Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Was steckt hinter dem Maisanbau in der Südpfalz?

Die Familie von Markus Paul betreibt schon seit fünf Generationen Landwirtschaft.
Die Familie von Markus Paul betreibt schon seit fünf Generationen Landwirtschaft.

Ob in Futtermitteln für Tiere, Nachos und Flips, Biogas oder Verpackungen – überall steckt Mais drin. Wo man hinschaut, sieht man Maisfelder in der Region. Aber die „Vermaisung“ der Landschaft wird kritisch beäugt. Sind die Kolben wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Und welche Geschichte steckt hinter den gelben Feldern in der Südpfalz?

Unendliche Weiten Gold auf den Feldern. Wer entlang der B 9 oder durch den Viehstrich fährt, blickt in den Sommermonaten auf ein Meer aus gelben Kolben. Gerade wird die Ernte eingefahren. Mais und Windräder sind Schicksalsgefährten. Jeder will das, was sie hervorbringen, aber wenn man sie vor der Haustür stehen hat, rümpft man die Nase. Die immer größer werdenden Maiswüsten sind verschrien. In Deutschland und weltweit wird der Großteil des angebauten Maises als Futtermittel genutzt. Die Südpfalz ist keine große Viehhalterregion. Trotzdem zählt sie zu den größten Anbaugebieten in Rheinland-Pfalz. Wie kam es dazu? Und ist der Maisanbau wirklich so problematisch wie sein Image? Eine Spurensuche durch die Südpfalz.

„Landwirtschaft ist die Kunst, Geld zu verlieren, während man 400 Stunden pro Monat arbeitet, um Menschen zu ernähren, die denken, dass man sie vergiften will.“ Dieser provokante Spruch steht auf dem T- Shirt von Markus Paul, als er die RHEINPFALZ durch seine Maiszeilen bei Steinfeld führt. Bei den Bauernprotesten stand er in der ersten Reihe. Er tritt dafür ein, die Belange der Landwirte endlich mal für voll zu nehmen. Er baut Mais an, im großen Maßstab. Und er argumentiert, warum seine Arbeit unersetzlich ist.

Ein Maisbauer erzählt von seinen Nöten

Der junge Bauer ist bereits die fünfte Generation des Familienbetriebs Paul. Früher gab es um die 300 Landwirte in Steinfeld, heute reicht die gleiche Anbaufläche nur noch drei Familien zum Leben. Der Trend geht zur Zentralisierung. Kleinbauern haben kaum noch eine Überlebenschance. Der Landwirt von heute muss in großen Dimensionen denken. Da spielt der Maisanbau in die Karten. Denn die gelben Kolben sind genügsame Hochleistungspflanzen. Mais verbraucht für den gleichen Ertrag weniger Fläche als Getreide, er benötigt weniger Bewässerung, weniger Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger. Zudem kommt die wärmeliebende Pflanze recht gut mit Hitzeperioden klar. So baut Familie Paul auf 40 ihrer 140 Hektar Ackerfläche Mais an.

In ein, zwei Wochen ist die Erntezeit in der Südpfalz beendet. Was die Pauls vom Feld holen, fahren sie 40 Kilometer weiter – nach Freimersheim. Dort steht eine der größten Maismühlen Deutschlands. Cornexo ist der Großabnehmer für die Maisbauern der Region. Etwa Zweidrittel des in der Südpfalz angebauten Maises landet bei ihm, sagt Geschäftsführer Patrick Bindewald.

Eine der größten Maismühlen Deutschlands

Es ist ein Tag Anfang Oktober. Die Schlange der Laster zieht sich bis zur Straße. Bis zu 100 Anlieferungen bekommt die Maismühle an guten Tagen. Jetzt ist die Zeit, in der die 39 Meter hohen Silos gefüllt werden. 70.000 Tonnen Mais verarbeitet die Mühle pro Jahr. Im Herzstück der Mühle zermahlen die Maschinen die gelben Körner ohrenbetäubend zu Mehl. Nebenan eine riesige Displaywand. Davor steht ein Mann, der mit Maus und Tastatur alle Abläufe regelt. Ja, so sieht ein Müller heutzutage aus. Das Bild einer eingestaubten Gestalt, die Mehlsäcke durch die Gegend schleppt, gehört längst der Vergangenheit an.

