Kreis Südliche Weinstraße Vision für die Kurstadt

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Der Professor für ländliche Ortsentwicklung und Ortserneuerung hat seine Vision noch nicht aufgegeben. Seit 2010 ist die Altstadt im Förderprogramm „Historische Innenstadt“ mit einer Gesamtfördersumme von sieben Millionen Euro, die für einzelne Projekte abgerufen werden können. 85 Prozent davon tragen der Bund und das Land, 15 Prozent die Stadt. 57 private Hausbesitzer haben die Förderung bis heute in Anspruch genommen, kommunale Projekte wurden verwirklicht. Das Ministerium habe ihm damals rückgemeldet, dass die Qualität des Sanierungsgutachtens ausschlaggebend für die Aufnahme in das Förderprogramm gewesen sei, erinnert sich Dennhardt. „Gemessen an der Einwohnerzahl gab es keine Stadt in Rheinland-Pfalz mit einem so großen Sanierungsbedarf“, so Dennhardt nach seinen ersten Erhebungen. Zunächst habe er die Grundlagen in Form eines Stadtentwicklungskonzepts erstellt. „Die städtebauliche Struktur vermittelt ein mittelalterliches Leben, Wasser spielt eine große Rolle, das Städtchen ist in eine Wein- und Waldlandschaft eingebettet und trägt Spuren aus der großen Zeit des Kurwesens“, beurteilt er die Qualitäten. Daraus ein Ganzes zu machen, ist seine Vision. 2008 wurde die erste großen Maßnahme, der Umbau des Ludwigsplatzes, der für viele kontroverse Diskussionen sorgte, begonnen. 2010 wurde Bad Bergzabern in das Programm „Sanierung historische Innenstadt“ aufgenommen und Sanierungsberaterin Jutta Henß vom Planungsbüro Deubert in Kaiserslautern zusätzlich beauftragt, die ebenfalls für private Beratungen zur Verfügung steht. „57 private Maßnahmen sind bisher unter Dach und Fach, Mittel für private Vorhaben sind noch vorhanden“, informiert Henß. Mehr als 300 Anwesen liegen im Sanierungsgebiet der Innenstadt. „Bei ungefähr 30 Prozent der Häuser sollte dringend etwas passieren“, ist die Einschätzung des Stadtplaners, der damals für alle Gebäude ein Kataster erstellt hat. Von den sieben Millionen sind bisher 1,1 Millionen Euro in private und 1,4 Millionen in kommunale Projekte geflossen. Gefördert werden auch die Leistungen des Stadtplaners, der Sanierungsberaterin und des Zentrumsmanagement, in diesem Jahr mit Gesamtkosten von 140.000 Euro. Das neue Jugendhaus, der Parklatz am Kurparkeingang und der Stadtmauerrundweg konnten durch die Förderung verwirklicht werden. Die Sanierung des „Engel“, des schönsten Rennaissancehauses der Pfalz, steht derzeit an. Kein einfaches Unterfangen, denn es muss ein Konzept erstellt werden, damit das Projekt gefördert wird. „Ich sehe den Engel als attraktiven Anziehungspunkt im gastronomischen Bereich mit regionaltypischen Produkten und dem musealen Charakter“, sagt Dennhardt. Jutta Henß ist zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird, auch wenn die Wege lang sind. Schade findet Dennhardt, dass der Kreisel an der Landauer Straße nicht verwirklicht wurde, der auf Grund des Verkehrsgutachtens, das er erstellen ließ, wichtig gewesen wäre. Wichtig findet er das Element Wasser als einen großen Mosaikstein in der Kurstadt. „Die Offenlegung des Erlenbachs im Kurpark ist wichtig, aber es muss für die Stadt angemessen sein“, sagt er. Eine Visitenkarte der Kurstadt am Bahnhof findet der Stadtplaner ebenfalls wichtig. Einen gespendeten Brunnen hat der Stadtrat vor Kurzem wegen der Kosten für das Wasser abgelehnt. Ein Fehler, findet Dennhardt. „Ich würde mich freuen, wenn das Konzept der Liebenau-Stiftung verwirklicht würde“, sagt er zu einem Dauerbrenner im Stadtrat. Seit diesem Jahr kümmert sich Susanne Schultz vom Büro Stadtimpuls um die Belebung der Innenstadt, hauptsächlich der Leerstände. „Wenn alle an einem Strang ziehen wird Bad Bergzabern ein Musterstädtchen, ich bin dabei“, ist auch nach zehn Jahren die Vision des Stadtplaners. |pfn

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