Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wahl in Herxheim: Wohl Zweikampf um Chefsessel im Rathaus

Blick auf das Herxheimer Rathaus – dieses Mal gibtes nicht nur einen Bewerber um das Amt des Ortsbürgermeisters.
Blick auf das Herxheimer Rathaus – dieses Mal gibtes nicht nur einen Bewerber um das Amt des Ortsbürgermeisters.

Sven Koch leitet seit Hedi Brauns Rücktritt die Geschicke in Herxheim. Das möchte er weiterhin tun. Bei der Wahl am 9. Juni tritt nun mindestens ein weiterer Kandidat an.

Diesmal wird es anders sein. Diesmal werden die Herxheimer im Vergleich zum Oktober des vergangenen Jahres tatsächlich eine Wahl haben, wenn es um die Wahl des neuen Ortsbürgermeisters geht. Denn es wird nicht mehr nur ein Name auf dem Wahlzettel stehen, denn mindestens eine weitere Person hat ihre Bewerbung für den Bürgermeisterposten bereits kundgetan. Die Abgabefrist für Wahlvorschläge endet am 22. April.

Bei der vorgezogenen Wahl im Herbst 2023, zu der es gekommen war, weil Hedi Braun ihr Amt vorzeitig niedergelegt hatte, war Sven Koch der einzige Bewerber gewesen. Er war als gemeinsamer Bewerber der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Freien Wählergruppe (FWG) Herxheim ins Rennen gegangen. Bei der Wahl hatte er 78 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,3 Prozent.

Sven Koch (CDU) will Herxheimer Ortsbürgermeister bleiben.
Sven Koch (CDU) will Herxheimer Ortsbürgermeister bleiben.

Nach Wahl nächster Karriereschritt

Kurz nach dem Wahlsieg folgte ein weiterer Karriereschritt des 37-Jährigen als er das Landtagsmandat von Thomas Weiner übernahm, der dieses wegen einer schweren Erkrankung niedergelegt hatte. Koch war sein B-Kandidat und seit 2021 bereits Mitarbeiter in der Abteilung Landesplanung beim Ministerium des Innern und für Sport.

Bürgermeister Herxheims will der CDU-Mann trotz seines Landtagsmandats auch weiter bleiben. Er hat bereits erklärt , seinen Hut bei den Kommunalwahlen am 9. Juni wieder in den Ring zu werfen. In einer Mitgliederversammlung von CDU und FWG wurde „Interimsbürgermeister“ Koch wie schon bei der Wahl im vergangenen Jahr zum gemeinsamen Kandidaten gewählt. „Die FWG ist sich sicher, dass Sven Koch weiterhin der richtige Mann ist, um die Geschicke der Ortsgemeinde Herxheim zu lenken. Dies hat er in den letzten Monaten bewiesen“, teilt FWG-Schriftführer Markus Seither mit.

 Jörg Manfred Dähne (SPD) tritt bei der Wahl an.
Jörg Manfred Dähne (SPD) tritt bei der Wahl an.

SPD mit eigenem Kandidaten

Koch verweist seinerseits auf die gute Zusammenarbeit mit den Freien Wählern. Der Haushalt der Ortsgemeinde habe ein Volumen von über 52 Millionen Euro und allein in diesem Jahr wolle man mehr als 7,8 Millionen Euro in Herxheimer Einrichtungen und in die Infrastruktur investieren. Dies gehe nur im Miteinander und im konstruktiven Austausch.

Bei der vorgezogenen Wahl im vergangenen Jahr hatte die SPD mitgeteilt, keinen Kandidaten aufzustellen, weil sie keinen Wählerauftrag hätten. Die Bürger hätten die SPD bei der Kommunalwahl 2019 mit 12,4 Prozent bei der Wahl zum Ortsgemeinderat und 14,6 Prozent bei der Wahl zum Ortsbürgermeister ausgestattet. Daraus „ergibt sich für uns kein Handlungsauftrag“, begründete Erwin Welsch, Vorsitzender der SPD in Herxheim. Diesmal ist das anders, denn bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Anfang April wurde Jörg Manfred Dähne zur Wahl des Ortsbürgermeisters nominiert.