Der zerkleinerte Mais aus der Südpfalz taucht später im Supermarktregal als Nachos, Flips, Cornflakes, Polenta oder glutenfreie Backmischungen auf. Die großen Marken wie Nestlé und Lorenz sind Kunden. 250 Landwirte, überwiegend aus der Südpfalz, aber auch aus dem Elsass und aus Baden-Württemberg, sind Vertragsbauern von Cornexo. Das heißt, das Unternehmen gibt die Regeln vor, welche Sorten nach welchen Vorgaben angebaut werden, und nimmt ihnen dafür – „zu einem anständigen Preis“, wie Bauer Paul sagt – den Mais ab. „Es war von Anfang an unser Prinzip, mit regionalen Landwirten zusammenzuarbeiten. Nur durch diese Nähe zu den Bauern bekommen wir die Qualität, auf die wir angewiesen sind“, beschreibt Bindewald das Wechselverhältnis. 2008 hat die Bindewald-Gutting-Gruppe, die größte familiengeführte Mühlengruppe Deutschlands, die Freimersheimer Mühle übernommen. Sie ist die kleinste im Mühlenverbund, aber in ihrer Sparte eine ganz große. Für Bindewald seine „Perle“.

Gibt es eine zunehmende „Vermaisung“?

Wenn es nach ihm geht, könnten noch weit mehr Bauern ihre gelben Körner anliefern. Gestartet hat die Mühle mit 5000 Tonnen pro Jahr, elf Jahre später wird schon 14-mal so viel verarbeitet. Erst dieses Jahr hat das Unternehmen drei neue Silos hochgezogen. „Wir wollen weiter ausbauen und werben immer um neue Vertragsbauern“, gibt Bindewald die Richtung vor. Ihm ist klar, dass durch die Ansiedlung von Cornexo etliche Südpfälzer Bauern auf Maisanbau umgestiegen sind oder diesen ausgeweitet haben. Cornexo trägt also einen erheblichen Anteil daran, dass im Kreis Germersheim 31 Prozent des Ackerlands und im Kreis SÜW 24 Prozent des Ackerlands – laut der letzten Erhebung des Statistischen Landesamts von 2016 – mit Mais bepflanzt sind. Der Anteil des Körnermais, der für die Lebensmittelproduktion genutzt wird, ist mit Mitte 20 Prozent in der Südpfalz sehr hoch. Deutschlandweit lag der Anteil 2019 bei gerade mal vier Prozent, der Rest entfällt auf Silomais für Tierfutter und Biogasanlagen.

Doch die zunehmende „Vermaisung“ der Landwirtschaft ruft Kritiker auf den Plan. Nicht nur weil die riesigen Felder mit ihren meterhohen Stängeln ins Auge stechen, sondern besonders weil Mais neben positiven Eigenschaften auch ein paar Ökosau-Aspekte mitbringt. „Da Mais im Frühjahr sehr spät aufläuft, werden Bodenherbizide gegen Beikräuter eingesetzt. Für die große Biomasse des Mais muss massenhaft Stickstoff eingesetzt werden, der als Nitrat ins Grundwasser gelangen kann“, führt Ulrich Mohr, Pressesprecher des BUND Südpfalz, an. Grundsätzlich gebe es aus Umweltsicht keine Bedenken gegen den Maisanbau, aber die zunehmende Monotonie auf der Fluren beäugt er kritisch. Zudem habe intensiver Insektizideinsatz katastrophale Folgen für die Insektenpopulation.

Naturschutz versus Rentabilität

Hier leistet Cornexo seit diesem Jahr einen Beitrag zum grünen Gewissen. Um den Flatterern und Summern Lebensräume zu bieten, hat die Maismühle ein Blühstreifenprojekt gestartet. 200 Hektar wurden im ganzen Mühlenverbund schon angelegt. Ziel ist für nächstes Jahr, dass pro Hektar Mais 100 Quadratmeter Blühflächen ausgewiesen sind. Natürlich macht auch die Steinfelder Bauernfamilie mit. Einen Hektar hat sie in eine blühende Insektenlandebahn verwandelt. Auf der anderen Seite kommt aber auch ihre Sicht als Landwirte durch. Dass der Einsatz von Neonicotinoiden verboten wurde, können sie zwar nachvollziehen, weil die hochwirksamen Spritzmittel ein Nervengift für Bienen sind und sie töten können. Aber wie die Bauern nun den vielen Schädlingen Herr werden sollen, damit lasse die Politik die Landwirte alleine, ärgern sich Vater und Sohn. „Die verbieten, schaffen aber keine Alternativen.“

