SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Tipps von SÜW-Behörde: Wie sollte man sich bei Corona-Symptomen verhalten?

Corona-Tests sind durch Rachenabstriche möglich.
Corona-Tests sind durch Rachenabstriche möglich.

Im Landkreis hat sich am Donnerstag ein erster Corona-Verdacht bestätigt. Es wird nicht der letzte Fall an der Südlichen Weinstraße bleiben. Die Verunsicherung macht sich vor allem in Krankenhäusern und Arztpraxen bemerkbar. Viele Menschen müssen jedoch Geduld haben, bis sie medizinischen Rat bekommen. Wie sollte man sich verhalten, wenn sich Corona-Symptome zeigen?

Phil Johnson wäre nicht der erste Corona-Patient aus dem Landkreis Südliche Weinstraße. Er könnte aber der zweite werden. Bislang war es dem Herxheimer nicht möglich, sich testen zu lassen. Er war ab Mitte Februar auf Teneriffa, wo er Kontakt mit italienischen Touristen hatte. Seine Reise ging danach noch weiter nach Marokko. Am 6. März war Johnson zurück in Herxheim. Dann zeigten sich bei ihm Symptome, die Corona-Patienten haben können, wie er der RHEINPFALZ erzählt.

„Samstags hatte ich Kopfschmerzen, mir lief die Nase. Am Sonntag war ich bettlägerig, hatte Muskelzucken in den Beinen und Fieber. Am Montag dazu noch Schüttelfrost und trockenen Husten und ein brennendes Gefühl im Gesicht.“ Ab Dienstag seien die Beschwerden zum Glück abgeklungen. Weil der Chef ihn lieber nicht bei der Arbeit sehen wollte, erkundigte Johnson sich bei seinem Hausarzt telefonisch nach einem Krankenschein – und nach einem Coronatest. Sein Arzt sagte ihm, er solle bei der Infonummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz anrufen. Die ist jedoch aufgrund der vielen Anfragen zurzeit überlastet.

Vom Arzt zur Infonummer und zurück

Johnson probierte es daraufhin beim Gesundheitsamt in Landau. Unter der Rufnummer 06341 940555 habe er eine „nette und professionelle Gesprächspartnerin bekommen. Die hat mir dann erzählt, dass es leider keine Testmöglichkeit in meiner Nähe gibt, zentrale Anlaufstellen erst noch in Planung sind. Ein Test wäre zurzeit nur bei meinem Hausarzt möglich. Und damit war der Kreis geschlossen.“ Bei einer weiteren Rückfrage beim Hausarzt erhielt Johnson abermals den Hinweis, er solle bei der 116117 anrufen, erzählt er. Ein offenbar immer wiederkehrendes Erlebnis. Wie kann das sein?

Heiko Pabst, Referent von Landrat Dietmar Seefeldt, bestätigt, dass Johnson mit der Situation richtig umgegangen sei. „Tests sind zurzeit beim Hausarzt oder über die Gesundheitsbehörde möglich.“ In beiden Fällen muss zunächst angerufen werden. Aufgrund der Überlastung seien längere Wartezeiten nur schwer zu vermeiden. Wichtig sei es, bei geringfügigen Symptomen die Ruhe zu bewahren.

Wegen leichten Hustens nicht direkt zum Arzt

„Natürlich ist die Angst in der Bevölkerung nachvollziehbar. Aber wegen einem leichten Husten oder einem Kratzen im Hals sollte momentan keiner zum Arzt rennen. Dafür sind die Tests nicht gedacht.“ Wer ernsthafte Symptome hat und mit einem Erkrankten in Berührung gekommen ist, solle beim Gesundheitsamt anrufen. „Wer nicht durchkommt, soll eine E-Mail an gesundheitsamt@suedliche-weinstrasse.de schreiben, in der die Situation kurz beschrieben ist und Kontaktdaten beigefügt sind.“ Betroffene würden dann schnellstmöglich zurückgerufen, sagt Pabst.

Damit die Tests bald zahlreicher und schneller verfügbar sind, entsteht auf dem neuen Messegelände in Landau gerade ein zentrales Diagnosezentrum. Es soll kommende Woche in Betrieb gehen, einen genauen Starttermin gibt es noch nicht. Die Tests werden dann wie bei einem Drive-in-Schalter eines Schnellrestaurants funktionieren: Der Patient fährt mit dem Auto zur Anlaufstelle, kurbelt die Scheibe runter und macht im Fahrzeug einen Rachenabstrich.

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