Dähne will Ortszentrum beleben

„Mutig. Klare Ziele. Nachhaltig. Verlässlich“, unter diesem Motto will der 68-jährige Zahnarzt und Oralchirurg bei den Bürgern punkten. Sein Fokus gilt unter anderem der Belebung des Ortszentrums, der Modernisierung der Kitas und dem Bau eines neuen Jugendzentrums. Dähne ist kein Neuling in der Kommunalpolitik. Seit 2019 ist er SPD-Fraktionsvorsitzender im Ortsgemeinderat Herxheim. Auch im Verbandsgemeinderat Herxheim sowie im Kreistag Südliche Weinstraße konnte er bereits kommunalpolitische Erfahrung sammeln.

Auch die Grünen hatten sich im vergangenen Jahr keine Chancen eingeräumt. Das zu erwartende Wählerverhalten in der Ortsgemeinde Herxheim lasse nicht erwarten, dass einem Bewerber aus den Reihen des Grünen-Spektrums reale Gewinnchancen einzuräumen wären, hatte Gerd Müller im Namen der Fraktion mitgeteilt. Einen grünen Bürgermeister für Herxheim sehe man nicht. Bei den Kommunalwahlen könne das wieder anders aussehen.

Erneut kein eigener Kandidat der Grünen

Aber es bleibt dabei: Die Grünen werden nicht mit einem eigenen Kandidaten antreten. Sie geben auch keine Wahlempfehlung ab, wie der Ortsverband auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilt. Der Ortsvorstand begründet, dass die persönlichen und beruflichen Belange der Mitglieder keine Kandidatur ermöglichen.

Das Bürgermeisteramt sei durch seine ehrenamtliche Ausgestaltung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zumutbar, heißt es. Andererseits sei bei aller Bedeutung dieses Amtes nicht zu verkennen, dass Entscheidungen und Beschlussfassungen im Wesentlichen nicht dem Bürgermeister, sondern dem Ortsgemeinderat obliegen. Auch der Ortschef habe nur eine Stimme. Jedes Ratsmitglied sei mit seiner Stimme ebenso von Bedeutung für die Belange der Gemeinde. „Auf diesen Aspekt konzentrieren wir uns als Grüne und kämpfen dafür, durch möglichst viele Wählerstimmen eine starke Position im neu konstituierten Gemeinderat zu erlangen“, heißt es in der Stellungnahme. Thematisch ist den Grünen vor allem das Erreichen der für die Gemeinde definierten Klimaschutzziele wichtig. Schwerpunkte sind etwa der Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Mobilitätswende und die Stärkung der Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr.

Wählergruppe Braun löst sich automatisch auf

Und was ist mit der Wählergruppe Braun? Diese bleibt bis zum Ende der noch laufenden Wahlperiode bestehen, teilt Fraktionsvorsitzender Nordén ben Hassan auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Danach löse sie sich automatisch auf, da Hedi Braun als Listenführerin nicht mehr zur Wahl stehe. „Unsererseits wird es keine neue Wählerliste geben.“ Nordén ben Hassan will sich aber auch weiter kommunalpolitisch engagieren. Er findet sich – wie fünf weitere Personen der Wählerliste Braun – nun auf der Liste FWG für die Wahl des Ortsgemeinderates wieder.

Dies wiederum missfällt dem Ortsverband der Grünen: Das sei „unverständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass die FWG zusammen mit der CDU noch maßgeblich an der ,Demontage’ der ehemaligen Bürgermeisterin Hedi Braun beteiligt war“. Daraus werde offensichtlich, wie wichtig es für den demokratischen Diskurs der Gemeinde sei, dass im Gemeinderat ein starkes Gegengewicht, gerade durch die Wählerstimmen für die Grünen, gebildet werde.

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