Kreis Südliche Weinstraße Wie der Badener pfälzisch lernt

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„Wir können alles, außer hochdeutsch.“ Gerne koketieren die Baden-Württemberger – und das sehr erfolgreich – mit diesem Slogan für ihr Ländle und der darin unbändigen Schaffenskraft mit all ihrem Erfindertum. Doch in der Südpfalz ist Schluss. Zumindest beim Rosenexpress, der am Sonntag durch das Bad Bergzaberner Land tuckerte. Drei Stunden lang wurde den Besuchern rechts des Rheins die ein oder andere Vokabel beigebracht.

Einige Begriffe sind dann unter viel Gelächter auch tatsächlich bei den „Gelbfüßlern“ – und einem Ostalbschwaben – hängen geblieben. Und zu lachen gab es viel. Der Rosenexpress ist nach wie vor ein Zugpferd der Rosenwochen im Bad Bergzaberner Land. Das Bähnchen war ausverkauft, trotz stark reduzierter, dafür qualitativ nicht weniger interessanter Route. Die Ziele waren – entgegen zu den Vorjahren – nur noch die Rosenorte Bad Bergzabern, Dörrenbach und die „Keimzelle“ Kapellen-Drusweiler, wo vor gut zehn Jahren mit dem Wandertag durch die Weinbergslage „Im Rosengarten“ alles begann. Ordentlich von der Gastronomie des Kurhotels Friedrichsruhe mit Wegzehrung ausgerüstet, startete das Bähnchen Richtung Altstadt. Die Confiserie des „Neuen Herzogs“ überraschte mit vollmundiger Rosen-Trinkschokolade, angerichtet mit selbsthergestelltem Rosenwasser, und einem zarten Roseneis. Eingestimmt auf die Königin der Blumen ging es weiter nach Dörrenbach, dem Dornröschen der Pfalz. Die die Verkostung eines sehr kräftigen Rosenlikörs passte zum entrückten Flecken vor der Wehrkirche und nahm der Zeit schlichtweg ihre Eigenschaft. Gut, dass die Rose auch als Zeichen des „Geheimnisses“ gilt und an vielen Kirchenbänken eingeschnitzt ist. Nicht besser hätte Organisatorin Heidi Kunze den Anschlusstermin in den „Rosen“-Weinbergen in Kapellen-Drusweiler wählen können, wo Ulrike Job im Dirndel den Gästen einen Rosen-Secco kredenzte und über die vielen Rosenstöcke in den Weinbergen aufklärte: Rosen sind sogenannte Zeigerpflanzen. Dräut Mehltau oder eine andere Pilzkrankheit, erkennt das der Weinbauer seit jeher an den Rosen, die am Rand der Rebzeilen stehen. An den Rosen ist ein Befall 8 bis 14 Tage früher sichtbar als an den Reben. Der Winzer hat entsprechend Zeit, rechtzeitig mit einer Behandlung zu reagieren. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Weingut Ulrich in Pleisweiler-Oberhofen, traf der Rosenexpress mit durchweg froh gelaunten Gästen wieder am Hotelrestaurant Friedrichsruhe ein, wo zum Abschluss der prozentigen Runde eine deftige Pfälzer Grundlage serviert wurde. (rww) Info Der Rosenexpress fährt noch einmal am 4. Juni, Start und Ziel ist das Weingut Geiger in Dierbach; und 6. Juni, Start und Ziel ist das Weingut Sabine Wissing in Gleiszellen. Karten zu 39 Euro (inklusive Getränke während der Fahrt und einem abendlichen Abschlussessen in den Weingütern) gibt es beim Tourismusbüro in der Therme, Telefon 06343 98966-0.

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