Kreis Südliche Weinstraße Tanz der Polizisten
„Fast ein Jahr haben die Vorbereitungen gedauert, um Bundespolizisten und Bürger der Region zu einem Ball einladen zu können“, erzählt Michael Koch-Erlenwein. Es ist der erste, seit die Bundespolizei 1993 nach Bad Bergzabern kam. Heute sind rund 500 Beamten hier stationiert und seit Kurzem ist auch ein Teil der Ausbildung vor Ort. „Die Bürger sollten die Polizisten auch mal ohne Uniformen kennenlernen, von den Gästen dürfte ungefähr die Hälfte von der Bundespolizei sein“, sagt Koch-Erlenwein mit Blick über den Saal, in dem sich alle an den Wunsch der Veranstalter gehalten haben, Abendkleidung zu tragen. Den Leiter der Bundespolizeiabteilung, Hans-Josef Roth, entschuldigte er wegen einer privaten Verpflichtung. Zum Erfolg des Abends trug unbestritten die Big Band Royal des Alfred-Grosser-Schulzentrums bei, für die diese Veranstaltung eine Premiere war. „Es sollte wieder große Bälle mit Big Bands geben“, schwärmte Peter Kusenbach, musikalischer Organisator des Abends und Leiter des Big Band, angesichts der den ganzen Abend gut gefüllten Tanzfläche und der sichtlich begeisterten Tänzer. 30 neue Titel haben die jungen Leute in den vergangenen Monaten einstudiert, um ein großes Repertoire bieten zu können. „Das Wort Ball zieht uns magisch an“, sagt ein Paar aus Landau, das seit 15 Jahren im dortigen Tanzsportclub tanzt und, wie der Ehemann verrät, zu den Senioren IV, also älter als 65 Jahre gehört. „Wir genießen den Abend auch wenn wir wenig Zeit haben“, erzählt die Bundespolizeibeamtin Judith Kuha, an diesem Abend mit Petticoat und Tupfen im Stil der fünfziger Jahre. Auf Grund der unterschiedlichen Einsätze sehe sie ihren Mann, der ebenfalls bei der Bundespolizei ist, in letzter Zeit sehr selten. Dass die Bundespolizisten am Limit arbeiten und private Beziehungen oft zurückstellen müssen, ist kein Geheimnis. Sie hätten sich die Zeit aber trotzdem genommen, den Ball zu besuchen und den kleinen Moment der Entspannung zu genießen, sagt Judith Kuha. „Ich finde es ganz toll und das Programm ist schön“, sagt ihre Kollegin Jasmin Kunz-Blattner. Zum Unterhaltungsprogramm gehörten „Mr. Black und Ursula“. Die klassische Zauberkunst von Mr. Black ließ Tauben, Hühner, Hasen oder eine Ente aus Zeitungen oder Tüchern auftauchen oder sich „wieder in Luft auflösen“. Für viel Vergnügen sorgte auch Stephan Blinn mit seinem Varietépuppenspiel, mit dem er internationale Auftritte hat. Er präsentierte „Artisten aus drei Nationen und vier Holzarten“. Meisterlich und mit viel Humor geführt traten „Elvis, Josephine Baker, ein Kosakentänzer und ein Fahrradequilibrist auf“ und das Publikum staunte über die Fingerfertigkeit des Puppenspielers. „Tanzen verbindet, ich freue mich, dass so viele Bürger da sind, es ist ein toller und gut organisierter Abend“, war das Lob von Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig, der mit seiner Frau die Gelegenheit nutzte, das Tanzbein zu schwingen. Das Lob von Michael Koch-Erlenwein galt den Geschäftsleuten Bad Bergzaberns, die mit ihren Anzeigen im eigens gedruckten Programm „wesentlich“ zur Finanzierung des Abends beigetragen hätten. Dafür gab es auch ein Lob vom Vorsitzenden des Werbekreises, Bernd Malysiak. Er hätte sich aber für eine solche Veranstaltung mehr „Herzblut“ gewünscht. „Es sind gerade mal vier Geschäftsleute da“, sagt er. Koch-Erlenwein kündigte, auch mit einem Dank an das Culinarium, dass für die Bewirtung gesorgt hatte, an, dass der Bundespolizeiball künftig jedes zweite Jahr stattfinden soll. (pfn)