Schweigen-Rechtenbach
Traum zerplatzt: Pächter des Restaurants am Weintor gibt auf
Das Restaurant „Deutsches Weintor“ ist eine Traumlocation direkt an der französischen Grenze, am Beginn der Deutschen Weinstraße. Mit einem Traum ist im März vergangenen Jahres auch Manfred Klug angetreten, um frisch und regional für die Gäste zu kochen und sie mit einem breiten kulinarischen Spektrum vor atemberaubender Kulisse zu verwöhnen. Er hat damals vom „großen Potenzial“ des Restaurants geschwärmt. Das Restaurant bietet rund 50 Gästen Platz. Der große Saal mit einem weiten Blick ins Elsass, der für Tagungen, Feiern und andere Events genutzt wird, fasst mehr als 100 Personen. Dazu kommen zwei Außenbereiche: ein an das Restaurant und dessen Küche angegliederter mit rund 150 Sitzplätzen und eine Sommerküche im Innenhof des Gebäudekomplexes, in der ebenfalls mehr als 100 Gäste mit Flammkuchen, Currywurst oder Burger bewirtet wurden. Warum also gibt Manfred Klug auf?
„Der Umsatz hat gefehlt“, bringt es der Gastronom auf einen kurzen Nenner. Insbesondere die Monate März bis Juni dieses Jahres hätten ihm finanziell das Genick gebrochen. „Das Wetter war schlecht, bei sieben Grad im Mai setzt sich keiner raus, ich konnte den Außenbereich kaum nutzen“, sagt er. Und allein vom Restaurant mit seinen rund 50 Plätzen könne er nicht leben. Die vier Monate finanzielles Defizit vom Frühjahr habe er nicht mehr aufholen können, erklärt Klug. Auch nicht mit Eigenkapital im niedrigen sechsstelligen Bereich, das er zusätzlich investiert habe.
50.000 Euro Ausgaben im Monat
„Ohne dass auch nur ein Gast da war, hatte ich rund 20.000 Euro Kosten im Monat, ohne Personal“, erzählt Klug. Allein Energiekosten, Strom und Gas, beliefen sich auf gut 7000 Euro, die Müllentsorgung auf 1000 Euro, zudem musste ein Hausmeister bezahlt werden. Über die Höhe der Pacht – das Restaurant gehört der Genossenschaft Deutsches Weintor – spricht Manfred Klug nicht. Mit Personal und bei voll laufendem Betrieb sei er auf Kosten bis zu 50.000 Euro im Monat gekommen, sagt er. Wobei die Personaldecke von vier bis zu 15 Mitarbeitern je nach Auslastung der Kapazitäten geschwankt habe. Die vier Hotelzimmer, die zum Deutschen Weintor gehören und sich im selben Gebäude befinden, hat Manfred Klug nicht vermietet. „Ich hätte dann bei Vollauslastung der Zimmer für acht Personen ein Frühstücksbuffet bereitstellen müssen, das hätte sich nicht gelohnt“, begründet er seinen Entschluss.
Klugs Eigenkapital ist jetzt weg. Wie es für ihn weitergeht, weiß der Koch. Der Gastronomie kehrt er den Rücken. „Ich arbeite wieder in meinem zweiten Beruf als Schreiner und muss zusehen, dass ich meine Finanzen in Ordnung bringe“, sagt er.
Beraterfirma sucht nach neuem Pächter
Der geschäftsführende Vorstand der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor, Frank Jentzer, ist nicht sehr auskunftsfreudig. Das Restaurant gehört der Genossenschaft seit 2007. Ende des Jahres laufe die Pacht von Manfred Klug aus, sagt er auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Interessenten gebe es, und er sei guter Dinge, dass das Restaurant am Deutschen Weintor weiter verpachtet werden kann. „Wenn es nicht gleich im Januar öffnet, dann im Februar“, sagt Jentzer. Zur Höhe der Pacht möchte auch er sich nicht äußern, das sei „Betriebsgeheimnis“.
Die Suche nach einem neuen Pächter und eine Vorauswahl übernimmt die Firma cbg aus Bad Kreuznach. Sie berät Betriebe in Gastronomie und Hotellerie und unterstützte die Winzergenossenschaft bei dieser Aufgabe schon in der Vergangenheit.