Kreis Südliche Weinstraße Vom Präsidenten bis zum Kaiser

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„Es hat Spaß gemacht, wir konnten auf unterschiedliche Art unsere Kreativität ausleben“, ist das Fazit von Gerhard und Ruth Herzog, die seit mehr als 40 Jahren ein Team im gleichnamigen Café in der Marktstraße in Bad Bergzabern und bei vielen Veranstaltungen bundesweit waren. Harte Arbeit inbegriffen. Nun ist Schluss.

Der Kaufvertrag mit dem neuen Besitzer ist unterschrieben, Anfang November hören die Herzogs auf und die Kurstadt verliert ein Paar, das Ideen hatte und mit den Kreationen des Chocolatiers die Stadt bis nach Japan in der Welt bekanntgemacht und repräsentiert hat. Es sind unzählige Events und Veranstaltungen, die die beiden mit den Produkten des Konditormeisters und den Präsentationen und Dekorationen seiner Frau besucht oder im Café bestritten haben. Hannelore Kohl und Justus Frantz haben süße Kreationen des Hauses verkostet, das jetzige Kaiserpaar bei einem Besuch von Gerhard Herzog in Japan auch. Im Familienalbum des Cafés sind viele Höhepunkte festgehalten: die Grüne Woche in Berlin, der Rosenmarkt in Bad Bergzabern oder das Gipfeltreffen von Staatsoberhäuptern in Mainz. „Das Weinperleneis habe ich damals im Zug nach Mainz transportiert und dort auf 500 Tellern mit Wingertsalat angerichtet“, sagt Gerhard Herzog lachend. Und zeigt eine Karte von Bill Clinton, in der dieser sich für das Geschenk des Chocolatiers bedankt. Angefangen hat Gerhard Herzog mit einem Berg Schulden für den Umbau des Gebäudes. 1979 übernimmt er im Alter von 27 Jahren als Konditormeister die von seinem Vater Paul Herzog 1942 gegründete Konditorei, in der er seine Lehre gemacht hat. „Mein Traumberuf war das damals nicht“, sagt er schmunzelnd. Geheiratet hat er seine Frau Ruth, die im damaligen Hotel Heist in Bad Bergzabern gearbeitet hat, im Jahr 1971, das Paar hat zwei Kinder. „Unser erstes neues Produkt war die Kurschnecke, in Anlehnung an die Kuren, die es damals noch hier gab“, erzählt Ruth Herzog. Es gibt sie noch, die große Schnecke, mit der die beiden auch durch die Stadt gezogen sind, um Werbung zu machen. Und die Kurschneckenpraline in Form einer Weinbergschnecke, mit einem Hohlkörper, der mit Schnäpsen und Likören der Region gefüllt ist und jahrelang das Begrüßungspräsent an die Kurgäste war. „Die Schnecke ist unser Wahrzeichen geworden, sie ist auf dem Geschirr und auf Verpackungen“, sagt Ruth Herzog, die mit Begeisterung zu den Kreationen ihres Mannes die Verpackung und die Präsentation entworfen hat. Ungefähr 20 neue Produkte hat Gerhard Herzog in all den Jahren entwickelt. Oft hat er viel Zeit dafür gebraucht und immer hat er die Gäste probieren lassen, um sich geschmackliche Anregungen zu holen. Wichtig war ihm, die traditionellen Werte des Konditorhandwerks zu erhalten. Umfangreiches Wissen, das er sich in vielen Fortbildungen im In- und Ausland erworben hat, qualitativ hochwertige Produkte und Liebe zu seinem Handwerk gehören für ihn dazu. Im Laufe der Zeit konzentrierte sich Herzog mehr auf Pralinen und Eis, wie die Piccoperle, eine Praline mit Sektfüllung, die Rosenpralinen oder das Weinperleneis, an dem er lange getüftelt hat. 2008 wurde der Konditormeister feierlich zum einzigen deutschen Mitglied der französischen Schokoladen-Bruderschaft ernannt. So ganz sei es ihm noch nicht bewusst, dass jetzt Schluss sei, sagt Gerhard Herzog. Was die beiden jetzt machen werden, steht noch nicht fest. Aber sie werden sich ganz sicher etwas Kreatives einfallen lassen. Die neuen Besitzer des Café Herzog, das seinen Namen behalten wird, sind Konditormeister Jürgen Mechler und seine Frau Helga Eva Orth aus Neustadt. (pfn)

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