Auch die verschärfte Düngeverordnung ist ihnen ein Dorn im Auge. „Das war ein Schlag für die Betriebe“, sagt Seniorchef Gerhard Paul. „Wir müssen jetzt unter Bedarf düngen. Das geht zehn bis 20 Jahr gut, dann haben wir Ertragsminderungen.“ Naturschutz und Rentabilität sind Dinge, die sich oft abstoßen wie zwei gleichgepolte Magnete. Wohl auch deshalb läuft Bio-Maisanbau in der Südpfalz unter ferner liefen. „Man kann den Anbau ohne chemische Sachen probieren, aber dann muss man mit Mindererträgen rechnen. Und das wird nicht honoriert“, sagt Paul. Bei Cornexo macht der Bio-Mais nur einen Anteil von etwa fünf Prozent aus, berichtet Bindewald. Der Großteil davon werde für Babynahrung verwendet.

„Milliarden-Dollar-Schädling“ und Co.

Auch den Pauls ist klar, dass Mais dem Boden einiges abverlangt. „Mais ist ein Humuszehrer“, erklärt Markus Paul. Er lauge den Boden aus. Deswegen sollte man wechselnde Kulturen auf den Feldern anbauen. Das sei auch wichtig, um Schädlingen keinen Nährboden zu bieten. Nachdem beispielsweise 2013 Maiswurzelbohrer in der Südpfalz gesichtet wurden, hatte das Umweltministerium angeordnet, dass Mais nicht mehr als zwei Jahre in Folge auf derselben Fläche angebaut werden darf. Daran halten sich die meisten Südpfälzer Bauern bis heute, wie das Landwirtschaftsministerium sagt. Eine Mais-Monokultur gibt es hier also nicht.

Die Farmer in den USA bezeichnen den Maiswurzelbohrer schon als „Milliarden-Dollar-Schädling“, weil er so viele Pflanzen auf dem Gewissen hat. Davon ist man hier aber weit entfernt. Ein anderer Schädling, der Maiszünsler, treibt da schon viel häufiger sein Unwesen. In der Südpfalz wird er zumeist mit Schlupfwespen bekämpft, berichtet das Landwirtschaftsministerium. Die Pauls spritzen gegen ihn. Ihnen machen in diesem Jahr aber besonders die Krähen zu schaffen, die es auf die gelben Körner abgesehen haben. „Ich kenne Kollegen, die ihren Mais dreimal aussäen mussten“, erzählt Gerhard Paul. Na ja, und dass sich Wildschweine gerne mal durch die Maisfelder schmausen, ist ja auch bekannt. Die Entwicklung der Wildschweinproblematik sei aber sicherlich nicht auf den Mais zurückzuführen, sagt das Landwirtschaftsministerium. Im Norden des Landes gebe es auch auf Grünland eine hohe Population. Zudem hat das Umweltministerium 2017 eine Beobachtung mit Drohnen beauftragt. Ergebnis: „Schwarzwild befindet sich deutlich seltener im Mais, als von der Jägerschaft erwartet“, so Pressesprecherin Josephine Keller. Bauer Paul sieht die Borstentiere auch nur selten im Feld. Dafür des Öfteren Nutrias. Wegen verschiedener Schädlinge und der anhaltenden Trockenheit fahren sie diesmal rund 30 Prozent weniger Ernte ein als üblich, überschlagen die Steinfelder Bauern.

Kommt Gen-Mais nach Deutschland?

