Bad Bergzabern
Tag der offenen Tür bei Bundeswehr und Bundespolizei
Nur einmal in fünf Jahren hat die Öffentlichkeit Zutritt zu den Einrichtungen der Bundespolizei und Bundeswehr. Die Bundeswehr ist in diesem Jahr 60 Jahre am Standort in der Kurstadt, die Bundespolizei 35 Jahre. Rund 850 Menschen arbeiten dort in unterschiedlichen Bereichen für die Sicherheit des Landes. Die Allermeisten wohnen in der Region. 450 davon werden am Sonntag im „Einsatz“ sein.
Die Bundespolizei war unter anderem gerade beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau und bei der Tour de France, im vergangenen Jahr bei der Vermisstensuche im Ahrtal. Und sie wächst. „Mit 150 Personen haben wir derzeit die höchste Zahl an Auszubildenden, zu den drei Hundertschaften kommt im nächsten Jahr eine weitere hinzu, dazu haben wir eine 70-köpfige Unterstützungseinheit“, informiert der Leiter der Bundespolizei, Michael Sziele.
Auch Panzer zu bestaunen
Rund 250 zivile Beschäftigte arbeiten in den Werkstätten des Elektronikzentrum in der Kapellerstraße. Übrigens das einzige seiner Art in Deutschland. Hier wird die Elektronik von Kriegsgeräten repariert – außer des Flugverkehrs. Die unterschiedlichen Fachbereiche werden sich beim Tag der offenen Tür vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. „Wir wollen, dass die Bürger eine große Einrichtung trotz der dramatischen Lage in der Ukraine auch von innen zu sehen bekommen“, sagt der stellvertretende Leiter des Elektronikzentrums, Oberstleutnant Jürgen Gründer. Denn das Elektronikzentrum setzt auch die Depotbestände der Bundeswehr instand, aus denen die Ukraine beliefert wird.
Bei der Geräte- und Fahrzeugschau sind unter anderem eine Panzerhaubitze 2000 und ein Kampfpanzer Leopard zu sehen. Ein Panzer wird diesmal nicht über die Straßen rollen, kündigt Gründer an. Grund dafür ist die Aufregung vor einigen Monaten, die ein Panzer verursacht hatte, der zu Probezwecken auf Südpfälzer Straßen nach Bad Bergzabern gefahren war. Die Bundeswehr bekomme zwar einen Panzer zur Instandsetzung der Waffenelektronik, dieser werde aber mit einem Schwerlasttransporter gebracht, so Gründer. Musikalisch unterhalten werden die Besucher unter anderem vom Heeresmusikcorps Ulm, dem Bundespolizeiorchester, dem Musikcorps der Bundeswehr, der Big Band der Kreismusikschule und der Jazzcombo.
Virtuelle Bootsfahrt
Die Vorbereitungen seien aufwendig, sagt Hauptmann Thomas Waidmann, der den Tag für die Bundeswehr seit einem halben Jahr vorbereitet – nun schon zum fünften Mal. „Zwischen 7000 und 9000 Besucher waren immer da“, sagt er. Über das gesamte Areal verteilt gibt es nicht nur Infostände, unterschiedlichste Fahrzeuge, Kinderanimationen und Verpflegung für die Besucher. An vielen Stellen wird auch Action gezeigt. Die Bundespolizei führt zum Beispiel den Einsatz eines Wasserwerfers vor, der bei Bedarf auch für Abkühlung sorgt. Verschiedene Einsatzszenarien werden gezeigt, virtuell kann man unter anderem mit dem Polizeiboot fahren.
„Das Virtuelle haben wir zum ersten Mal, darauf bin ich selbst gespannt“, sagt Sziele. Die deutsch-französische Einheit bringt einen Alpine mit, ein schnelles Fahrzeug für besondere Einsätze. Zum ersten Mal steigt auch zeitgleich die Panther Challenge, bei der sich 99 an der Bundespolizei interessierte junge Leute drei Tage lang im Trainingslager auf dem Gelände beweisen können – laut Bundespolizei das härteste Schülerpraktikum Deutschlands. RHEINPFALZ-Redakteurin Judith Hörle wird einen Tag aktiv dabei sein und berichten.
Ablauf
Am Sonntag sind ab 9 Uhr die Eingänge zum Gelände am Haupteingang Kapellerstraße und in der Breslauerstraße geöffnet, die Besucher müssen mit Sicherheitskontrollen rechnen, die Eingänge sind videoüberwacht. Um 9.30 Uhr beginnt der Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst, die offizielle Eröffnung ist um 10.15 Uhr mit Staatssekretär Alexander Schweitzer und dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundestag, Thomas Hitschler. Für die Besucher stehen die fußläufig erreichbaren Parkplätze der Supermärkte zur Verfügung. Den Flyer mit allen Veranstaltungen und eine Festschrift gibt es an den Eingängen, der Flyer kann dort auch als App heruntergeladen werden.