Kreis Südliche Weinstraße Unter neuem Kommando

Bad Bergzabern. Ab kommenden Dienstag ist Wolfgang Eder offiziell der neue Leiter des Elektronikzentrums der Bundeswehr in Bad Bergzabern. Der Oberstleutnant löst damit seinen Vorgänger Rudi Wintergerst ab, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren dem größten Ausbildungsbetrieb im Kreis vorstand.
Übernehmen wird Eder einen Standort der Bundeswehr, an dem elektronische Geräte und Systeme repariert werden. Beschäftigt sind in Bad Bergzabern 250 zivile Mitarbeiter und 17 Soldaten, dazu werden jährlich fast 100 Lehrlinge zu Elektronikern für Geräte und Systeme ausgebildet und viele nach der Lehre übernommen, in diesem Jahr war es seit Langem wieder der ganze Jahrgang. Das Elektronikzentrum in der Südpfalz ist das einzige, das die Bundeswehr unterhält und aller Sparzwängediskussionen zum Trotz auch weiterführen will. Erst im vergangenen Jahr war der damalige Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere vor Ort, um sich über die Arbeit des Stützpunktes zu informieren. Der 1960 in Bottrop geborene neue Leiter freut sich auf die ihm bevorstehenden Aufgaben, auch wegen des Standorts. „Es ist seit vielen Jahren mein Wunsch, in der Nähe von Mannheim zu sein, daher ist es schön, dass ich jetzt in Bad Bergzabern bin“, sagt Eder. Denn seine Familie, er hat 1993 geheiratet und zwei Kinder, hat immer in Mannheim gewohnt, trotz unterschiedlichster Standorte, an denen der Familienvater eingesetzt wurde. Unter anderem war er Kompaniechef in Walldürn im Odenwald, stellvertretender Bataillonskommandeur in Neustadt am Rübenberge und Stabsoffizier an der Offiziersschule des Heeres in Dresden. Seine Entscheidung, bei der Bundeswehr zu bleiben, fällt als er im Alter von 18 Jahren den Grundwehrdienst ableistet. Zuvor hatte er eine Lehre als Betriebsschlosser im Bergbau beendet und noch ein Jahr in diesem Beruf gearbeitet. Er verpflichtet sich, zunächst für vier, dann für 15 Jahre, schlägt die Offizierslaufbahn ein und studiert an der Universität der Bundeswehr Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik. Seit drei Wochen ist er jetzt in Bad Bergzabern, um sich in seine neue Aufgabe einzuarbeiten. „Ich habe einen sehr guten Eindruck“, sagt er. Erwarten werden ihn einige Herausforderungen. Die „gewaltige Weiterentwicklung“ des elektronischen Geräts, gerade im Bereich der Kommunikation, erfordere zusätzliche Ausbildungen, Weiterbildungen und Betriebsmittel. „Die Arbeitsanforderungen haben sich geändert und werden sich weiter ändern“, sagt Eder. Zudem wird die Umstellung auf ein neues internes Betriebssystem auf ihn zukommen. Schließlich sei da auch noch die Sanierung diverser Gebäude, die sich in der Vergangenheit reichlich zäh gestaltete, womit auch schon sein Vorgänger zu kämpfen hatte. Die neue Instandsetzungshalle übernimmt er als dritter Leiter im Rohbau. In seiner Freizeit will er Land und Leute, auch im benachbarten Elsass, kennenlernen, sagt der begeisterte Motorradfahrer und Sportler. Er hat angefangen, seine Französischkenntnisse zu verbessern. „Ich kann mir vorstellen, die sechs Jahre bis zur Pensionierung hier zu bleiben.“ „Es war einfach schön in Bad Bergzabern, vor allem der Umgang mit den Pfälzern“, sagt Rudi Wintergerst, der nur noch wenige Tage offiziell im Amt ist. Er wird in der Südpfalz bleiben, er hat sich in Rheinzabern niedergelassen, um den neuen Lebensabschnitt zu genießen. (pfn)