Dass der Mais längere Trockenperioden nicht einfach so wegsteckt, ist auch dem Landwirtschaftsministerium bewusst. „Auch in Rheinland-Pfalz könnte die Bewässerung der Maisfelder eine zukünftige Maßnahme zur Sicherung der Erträge darstellen“, erklärt Pressesprecherin Susanne Keeding. Bislang versuchen die Bauern, dem Klimawandel mit resistenteren Maissorten zu begegnen. Das sind Neuzüchtungen, aber keine genveränderten Sorten. Gen-Mais ist in Deutschland verboten. Und das ist auch gut so, findet Umweltschützer Mohr: „Noch gefährlicher für Insekten als der Einsatz von Spritzmitteln ist der Gen-Mais, der in seinen Zellen Insektizide produziert, die so auch in Nahrungs- und Futtermittel gelangen.“

Cornexo hat sogar amerikanische Kunden, die Maisprodukte aus Deutschland bestellen, weil in den USA kein genfreier Mais mehr zu haben ist, berichtet Geschäftsführer Bindewald. Er denkt nicht, dass sich Gen-Mais in Deutschland durchsetzen kann. Zumal bislang nur Sorten entwickelt wurden, die schädlings- oder spritzmittelresistent sind. „Das ist in meinen Augen kein wirklicher Mehrwert, sondern dient nur Konzernen wie Monsanto, die gleichzeitig ihr Saatgut und ihr Spritzmittel Roundup verkaufen wollen.“ In Deutschland gebe es für eine gentechnische Behandlung weder die Notwendigkeit noch die Akzeptanz in der Gesellschaft, ist seine Ansicht.

Wenn aus Mais Strom wird

Im Vergleich zu den USA, dem weltweit größten Maisproduzenten, ist Deutschland ein kleines Licht. Überm großen Teich wird 2020 etwa 14,4-mal so viel Mais angebaut wie in der Bundesrepublik, der Körnermaisanteil ist sogar über 100-mal höher. Trotzdem hat es auch in Deutschland einen Maisboom gegeben. Laut der Statistik des Deutschen Maiskomitees hat der Maisanbau in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren von 1,5 auf 2,7 Millionen Hektar zugenommen. Es gibt einige Landkreise, besonders in viehreichen Regionen, in denen auf über der Hälfte der Ackerfläche Mais angebaut wird. In Rheinland-Pfalz stieg der Anteil von Mais an der Ackerfläche von rund 5,5 Prozent im Jahr 1991 auf 13,3 Prozent 2020, so die Angaben des Statistischen Landesamt.

Ein Treiber für die rasante Entwicklung war das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses belohnt die Besitzer von Biogasanlagen mit festen Einspeisetarifen für den Ökostrom. Ein Zug, auf den es sich aufzuspringen lohnt, dachten sich viele. Mais bietet sich besonders gut zum Vergären an, da dieser viel Energie bringt. Aktuell gibt es etwa 9500 Biogasanlagen in Deutschland. Eine sehr große steht auch in der Südpfalz, und zwar im Lustadter Gewerbegebiet.

40 Bauern beliefern Biogasanlage

Wer in den Hof einfährt, erschnuppert sofort, wo er sich gerade befindet. Hier blubbert viel Natur vor sich hin. 2008 gebaut und seit 2016 in Besitz des deutschlandweit tätigen Energieunternehmens Enercity Contracting, produziert die Anlage sowohl thermische als auch elektrische Energie, um 4000 Fünf-Personen-Haushalte zu versorgen. Vergärt wird dafür zu knapp 90 Prozent Silomais, den 40 Vertragsbauern auf gut 500 Hektar anbauen. Alle im Umkreis von zehn Kilometern. Denn das Unternehmen übernimmt das Häckseln des Mais auf dem Feld und bringt ihn dann zur Anlage. Zu lange Transportwege wären zu teuer, macht Betriebsleiter Markus Haage deutlich.

Beim Silomais ist die Erntezeit längst vorbei, denn dieser wird noch halb grün vom Feld geholt, und zwar als ganze Pflanze. Man will ja schließlich viel Biomasse haben. Diese wird in riesigen Fermentern auf 40 Grad gebracht und schön durchgerührt, bis sie gärt und vergast. Das Gas wird in drei Blockheizkraftwerken in elektrische Energie umgewandelt und als Ökostrom ins öffentliche Netz der Pfalzwerke eingespeist. Die nebenbei entstandene Abwärme bringt die benachbarte Gärtnerei auf Temperatur. Die übrig gebliebenen Gärreste gehen zurück an die Maisbauern, die damit ihre Felder düngen.

