Landau / SÜW
Verlängerte Außenbewirtung abgelehnt
Gerade im Sommer sind in Lokalen die Terrassenplätze beliebt. Dort lässt so mancher Gast gerne den Abend entspannt ausklingen. Bis 22 Uhr muss aber der Tisch wegen der Nachtruhe geräumt sein. Ausnahmen aber bestätigen die Regel. In der Stadt Landau beispielsweise ist das Ordnungsamt in dieser Angelegenheit kulant. In jüngster Zeit sind dort keine Anträge abgelehnt worden, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit.
In Zahlen ausgedrückt, können in Landau aktuell zwölf Gastronomen bis 23 Uhr eine Außenbewirtung anbieten. 19 Betrieben ist es zusätzlich erlaubt, ihre Gäste draußen bis Mitternacht zu bewirten. Diese Genehmigung gilt für freitags und samstags im Zeitraum von Mitte Mai bis Ende September. „In 38 Gastronomiebetrieben gibt es Außenbewirtung bis 22 Uhr“, teilt die Pressestelle der Stadt mit.
Ordnungsamt entscheidet
Wer die Kundschaft länger draußen sitzen lassen möchte, muss jedes Jahr eine Erlaubnis bei der Kommune einholen. Das Ordnungsamt entscheidet dann, ob diesem Wunsch stattgegeben werden kann. Die Behörde berücksichtigt bei ihrer Entscheidung, ob es im öffentlichen Interesse ist und ob bei der Lokalität bereits Ordnungshüter oder die Polizei vorbeischauen mussten, etwa wegen Lärmbelästigung.
So hatte bereits im Frühjahr in der Verbandsgemeinde Offenbach ein Gastronom wegen Beschwerden von Anwohnern keine Chance, die Terrasse länger geöffnet zu lassen. „Durch die Verwaltung wird nicht verkannt, dass in warmen Sommernächten manch ein Gast gerne länger sitzen und längere Außenbedienung genießen möchte“, heißt es in dem Ablehnungsbescheid. Jedoch befindet sich die Gaststätte in einem Wohngebiet. Durch die zu geringen Abstände zu den Nachbarn wurde die Gefahr von Ruhestörungen gesehen, weshalb die Verlängerung der Außenbewirtung nicht genehmigt wurde.
80 Sitzplätze auf der Terrasse
Nun müssen sich auch Birgit und Fernando Querido-Martins aus den gleichen Gründen von diesem Gedanken verabschieden, von Mai bis September vor allem freitags und samstags länger die Gäste draußen zu bedienen. In ihrem Lokal An der Weed in der Großfischlinger Hauptstraße müssen die Tische draußen nach wie vor um 22 Uhr abgeräumt sein. Der Gemeinderat hat die Anfrage abgelehnt. Dabei wollten sie diese Ausnahmegenehmigung nur, um den Gästen nicht zum Aufstehen zu bitten, wie die Familie auf Anfrage berichtet.
Denn 22 Uhr wird manchmal knapp, wie Birgit Querido-Martins berichtet. Mache Gäste kämen bewusst etwas später zum Abendessen, wenn die Temperaturen etwas zurückgegangen sind. Andere kehren nach einem Ausflug ein, der auch mal länger gehen könne. Vor Kurzem hatte sich wieder eine Gruppe wegen eines vorherigen Termins etwas verspätet. Statt um 20 Uhr saßen sie erst halb Neun am Tisch, weshalb etwas Zeitdruck herrschte. Für viele sei es dann keine Option, später in den Innenbereich des Lokals zu ziehen, berichtet Querido-Martins.
Und doch werden sich die Öffnungszeiten im Großfischlingen Restaurant schon bald ändern. Für Oktober kündigen die Betreiber an, dienstags bis samstags geöffnet zu haben statt wie bisher von Mittwoch bis Sonntag. „Das kommt daher, dass es für uns am Sonntag am schwierigsten ist, Mitarbeiter im Haus zu haben.“ Um personelle Engpässe künftig zu vermeiden, werden die Ruhetage anders gelegt. Denn außer Sonntag sei das Team trotz Fachkräftemangel in der Branche stets gut aufgestellt, sagt Birgit Querido-Martins.