Kreis Südliche Weinstraße Wenn Petrus nicht mitspielt
Bis Ende 2015 sollten die Vorbereitungen für die Offenlegung des Erlenbachs fertig sein, ohne weitere nicht beeinflussbare Verzögerungen wird es jetzt ungefähr Mitte Juli. Rund 350.000 Euro kostet das derzeitige Bauvorhaben. 2017 ist dann der Beginn der Offenlegung des Erlenbachs im nördlichen Teil des Kurparks geplant. Die umfangreichen Tiefbauarbeiten, bei denen Wasser- und Stromkabel verlegt werden, sind nötig, um den unterirdisch verrohrten Erlenbach an der Nordseite des Kurparks freilegen zu können. Die 70 Jahre alte Hauptwasserleitung von Bad Bergzabern, die von den Quellen Birkenhördts durch den Kurpark verläuft, muss erneuert werden. 3000 Meter Mittelspannungs- und Niederspannungskabel und 300 Meter Leitung für das Thermalwasser müssen neu verlegt und eine neue Trafostation gebaut werden. Auftraggeber der Arbeiten sind die Stadtwerke Bad Bergzabern, die den Löwenanteil der Gesamtkosten von 350.000 Euro tragen, knapp 100.000 Euro beträgt der Anteil der Stadt. „Wir haben Anfang November 2015 angefangen, Anfang Dezember war dann Schluss“, erklärt Fritz Göller bei einem Rundgang mit der RHEINPFALZ. Der technische Leiter der Stadtwerke, Thomas Fetzer, hat die Regentage in den vergangenen Monaten herausgesucht. Im Dezember haben 21 Regentage für den Stopp der Bauarbeiten gereicht, im Januar und Februar fielen mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter, im März und April 86 und im Mai sage und schreibe 120 Liter pro Quadratmeter. Im Wonnemonat hat es an 18 Tagen geregnet, an Tiefbauarbeiten war nicht zu denken. „Wir wollten die Winterzeit nutzen, denn im Sommer sind viele Feste im Kurpark, da wäre es noch schwieriger geworden“, sagt Christian Müller, Chef der Stadtwerke und derzeit kommissarischer Leiter des Gartenbauamtes. „Aus Kostengründen müssen wir die Baugruben offenhalten, um am Ende alle Kabel zusammenführen zu können“, erklärt Göller die „schwierige“ Baustelle. Zum Regen komme der Untergrund des Kurparks mit Lehm und Schotter, die Baufahrzeuge hätten nicht mehr an die Baustellen fahren können, erklärt der Bauleiter. Wasser steht auch in einem großen Graben vor dem Parkplatz am südlichen Kurparkende und macht die Bauarbeiten derzeit unmöglich, der Weg ist gesperrt, aber zum großen Teil sind die Leitungen bereits verlegt. Eine große Baustelle ist an der Therme, sie schließt auch den Außensitz der Gastronomie ein, der nicht mehr nutzbar ist. Offengelegt wurde die Baugrube erst vor kurzem, um die neue Leitung für das Thermalwasser, die quer durch den Kurpark führt, an die Therme anschließen zu können. „Der Außensitz soll nach Ende der Bauarbeiten nicht mehr gastronomisch genutzt werden, wir überlegen derzeit, was wir daraus machen“, informiert die Geschäftsführerin der Therme, Sandra Reichenbacher. Die Baugrube für die neue Trafostation in der Mitte des Kurparks kann erst am Ende der Bauarbeiten geschlossen werden. „Es ist alles sehr schmal, sodass wir meist nur mit Kleingeräten arbeiten können und Überraschungen sind eingeschlossen“, erklärt Fritz Göller eine weitere Problematik der Baustelle. Eine Überraschung war, dass Kanalanschlüsse an Privathäusern im südlichen Teil des Kurparks nicht bekanntgewesen seien und erst gefunden werden mussten. Mit 3,5 Millionen Euro, davon fördert das Land 90 Prozent, ist die Offenlegung des Erlenbachs inklusive Erlebnisflächen veranschlagt. Auf gut 11.000 Quadratmetern und einer Länge von rund 800 Metern soll der Bach offengelegt werden. Der Kurpark wird bis 2020 Baustelle bleiben. (pfn)