Dürfen Lebensmittel verheizt werden?

20.000 Tonnen zerhäckselter Mais lagert unter Planen auf dem Areal. In Zukunft könnte es weit weniger sein. Denn die profitable EEG-Förderung läuft in acht Jahren aus. Biogasanlagen werden nur 20 Jahre bezuschusst, erklärt Geschäftsführer Torsten Horn. „Danach müssen wir uns an Ausschreibungen beteiligen.“ Und dabei erhalten nur noch Biogasanlagen einen Zuschlag, bei denen der Maisanteil im Substrat eine Maximalgrenze nicht überschreitet, wie Sprecherin Keller vom Landesumweltministerium erklärt. Aktuell ist der Maisanteil auf 47 Prozent limitiert, bis 2022 soll er auf 44 Prozent begrenzt sein. In Zukunft wird die Lustadter Anlage also nur noch die Hälfte des jetzigen Maises vergären können, um Zuschüsse abzustauben. Was bedeutet das für die Maisbauern? Schließlich haben einige extra wegen des lukrativen Geschäfts ihren Anbau auf Silomais umgestellt, wie Horn und Haage bewusst ist. „Die Landwirte sind flexibel, die können auch andere Sachen anbauen. Und wir werden dann sehen, was wir in Zukunft verwerten. Vielleicht Speisereste“, sieht es Haage gelassen.

Aber wie bislang wird es nicht weitergehen. Das macht das Umweltministerium deutlich: „Wir müssen den Energiepflanzenanteil reduzieren und Reststoff-, Biogas- und Wirtschaftsdüngeranteile wie Gülle und Mist bei der energetischen Verwertung in Biogasanlagen erhöhen“, so Sprecherin Keller. Mohr vom BUND wirft ein, dass auch Biogas aus Wildpflanzen eine Option wäre. „Es gibt also ökonomische und ökologische Alternativen zur Vermaisung der Landschaften.“ Wobei man sagen muss, dass der Silomais-Anteil 2016 im Kreis Germersheim nur 3,2 Prozent der Ackerfläche und im Kreis SÜW sogar nur 0,9 Prozent ausmachte.

Jeder will’s, nur nicht vor der Haustür

Trotzdem hat es einen schalen Beigeschmack, wenn in Deutschland Lebensmittel verheizt werden, während in anderen Teilen der Welt Menschen verhungern. „Diese Diskussion hatte ich auch schon des Öfteren am Feldrand“, sagt Haage. In Deutschland gebe es nun mal ein Überangebot an Lebensmitteln. „Was wäre denn die Alternative? Diese in Drittländer zu schicken?“, fragt er. Teilweise seien ja schon Ackerflächen stillgelegt worden, ergänzt Horn. „Und von der Energiewende brauchen wir gar nicht zu reden“, macht sich Haage Luft, „jeder möchte weg vom Atomstrom, aber keiner will ein Windrad oder eine Biogasanlage vor der Tür.“

Goldgelbe Felder, wohin das Auge schaut. Entlang der B 9 und im Viehstrich sind die Hauptanbaugebiete in der Südpfalz.
Goldgelbe Felder, wohin das Auge schaut. Entlang der B 9 und im Viehstrich sind die Hauptanbaugebiete in der Südpfalz.
Es gibt zwei große Maismühlen in Deutschland, eine in Lübeck und eine in Freimersheim. Patrick Bindewald leitet die Südpfälzer.
Es gibt zwei große Maismühlen in Deutschland, eine in Lübeck und eine in Freimersheim. Patrick Bindewald leitet die Südpfälzer.
Die Cornexo-Maismühle.
Die Cornexo-Maismühle.
Die Biogasanlage in Lustadt.
Die Biogasanlage in Lustadt.
Schädlich: der Maiswurzelbohrer.
Schädlich: der Maiswurzelbohrer.
Gast im Feld: Wildschwein.
Gast im Feld: Wildschwein.
Hitze verträgt Mais ganz gut, aber die Dürre macht ihm zu schaffen.
Hitze verträgt Mais ganz gut, aber die Dürre macht ihm zu schaffen.
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