Kreis Südliche Weinstraße Weinfestflair von Autoschlangen unterbrochen

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Es gibt ja viele schöne Weinfeste an der Südlichen Weinstraße. Bei dem in Impflingen gibt es die Besonderheit, dass eine viel befahrene Bundesstraße durch den Ort führt und beim Gang von Stand zu Stand wegen der Autoschlangen Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen. Ein Selbstversuch.

Da die offizielle Eröffnung am Freitag für 18 Uhr angesetzt ist, habe ich mich zusammen mit meiner Frau rechtzeitig auf den Weg gemacht. In der Rohrbacher Straße finden wir einen Parkplatz, von wo aus der Weg zur Dorfmitte recht kurz erscheint. Unser Ziel ist das Weingut Kuntz in der Obergasse, da hier der offizielle Startschuss erfolgt. Doch schon haben wir das Problem. Wir befinden uns nämlich östlich der B 38, die Zeremonie steigt aber westlich. Geduldig stellen wir uns an den schmalen Bürgersteig und beobachten die aus Süden, von Bad Bergzabern anrollende Blechlawine. Feierabendverkehr! Dann endlich eine Lücke. Doch dann nähert sich der Korso aus Richtung Landau. Neben uns haben sich mittlerweile rund 25 Personen eingefunden, deren Aussagen zu entnehmen ist, dass sie das gleiche Ziel wie wir verfolgen. Nach gefühlten sieben Minuten ist es soweit: Wir können alle zusammen die Straße überqueren. Der Gedanke, dass auch Kinder oder ältere Herrschaften hier über die Straße müssen, macht mich nachdenklich. Immerhin erreichen wir das Weingut Kuntz, nachdem wir vorher noch einen kurzen Abstecher in den Kinderhof gemacht haben, wo Schminken, Waffeln backen, Blasrohrschießen und vieles mehr auf die Kleinen warten. Vor der „Michellounge“ beginnt schließlich der offizielle Teil, wobei sich die Honoratioren bei ihren Reden wohltuend kurz halten. Ortsbürgermeister Günter Flicker (SPD) betont die gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Klaus Flint und lobt, wie „stark wir gemeinsam sind und dass wir deshalb während des Weinfestes schönes Wetter haben werden.“ Aber die „Boden-Luft-Zusammenarbeit“ weist wohl doch ein paar Lücken auf, fängt es doch knapp zwei Stunden später zu regnen an. Mit einem Zitat von Mundartdichter Paul Tremmel trifft die Pfälzische Weinprinzessin Julia Stieß aus Frankweiler die Gefühle der Gäste. „Besser als Arznei un Drobbe isch en gude Pälzer Schobbe!“ Das Tandem Stieß/Flicker zapft das erste Fass sehr gekonnt an, denn nur wenige Tropfen des Festweines landen auf der Erde. Passend dazu besingt das ortsansässige Duo Annika Markowetz und Marcel Fritz den „Pfälzer Wind“ und sorgt direkt für gute Stimmung. Es wird Zeit, dass die Umgehung kommt, denken viele Gäste. Der Dorfchef ist guter Dinge, dass es mit dem Bau bereits im Herbst losgehen soll. Was für eine positive Nachricht, bedeutet sie doch für die Zukunft mehr Ruhe im Dorf, mehr Sicherheit und somit weniger Angst auf der Straße. Das gilt dann auch für künftige Weinfeste! Wie so oft in diesen Tagen begegnet man vielen Touristen, die ihren Urlaub in unserer schönen Gegend verbringen. Bei den kulinarischen Köstlichkeiten wie „Kunschthäwwelfläsch“, „Wutzeschdiggelscher“ oder „Gebreedelde“ gibt es bei dem einen oder anderen Stirnrunzeln, aber die Gastgeber klären ja gerne auf, was sich dahinter verbirgt. „Boeuf Bourgignon“ grüßt als gelungene Kombination aus saftigem Rindfleisch und gutem rotem Burgunder. Auch beim Musikangebot ist für jeden was dabei. Mittlerweile ist es 20.30 Uhr und damit für uns Zeit, auch bei anderen Höfen vorbeizuschauen. Dazu müssen wir uns aber zwangsläufig wieder in Richtung Osten begeben. Der Verkehr hat um 21 Uhr glücklicherweise etwas nachgelassen. Das Wagnis der erneuten Straßenüberquerung lohnt sich. Ein kleiner kleiner beschaulicher Spielwarenstand lockt zum Verweilen. Puh, es wird Zeit, die Umgehung soll kommen. |lam

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