Annweiler Vier Jahrzehnte Pizza, Pasta und Co.
In der Gastronomie vertreten ist der Name Vangelista schon seit den 1960er-Jahren. Pizza, Pasta und Co. standen damals aber noch nicht auf der Karte. Vater Angelo, der in den 50er-Jahren aus Sizilien nach Deutschland kam, machte und verkaufte Eis, wie seine Söhne erzählen. Eine Weile habe er unter anderem die US-Soldaten auf der Airbase in Ramstein mit der kühlen Leckerei versorgt. Irgendwann war das aber nicht mehr genug, Angelo und seine Frau Rosel hatten eine andere Idee. Sie wollten ein Ristorante eröffnen – was sie am 10. Juni 1983 taten. Mit dabei war damals auch Tochter Francesca.
Sie lebt mittlerweile mit ihrem Mann und drei Kindern in Sizilien, wo sie einen großen Olivenhain bewirtschaftet. Das Öl aus eigener Herstellung wird auch im Ristorante in Annweiler verkauft, in dem seit 2003 Claudio und Giuseppe die Chefs sind. Das Eiscafé betrieben die Vangelistas bis 2017, „dann wollten wir uns lieber auf das Ristorante konzentrieren“, erzählen die Brüder. Ihnen ist wichtig, zu betonen, dass Mutter Rosel als „gute Seele des Hauses“ lange Jahre mit dabei war. „Sie war immer für die Familie da“, sagen die beiden.
Lokal in vergangenen Jahren komplett renoviert
Über die vergangenen Jahre haben sie das Lokal komplett renoviert, meist im laufenden Betrieb. Es sei ja noch alles auf dem Stand von 1983 gewesen. „Wir haben schon Gas gegeben“, sagen sie. Ob es nicht schwierig ist, mit dem eigenen Bruder ein Geschäft zu führen? „Nein“, sagen Claudio und Giuseppe Vangelista klipp und klar. „Natürlich gibt es manchmal Diskussionen, ein bisschen wie in einer Ehe.“ Aber am Ende werde man sich immer einig.
Sieben Angestellte und sechs Aushilfen arbeiten mittlerweile im Familienbetrieb Da Angelo. Im Ristorante finden etwa 60 Personen Platz, im Nebenzimmer sowie im mediterranen Innenhof jeweils rund 30. Belegt sind die Stühle häufig alle – was auch an der treuen Stammkundschaft liegt. „Viele waren schon als kleine Buben und Mädchen mit ihren Eltern hier, heute kommen sie mit ihrem Nachwuchs“, erzählen die Vangelista-Brüder. Und mit Heiner Geißler hat auch ein bekanntes Gesicht einst regelmäßig vorbeigeschaut. „Der hat hier an seinen Memoiren geschrieben“, erzählen die beiden.
Warum die Deutschen gerne beim Italiener essen
Und wieso gehen die Deutschen so gerne zum Italiener essen? „Die Leute haben dort mehr Auswahl als anderswo“, sagt Giuseppe Vangelista. Er betont, dass das keine Kritik an anderen Lokalen sei. Aber deutsche oder griechische Lokale, um nur zwei Beispiele zu nennen, seien eher fleischlastig. Die Italiener dagegen würden Fischkultur, Salatkultur, Nudelkultur und vieles mehr vereinen. „Wir decken einfach alles ab“, sagt Vangelista. Auch Vegetarier und Veganer fänden zum Beispiel immer viel auf der Speisekarte.
Eine große Feier zum 40. Geburtstag wird es nicht geben. Geöffnet ist weiterhin ganz normal. Auf die eine oder andere Überraschung dürften sich die Gäste rund um den Geburtstag aber freuen, wie die Vangelista-Brüder ankündigen.