Schwanheim / Hauenstein
Vermummter Mann soll Kinder verfolgt haben
Die Schwanheimer Eltern sind in Sorge. In den vergangenen Tagen ereigneten sich Vorfälle in der idyllischen Pfälzerwald-Gemeinde, die einen angst und bange werden lassen. Am Montag postete eine aufgewühlte Mutter eine Warnung bei Facebook, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Knapp 1300-mal wurde der Beitrag schon in dem sozialen Netzwerk geteilt. „Ich habe das getan, damit andere Eltern auf der Hut sind und die Augen aufhalten“, sagt die Mutter, die nicht namentlich genannt werden will, gegenüber der RHEINPFALZ.
Was ist passiert? Ihre zehnjährige Tochter und deren Freundin seien dreimal innerhalb einer Woche von einem vermummten Mann verfolgt worden, berichtet die Schwanheimerin. Am Sonntag hätten die beiden Mädchen am Radweg zwischen Schwanheim und Lug Verstecken gespielt. Dabei habe eines der Mädchen den Mann hinter einem Baum entdeckt. Der schwarz gekleidete Mann habe eine Sturmhaube getragen, sodass man nur Augen und Mund sehen konnte. „Sie haben sich schnell ihre Roller geschnappt und sind ins Dorf gefahren“, erzählt die Mutter. Als sie zwischendurch mal kurz anhielten, hätten sie den Mann erneut entdeckt. Er sei ihnen hinterhergerannt.
Mann auch am Hauensteiner Schwimmbad gesehen
Aufgeschreckt zu Hause angekommen, habe ihre Tochter ihr berichtet, dass die beiden den Mann bereits in der Woche zuvor am Hauensteiner Schwimmbad gesehen hätten. Da hätten sie sich aber nichts dabei gedacht und den Vorfall deswegen nicht erwähnt.
Am Montag seien die beiden Kinder auf dem Schwanheimer Spielplatz gewesen. Beim Schaukeln hätten sie den Mann wieder im Gebüsch gesehen, berichtet die Mutter. Doch weil er immer mit Haube unterwegs gewesen sei, könnten die Kinder ihn nicht näher beschreiben. Mittlerweile lasse sie ihre Tochter aus Angst nicht mehr alleine vor die Tür. Gleich am Sonntag habe sie die Polizei verständigt, am Montag nach der erneuten Sichtung noch einmal.
Zeugenhinweis führt zu Verdächtigem
Die Polizeiinspektion Dahn bestätigt auf Anfrage der RHEINPFALZ den Vorfall. „Wir haben den Hinweis von zwei Familien bekommen, dass eine Person Kinder verfolgt habe“, teilt der stellvertretende Dienststellenleiter Michael Flory mit und ergänzt: „Am Montag konnten wir eine verdächtige Person in Gewahrsam nehmen.“ Wie kam dies zustande? Hatte doch die Mutter angegeben, dass der Mann vermummt gewesen sei.
Laut Flory hat sich am Montag eine zweite Mutter bei der Polizei gemeldet.
Zunächst um 13.15 Uhr, nachdem ihr Kind beim Spielen auf dem Spielplatz einen Mann im Gebüsch entdeckt hatte. Dann noch einmal, rund zwei Stunden später. Auf dem Nachhauseweg sei der Mann erneut aufgetaucht. In dem Fall sei der Mann unmaskiert gewesen. Die Mutter habe ein Foto gemacht, dieses der Polizei übermittelt, die daraufhin einen Verdächtigen ausfindig gemacht habe, so Flory. Es sei aber noch nicht abschließend geklärt, ob die Meldungen der beiden Mütter im Zusammenhang stehen.
Verdächtiger in ärztlicher Behandlung
Wo der Verdächtige herkommt und wie genau die Polizei ihn ermitteln konnte, dazu könne er mit Blick auf dessen Persönlichkeitsrechte nichts sagen. Nach der polizeilichen Gewahrsamnahme sei der Mann in ärztliche Behandlung gekommen, erklärt Flory. Nun entscheide die Kreisverwaltung Südwestpfalz über das weitere Vorgehen. Denn Flory macht deutlich: „Es wurden keine strafbaren Handlungen begangen.“ Seine Kollegen hätten lediglich präventiv eingegriffen. Und er mahnt auch vor voreiligen Schlüssen: „Der Fall ist noch nicht 100-prozentig geklärt.“