Kreis Südliche Weinstraße Von Steinen und einem Quotenmann

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„Stein auf Stein“ hieß das Motto des Weltgästeführertages am Sonntag. Mit dabei waren wieder die Edenkobener Gästeführer, die sich gemeinsam mit einer großen Gruppe im „Owwerdorf“ auf den Weg machten, fast vergessene Steine aufzuspüren.

An der Triefenbachanlage begann der Stein-Streifzug mit den Gästeführerinnen Elke Bechtold, Jutta Grünenwald, Martina Roth und ihrem „Quotenmann“ Gerd Hörner. Ein „Stein vom Herzen“ sei ihr gefallen, weil so viele zur Saisoneröffnung der Gästeführungen gekommen seien, um gemeinsam über diverse Steine zu „stolpern“, begrüßte Bechtold über 100 Interessierte. Der in heiterer Reimform nachvollzogene Urknall offenbarte letztlich den Sandstein, der Mittelpunkt der Wanderung werden sollte. Die Triefenbachanlage, eingebettet in dem Pfälzer Urstein, lud zum „kneippschen Espresso“ ein. Mit Mühlensteinen entlang des ehemaligen Mühlenbachs wusste Roth zu unterhalten und ließ in der Woogwiesenmühle – auch Langhof-, Schultz- und Kies’sche Mühle genannt – alte Zeiten wieder aufleben. Auch jene von Gustav Adolf Fröhlich, der Vorreiter war beim Einsatz von Schwefel zum Bekämpfen von Mehltau. Am „Fetzegässer-Eck“ entdeckten die Wanderer einen Torbogen mit einer sechsblättrigen Rose – ein zugleich modern wie traditionell umgesetztes Zeichen der Zunft der Malerei – und auch ein Sesel, das Werkzeug der Winzer im Weinberg. Entlang der Klostermauer stiegen die Teilnehmer hinab in einen Weinkeller, um gemeinsam mit Hörner dem Weinstein auf den Grund zu gehen. Das nicht lösliche Salz gab es zum Anfassen und glitzerte aus einem Fass entgegen. Stein auf Stein ging es weiter ins Kloster Heilsbruck. Dort informierte Grünenwald über die Geschichte des Zisterzienser-Ordens hinter den Mauern. Zu sehen waren Steine besonderer geschichtsträchtiger Art: ein Taufstein aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, wie auch Grabsteine eines Ritters und einer Äbtissin. Spontan nahmen die Besucher gemeinsam mit Jacob Sulzer den beeindruckenden Weinkeller mit Kreuzgewölbe in Augenschein, ehe es zum Kräutergarten der Klostermühle in der Nachbarschaft ging. Die beim Anlegen des Gartens zu Tage geförderten Mahlsteine, Wingertssteine und Steine aus dem Mühlbach finden sich nun inmitten der Kräuterwelt wieder, erzählte Klaus Schlosser. Nach einem stärkenden Zitronenverbenen-Tee ging die Reise zurück zum Ausgangspunkt. Die Spenden der Teilnehmer werden die Gästeführern einem guten Zweck zuführen. (ivt)

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