende vom Lied? Jeder hat doch irgendwas dabei. Ich natürlich auch. Weil nun mal nicht nur Geschenke auspacken, sondern auch verteilen Freude bereitet. Besonders wenn man DIY-Dinge unter die Leute bringen kann, in denen ganz viel Gehirnschmalz und Fingerfertigkeit stecken. Oder zumindest stecken sollten. Denn wir wissen doch alle, Selbstgemachtes sieht irgendwarum nie so aus, wie man es sich zuvor im Kopf ausgemalt hatte.

Das DIY-Schneekugel-Desaster.
Das DIY-Schneekugel-Desaster.

Wie meine handgemachten Schneekugeln vom letzten Jahr. Mit „kunstvoll“ gekneteter Fimo-Landschaft, die Lebensmomente des Beschenkten widerspiegelt, dekoriert mit Glöckchen und Weihnachtsklimbim und einem gemeinsamen Foto in Miniaturformat. Und das Ganze ertränkt in einem Marmeladenglas voller quietschbuntem Glitzer-Wasser. Das Resultat? (Mal abgesehen davon, dass es unverantwortlich ist, Heißklebepistolen ohne Waffenschein an Menschen wie mich rauszugeben) Es stellte sich heraus, dass der Glitter nicht farbecht ist. Nach zwei Tagen lag mein in stundenlanger Mühe erschaffenes Winterwonderland hinter einer pastellfarbenen Nebelwand verborgen. Wer das Glück hatte, noch Ansätze davon zu erkennen, merkte leider auch, dass der Kleber seinen Geist aufgegeben und sich das Knetmassen-Innenleben vom Deckel gelöst hatte und nun ziellos durch den Schneesturm taumelte. Wer dann noch die Gnade hatte, jenen verunglückten Deko-Artikel trotzdem bei sich im Regal aufzustellen, bekam als Dank eine Ladung Wasserflecken obendrauf. Denn meine Bastel-Offenbarung entpuppte sich obendrein als undicht. Hach ja, was für ein Weihnachts-Waterloo! Aber danke euch. Ihr habt euch nichts anmerken lassen und nur die wohlgesinnte Intention hinter all den Makeln gesehen. Das ist eben Weihnachten.

Und wenn alle Stricke reißen, süße Streicheleinheiten gehen immer. Wenn Judith die Schokoladenfabrik anwirft, kann so viel nicht schiefgehen. Vor ein paar Jahren hatte ich mal meine Schokokugeln hier in der RHEINPFALZ mit Video vorgestellt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

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Dieses Jahr gibt’s – ja, schuldig, ich habe mich dem Tiktok-Trend hingegeben – selbstgemachte Dubai-Schokolade. Und für Oma Plätzchen, die in spektakulärer Schoko-Trockenfrüchte-Goldstaub-Oppulenz ersticken. Die kamen vor einem halben Jahr schon mal gut an. Und Oma hat durchblicken lassen, dass sie sie sich wieder wünscht – weniger für sich zum Essen, sondern vielmehr, um damit bei sich im Altersheim herumzuprotzen und sie unter den old ladies auf ihrer Etage zu verteilen. Hihi. Ja, ab und an lande ich auch mal einen Treffer.

Plätzchen-Opulenz für Oma – zum Herumprotzen im Altersheim.
Plätzchen-Opulenz für Oma – zum Herumprotzen im Altersheim.

Wie bei jenem Video, das ich für meinen Patchwork-Neffen gedreht habe, der riesiger Automobil-Technik-Fan ist. Dafür habe ich unseren Küchentisch in eine Rennstrecke verwandelt und den kleinen Töfftöff-Freund im Feuerwehr-Auto gegen einen fiesen Konkurrenten im feurigen Peperoni-Sportwagen antreten lassen. Und es wurde echt knapp. Das ganze Bastel-Formel-1-Rennen gab’s dann als Stop-Motion-Video unterm Christbaum. Wollen Sie mit Ihren Kids oder Enkeln mal einen Blick auf das knuffige Wettrennen werfen? Für Sie habe ich eine neue Version gemacht und die Rennstrecke in ein Winterwonderland verwandelt, in dem unser RHEINPFALZ-Biber Nils Nager gegen den Schurken-Flitzer antritt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Nur die Enkelchen werden noch beschenkt

Geschenke? Ich hatte Geschenke satt, meine Familie auch. Der Heilige Abend war bei uns immer ein Geschenke-auspacken-Marathon. Unter vier Stunden ging gar nichts. Bescherungen der Superlative. Kein Wunder bei einer sechsköpfigen Familie mit besonders guten Beziehungen zur Verwandtschaft. Jedes Päckchen wurde beschriftet „von xxx für xxx“ oder „xxx von xxx“. Und jeder schaute zu, was der andere auspackte. Der Wohnzimmertisch voll beladen mit Geschenken, zum Teil kunstvoll verpackt. Ich habe diese Tradition in die nächste Generation überführt, mit viel Freude. Die Geschenke für die Lieben habe ich oft übers Jahr gesammelt und immer, wenn ich Ideen hatte, zugeschlagen. Doch je älter die Kinder werden, umso größer fallen auch die Wünsche aus. Und dann doch oft das Gerenne in der Adventszeit, weil es halt nicht immer klappte mit dem Sammeln übers Jahr. Wir sehnten uns nach einem Cut. Das Wichteln alternativ gefiel uns nur als Übergang hin zum gänzlichen Verzicht. Jetzt ist es gut. Sich keine materiellen Geschenke an Heiligabend zu machen, ist unglaublich entspannend. Im Mittelpunkt steht die Gemeinschaft am Abend, ein leckeres Mahl, gute Gespräche. Nur die Enkelchen, die kriegen natürlich Geschenke. Wäre ja schade, wenn das Christkind gar nicht vorbeischaute, oder?

