Maikammer
Verkehrschaos auf der Kalmit: „Als gäbe es oben Gratis-Schorle“
Barbara Späth, Wanderführerin aus Maikammer, hat am Dienstag aufgegeben. Nach einer Stunde im Stau auf der Kalmitstraße kehrte sie um, ohne auch nur einen Schritt in den Wald gesetzt zu haben. „Auf der Stichstraße zur Kalmit hoch ging gar nichts mehr“, erzählt sie am Mittwoch. Der Parkplatz oben war völlig überfüllt, so mancher Fahrer versuchte, im Stau zu wenden, andere gerieten beim Ausweichen in den Schneematsch am Straßenrand. „Als gäbe es oben Gratis-Schorle“, sagt Späth.
Tatsächlich gab es oben am Kalmithaus höchstens mitgebrachte Getränke. Doch der Schnee und die gelegentlich durchscheinende Sonne lockten Besucher aus der nahen und fernen Umgebung auf den höchsten Gipfel des Pfälzerwalds. Schließlich haben viele in diesen Tagen frei, und ein Spaziergang durch die Städte hat angesichts geschlossener Läden nicht viel zu bieten. Die Kennzeichen der Autos verraten, dass die Kalmit Besucher aus der gesamten Region von Heidelberg, Mannheim bis Germersheim und Karlsruhe anzieht.
Die Polizei war bereits an den Weihnachtstagen auf den Straßen zu dem Wandergebiet im Einsatz, nicht zuletzt deshalb, weil viele Autos verkehrsbehindernd geparkt waren. Problematisch war die Situation vor allem deshalb, weil im Notfall auch Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge nicht durchgekommen wären.
Entlang der Stichstraße zum Kalmitparkplatz sei der rechte Straßenrand nun mit einem Flatterband abgesperrt worden, damit dort niemand mehr parkt, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Edenkoben, Michael Baron. Am Mittwoch sei die Situation denn auch entspannter gewesen, obwohl der Parkplatz bereits um halb neun voll gewesen sei. Baron appelliert an die Autofahrer, darauf zu achten, dass die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge stets offen bleibt. „Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf die schnelle Ankunft von Feuerwehr und Rettungsdiensten angewiesen zu sein.“
Auf die Verkehrsprobleme hatte am Wochenende auch die Feuerwehr St. Martin via Facebook aufmerksam gemacht: „Wir wissen alle, wie schön es bei uns im Wald ist und verstehen auch, dass viele auf die Kalmit oder zur Hohen Loog wollen. Lasst bitte die Zufahrts-/Waldwege frei, stellt euch nicht wahllos einfach auf die Straßen hoch auf die Parkplätze.“
Barbara Späth hat darüber hinaus noch ein paar Tipps: Entweder sehr früh zum Spaziergang starten. Oder einen weniger überfüllten Gipfel wählen. Zum Beispiel den Hochberg mit 635 Metern, erreichbar ab St. Martin – direkt vom Ort aus oder vom Sandwiesenweiher, wie die Wanderführerin empfiehlt. „Dann klappt’s auch mit dem Parkplatz.“
Noch ein paar Tipps für Ortsfremde: Wanderkarte mitnehmen, Weg und Markierungen aussuchen, am besten auch den Mobilfunkempfang prüfen. Dann verläuft man sich auch nicht – wie eine Familie, die die Feuerwehr am 27. Dezember im Kalmitgebiet im Dunkeln suchen musste.