Kreis Südliche Weinstraße Verkehrsexperte will sein Glück versuchen

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Gut, wenn ein Gemeinderat einen Fachmann in den eigenen Reihen hat. Rat war in der jüngsten Ratssitzung in Niederhorbach von Christoph Hupfer, Experte für Verkehrsplanung, zu zahlreichen Themen gefragt, die lange diskutiert wurden: Ampel an der B 38, Geschwindigkeitsbegrenzung in der Bahnhofstraße und Zeitlimit für Parkbuchten in der Hauptstraße.

Eine Ampel, die bei Bedarf gedrückt werden kann, möchte der Gemeinderat an der Bundesstraße 38, die am Ort nach Bad Bergzabern oder Ingenheim vorbeiführt und die Verbindung zu den Häusern in der Bahnhofstraße und zum Bahnhof in Kapellen-Drusweiler ist. Die Ampel soll die Überquerung der Fußgängerfurt in Höhe der Ortseinfahrt regeln. Wenn eine Ampel nicht möglich sei, soll die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden, wünscht sich der Rat. Eine Ortsbegehung mit Mitgliedern der zuständigen Behörden gab es im November 2014. Sowohl die Ampel als auch die von der Gemeinde gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung wurden abgelehnt. Zu wenig Fußgänger und zu wenig Fahrzeuge wurden unter anderem als Gründe genannt. „Es gibt keine Argumentation, warum Tempo 30 nicht geht. Und es gibt keine Mindestmenge an Verkehr, um eine Ablehnung zu begründen“, erläuterte Hupfer den Ratsmitgliedern. Gegen eine Realisierung der Ampelanlage spreche aus seiner Sicht auch nichts, ebenso wenig wie gegen Tempo 30 in der Bahnhofstraße, die nach Kapellen führt. Der Verkehrsexperte bot an, die verschiedenen Anliegen der Gemeinde zu begründen, um sie erneut den Behörden vorzutragen. Lange diskutiert wurde, ob das zweistündige Zeitlimit für das Parken in den Buchten in der Hauptstraße aufgehoben werden solle. Ergebnis: Die zeitliche Begrenzung bleibt, auch wenn sich der eine oder andere nicht daran hält. „Es ist die persönliche Risikoabschätzung, die jeder treffen muss, weil kontrolliert werden kann“, sagte Christoph Hupfer dem Ratsgremium. Einstimmig verabschiedet wurde eine Projektidee für das Leader-Programm Pfälzerwald plus. Das Programm unterstützt die nachhaltige und attraktive Entwicklung von Gemeinden. Geplant ist in Niederhorbach ein Treffpunkt für Bürger südlich der gerade im Bau befindlichen Dorfgemeinschaftshalle auf dem rund 450 Quadratmeter großen Gelände, das zum Hirtenbach führt. Die Renaturierung des Hirtenbachs mit Sitzgelegenheiten am Bach, Spiel- und Erlebnismöglichkeiten für Kinder, eine Boulebahn und ein gemauerter Backofen für Brot und Flammkuchen sind unter anderem geplant. Über das Leader-Programm ist eine Förderung von bis zu 70 Prozent möglich. Vertagt wurde die Beratung über den Friedhof, speziell die Ausweisung von Urnengräbern. Im August 2012 sei der Gestaltung eines Platzes für Urnenbestattungen, die Landschaftsarchitektin Bettina Krell geplant habe, zwar zugestimmt worden, aber wegen der derzeit hohen Ausgaben könne dieser Plan zurzeit nicht umgesetzt werden, sagte Ortsbürgermeister Walter Hoffmann. Veranschlagt sind für die Gestaltung rund 115.000 Euro. Beschlossen wurde die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Um auch Bürger in den Bau- und Planungsausschuss wählen zu können, wurde die Hauptsatzung der Gemeinde geändert. Künftig hat der Ausschuss vier statt bisher drei Mitglieder. (pfn)

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