Offenbach
VG-Haushalt: Grundschulen werden zur Dauerbaustelle
Wobei ragt die Verbandsgemeinde Offenbach heraus?
Die Steuerkraft in der Verbandsgemeinde (VG) Offenbach ist im Vergleich zu den sechs anderen Verbandsgemeinden im Landkreis SÜW mit fast 29 Millionen Euro am höchsten. Heruntergebrochen auf die Anzahl der Einwohner sind das 2230 Euro pro Bürger. Auch deshalb kann die VG die Umlage kommendes Jahr senken. Heißt: Die Gemeinden haben dadurch mehr finanzielle Spielräume, weil sie einen geringeren Anteil an ihren Einnahmen an die VG abführen müssen.
Wie hoch ist die Umlage?
Die Ortsgemeinden müssen künftig 29,50 Prozent statt wie bisher 31 Prozent ihrer Einnahmen an die Verwaltung abführen. Und doch wird am Ende nicht weniger, sondern aufgrund der erhöhten Steuereinnahmen in den Gemeinden mehr Geld in der VG-Kasse sein. Bürgermeister Axel Wassyl vergleicht das Prinzip mit dem einer Wohngemeinschaft: Wenn alle Bewohner mehr Einnahmen generieren, kann jeder am Ende mehr Geld auf das gemeinsame Konto überweisen. Für Wassyl wurden im Bereich der Gewerbesteuer die Grundlagen für ein solides Wirtschaften im Jahr 2004 gelegt. Damals wurde ein Teil des Interparks in Offenbach zurückgekauft, sodass die Gemeinde die Grundstücke seither selbst vermarktet. Mit der Erschließung des neuen Gewerbegebietes Im Niedersand werden die Einnahmen aus Gewerbesteuer stabilisiert und erhöht.
Wie sieht es mit den Schulden aus?
Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Ende des Jahres 2024 von 434 auf 552 Euro steigen, sofern der Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro kommendes Jahr auch tatsächlich genommen wird. Diesen würde die VG zur Finanzierung ihrer geplanten Investitionen in Höhe von 3,2 Millionen Euro benötigen. Was die Verschuldung betrifft, liegt die Verbandsgemeinde Offenbach immer noch unter dem Landesdurchschnitt. Dessen jüngster Wert für Verbandsgemeinden in der Größenordnung von Offenbach stammt aus dem Jahr 2020. Damals lag dieser bei 830 Euro.
Worin möchte die VG Offenbach investieren?
Gerade für Arbeiten im Bereich der Grundschulen muss die VG ihr Portemonnaie weit aufmachen. Sie wird sich an der Erweiterung der Grundschule in Dammheim mit 750.000 Euro finanziell beteiligen. Die Sanierung des WC-Trakts der Grundschule Hochstadt ist gestrichen, weil aufgrund steigender Schülerzahlen ohnehin reagiert werden muss. An der Einrichtung soll angebaut werden, weshalb sich dann auch dem Thema Schultoiletten angenommen wird. Die Gesamtmaßnahme wird die VG etwa sechs Millionen Euro kosten. Auch in der Grundschule Essingen wird Platz geschaffen. Für dieses Projekt sind zunächst 250.000 Euro eingestellt, etwa drei Millionen Euro werden 2024 und in den Folgejahren insgesamt investiert. Auch der Bereich Brandschutz wird zur kostspieligeren Angelegenheit für die VG. Fast 900.000 Euro werden benötigt, um das Feuerwehrgerätehaus in Offenbach um eine Lagerhalle zu erweitern und das Gebäude an das kalte Nahwärmenetz der Gemeinde anzubinden, um sich dadurch beim Thema Heizen von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen. Des Weiteren sind 100.000 Euro für den Abbruch des alten Rathauses eingestellt, das eine neue Bestimmung erhalten soll.
Wie steht es finanziell um die VG?
Im Ergebnishaushalt gibt es eine Punktlandung. Dort ist ein leichtes Plus in Höhe von rund 23.000 Euro verzeichnet. Das heißt, dass Ein- und Ausgaben im Bereich Personal- und Sachkosten sowie Kosten für Bauunterhalt sich fast decken.
Wie sieht es mit dem Personal aus?
Auch die VG Offenbach wird personell wachsen. So werden zwei neue Posten in der Verwaltung geschaffen. Zum einen soll es eine neue Kraft im Bereich der Vergabestelle geben. Bedingt durch die vielen Bautätigkeiten in der VG bedarf es laut Wassyl mehr Personal, um all die Aufträge vergeben zu können. Zum anderen müsse im Bereich der Betreuenden Grundschule personell aufgestockt werden, was auf die höheren Schülerzahlen zurückzuführen ist.