Kommentar
Villa Zick-Zack: Ein einziges Drama
Drohende Bäderschließungen, keine Weihnachtsbeleuchtung, Heizung runterdrehen – beim Thema Energie ist die Lage derzeit sehr ernst. Es geht um Einsparung. Ziel ist, generell von fossilen Energieträgern unabhängig zu sein. Daher wird auch per ein neues Gesetz Erneuerbaren Energien planungsrechtlich Vorrang gegeben. Auch für Projekte im Außenbereich.
Dagegen mutet die verweigerte Genehmigung der Denkmalbehörde für Carla Schutt und Klaus Erfurth, für ein großes Haus in Bad Bergzabern eine Fotovoltaikanlage zu installieren, nahezu lächerlich an. Dabei kämpfen sie seit anderthalb Jahren darum, Sonnenenergie dafür zu nutzen, um Strom für das Haus und zwei Elektroautos zu gewinnen. Weil das Ende der geteerten Auffahrt direkt vor ihrer Haustür als Außenbereich im Flächennutzungsplan deklariert ist, dürfen sie aber nicht.
„Außenbereich“ war gebetsmühlenartig das Zauberwort des Kreisrechtsausschusses, um jedes Argument der Stadt und der Vertreterin der Gebäudeeigentümer abzubügeln. Und der Vorsitzende zeigt sich auch noch süffisant belustigt, dass die Stadt ein so kleines Projekt unterstützt. Immerhin war er darüber verwundert, dass die Besitzer ausgezogen sind. Wieso? Weil sie von diesem Theater die Nase voll haben.
Die Besitzer der Villa hätten ihr Vermögen, auch das Haus, einer Stiftung, die bereits gegründet war, vererbt. Sie wurde jetzt wieder aufgelöst. Einen Käufer für das Anwesen gibt es noch nicht. Der schaden für die Stadt Bad Bergzabern ist groß.