Der Gabentisch im Hause Schilling, bereits in abgespeckter Form.
Der Gabentisch im Hause Schilling, bereits in abgespeckter Form.

Die Frau koordiniert alles

Geschenke gehören zu Weihnachten dazu. Das ist so. Nur: Habe ich früher lange überlegt, wie ich meine Frau an Heiligabend überraschen kann, was mir unter anderem mit Parfüm, Schmuck oder originellen Geschenken gelang, stehen jetzt andere Personen im Fokus: natürlich unsere beiden Kinder. Es ist so schön, ihnen eine Freude zu bereiten. Auch, weil das so einfach ist. Sie freuen sich über alles – egal, wie groß oder teuer die Geschenke auch sind. Solange sie auch nur entfernt etwas mit Einhörnern oder Dinos zu tun haben, ist alles perfekt. Auch für die Cousins und Cousinen lässt sich immer etwas finden. Aber um bei einer großen Familie den Überblick nicht zu verlieren, braucht es Vorlaufzeit – die Planung beginnt schon Mitte November – und den Austausch mit den Geschwistern. Zum Glück habe ich eine Frau, die sich darum kümmert. Insofern bleibt der Weihnachtsstress von mir fern. Mal sehen, wie lange noch. Die Kleinen werden mit zunehmenden Alter wohl mehr Ansprüche haben. Später, „im Alter“, geht es einem vor allem um die Zeit, die man an diesen Feiertagen miteinander verbringt. Dass man es sich gemütlich macht und zur Ruhe kommt. Das merkt man besonders an meinen Eltern und Schwiegereltern. So sehr, wie sie uns im Alltag helfen, um beispielsweise Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, so sehr möchte man ihnen die größten Wünsche erfüllen. Wer Oma und Opa in der Nachbarschaft hat, weiß, ihre Nähe für die Familie goldwert ist. Doch weil sie eben diesen Geschenke-Hype nicht brauchen, sondern das Miteinander genießen, sind es eher Aufmerksamkeiten, mit denen wir sie, aber auch wir, meine Frau und ich, uns gegenseitig erfreuen. Es kommt nicht darauf an, wie groß oder teuer das Geschenk ist, sondern darum, dass man an den anderen gedacht hat.

Denkbar als Geschenk für die Großeltern: selbstgebastelte Werke von den Enkelkindern.
Denkbar als Geschenk für die Großeltern: selbstgebastelte Werke von den Enkelkindern.

Geschenke werden nicht mehr erwartet

Es ist doch jedes Jahr dasselbe: Irgendwann im Oktober, wenn jeder bemerkt hat, dass die Tage tatsächlich kürzer werden, kommt in irgendeinem Gespräch von irgendjemandem die Anmerkung, dass das Jahr ja wieder so schnell vorbeigegangen und in zwei Monaten schon wieder Weihnachten ist. Das ist in meinen Augen Quatsch, denn natürlich vergeht ein Jahr stets in derselben Geschwindigkeit und natürlich fällt Weihnachten immer, immer, immer auf 24. bis 26. Dezember. Aber sei’s drum, die Anmerkung hat auch ihre gute Seite. Es ist nämlich die unmissverständliche Erinnerung daran, sich mal Gedanken darüber zu machen, was ich eigentlich für wen unter den Christbaum lege.

Zum Glück hat sich in der Familie schon vor einiger Zeit etabliert, dass niemand mehr Geschenke vom anderen erwartet. Ich nicht von meiner Partnerin oder meinen Eltern, die wiederum nicht von mir. Das hat gleich zwei positive Effekte: Einerseits ist die Freude umso größer, wenn es ein Präsent gibt – und das gibt es meistens ja doch. Zweitens ist jeglicher Druck im Vorfeld verflogen. Entweder es gibt tatsächlich etwas, das ganz sicher auf der Wunschliste steht. Oder es drängt sich zur Weihnachtszeit eben nichts auf, weil der große Wunsch womöglich schon vorher im Jahr in Erfüllung gegangen ist. Und sowieso gibt es ein Geschenk ganz sicher jedes Jahr, nämlich gemeinsame Zeit mit den Liebsten über die Feiertage. Und das ist ohnehin nicht mit Geld zu bezahlen.

Gute Freunde kann niemand trennen

Gute Freunde kann niemand trennen. Stimmt. Aber das funktioniert nur, wenn Freundschaften auf gepflegt werden, sonst verdorren sie. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Leser, allzu oft nagt der Alltag an unseren Freundschaften. Job, Familie, gesellschaftliche Verpflichtungen – da bleibt leider wenig Zeit für den Freundeskreis. Gerade deshalb ist es an Weihnachten für mich eines der schönsten Dinge, wenn wir Menschen, die mir wichtig sind, ein gemeinsames Erlebnis schenken. Das kann eine Wanderung im Pfälzerwald sein, ein gemeinsamer Restaurantbesuch oder eine Radtour. Egal. Einfach mal wieder reden, zuhören, merken, dass es da eine tiefe Verbindung gibt – solche Gesten lassen Weihnachten auch zu einem Fest der Freundschaft werden.

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