Herxheim Therapeutisches Reiten gerettet

Die Dr.-Franz-Daniel-Halle in Herxheim wird abgerissen. Auf dem Gelände wird die Caritas ein neues Schulgebäude bauen.
Die Dr.-Franz-Daniel-Halle in Herxheim wird abgerissen. Auf dem Gelände wird die Caritas ein neues Schulgebäude bauen.

Die Zukunft des Therapeutischen Reitens in Herxheim ist gesichert. Zwar muss die Reithalle des Vereins abgerissen werden, doch der hat woanders Unterschlupf gefunden. Bei den Pferden tut sich auch was.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wird es auch künftig in Herxheim ein Angebot der Aktionsgemeinschaft Therapeutisches Reiten für Menschen mit Behinderung geben. Der Verein werde Reithalle und Gelände des Renn- und Reitvereins Herxheim mitnutzen können. „Wir werden dort Therapiezeiten bekommen“, sagte Vereinsvorsitzender Manfred Olbrich dieser Tage. Wenn es die Corona-Bedingungen zulassen, sollen dort bereits Ende März wieder Therapiestunden angeboten werden. Vier Therapeuten stehen bereit. „Das Therapeutische Reiten ist gerettet. Aber unsere Halle ist Geschichte“, so Olbrich.

Laut Olbrich stehen die beiden Pferde, die auf dem Gelände der Aktionsgemeinschaft rund um die Dr.-Franz-Daniel-Halle ihr Gnadenbrot erhielten, derzeit auf einem Hof in Insheim. Deren Versorgung übernehme die Lebenshilfe, so der Vereinsvorsitzende. Die beiden anderen Pferde wird die Lebenshilfe Olbrichs Angaben zufolge verkaufen. Das Therapiepferd der Aktionsgemeinschaft werde wieder eingesetzt. Aber es solle ein zweites Pferd hinzukommen. Damit sich der Verein ein solches Tier leisten und es ein Jahr ohne Kostendruck versorgen kann, hat Johannes Eisinger, Geschäftsführer der Rehamed GmbH in Herxheim, 10.000 Euro an die Aktionsgemeinschaft gespendet, wie es in der Pressemitteilung heißt. Herxheims Ortsbürgermeisterin Hedi Braun (WG Hedi Braun) hat demnach 1000 Euro von ihrem privaten Geld an den Verein für den Kauf und die Versorgung des Therapiepferds gespendet.

Reithalle wird für Schulneubau abgerissen

Über Monate stand die Zukunft des Therapieangebots in Herxheim auf der Kippe. Nachdem die RHEINPFALZ Mitte des vergangenen Jahres erstmals über das drohende Aus der seit 40 Jahren bestehenden Institution berichtet hatte, entzündete sich im Ort und über dessen Grenzen hinaus eine hitzige Debatte, in die sich auch die Politik einmischte. Auslöser sind Pläne der Caritas: Die kirchliche Einrichtung wird einen Neubau für ihre Förderschule auf jenem Gelände errichten, auf dem die Reithalle der Aktionsgemeinschaft steht. Diese soll daher abgerissen werden. Das Areal gehört der Caritas. Die hatte mehrfach betont, ein anderes Grundstück komme für den Neubau nicht infrage.

Die frühere Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Marina Hoffmann, hatte daraufhin verkündet, der Verlust der Halle bedeute auch das Aus für die Therapie, weil die in dieser Form woanders nicht umsetzbar wäre. Die Aussagen hatten zu deutlichem Widerspruch und auch Kritik geführt. Olbrich, er ist auch Gründungsmitglied der Aktionsgemeinschaft, warf Hoffmann unter anderem einen „kommunikativen Alleingang“ vor. Der Vorstand des Vereins sei über diesen Schritt nicht informiert gewesen. „Der Lebenshilfe wäre es am liebsten gewesen, der Verein hätte sich aufgelöst“, sagte Olbrich diese Woche.

Lebenshilfe nicht mehr an Bord

Hoffmann kandidierte bei der Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft im Herbst vergangenen Jahres schließlich nicht mehr als Vorsitzende, Olbrich wurde zu ihrem Nachfolger bestimmt. Die Lebenshilfe zog sich aus der Aktionsgemeinschaft zurück. Zum Verständnis: Hoffmann war nicht nur Vorsitzende des Vereins, sie ist auch Vorsitzende der Lebenshilfe und Geschäftsführerin der Südpfalzwerkstatt. Letztere hatte im Auftrag der Aktionsgemeinschaft seit 2011 das Angebot für Menschen mit Behinderung in Herxheim unterhalten. Der Vereinsvorstand der Aktionsgemeinschaft entschied nach den Veränderungen an der Spitze, wieder selbst eine Reittherapie anzubieten. Das wird nun Wirklichkeit werden – in Herxheim.

Info

Wer sich für das Therapieangebot der Aktionsgemeinschaft in Herxheim interessiert, kann sich bei Manfred Olbrich per E-Mail an info@therapeutischesreiten-herxheim.de melden.

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