Kreis Südliche Weinstraße Straßensprengung mal anders

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Beim Anblick des immensen Schadens waren sowohl die Anlieger, Passanten als auch auch die Mitarbeiter der zuständigen Stadtwerke Bad Bergzabern baff. Die RHEINPFALZ war mit Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Müller vor Ort. „So etwas habe ich auch noch nie gesehen“, sagt Müller, der beruflich viel mit Wasserrohrbrüchen zu tun hat. Das „Epizentrum“ liegt im oberen Teil der Straße, in der der Asphalt auf rund 15 Metern teils massiv aufgebrochen ist, die Randsteine des Bürgersteigs haben sich gewölbt oder liegen kreuz und quer am Straßenrand. Die Wassermassen, die an einer noch unbekannten Stelle ausgetreten sind, haben den Asphalt zum Platzen gebracht und die Unterschicht der Straße, ein Gemisch aus Sand und Steinen, herausgespült, ein riesiges Loch ist entstanden. Die Geröllmassen wurden bis zur Ecke Zeppelinstraße gespült, wo jetzt gerade ein Bagger mit den Aufräumarbeiten beginnt. „Wir haben heute morgen einen Anruf bekommen, dass ungeheure Wassermassen die Straße herunter schießen und waren kurz danach vor Ort“, erzählt Müller und zeigt auf dem Handy ein kleines Video, das er gemacht hat. Über die ganze Breite und teils über die Vorgärten schoss Wasser die abschüssige Straße hinunter. Man habe versucht, die Gullydeckel zu öffnen, aber das hätte bei diesen Mengen Wasser nichts genützt. Auf der Wasserleitung mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern, die vom höher gelegenen Hochbehälter „Festplatz“ gespeist wird, ist ein Druck von zirka 6,5 bar. Ein Auto, das an der am schlimmsten betroffenen Stelle geparkt hatte, habe im letzten Moment noch weggefahren werden können, „so konnte hoher Schaden verhindert werden“, erzählt Müller. Die Stadtwerke haben als erste Maßnahme natürlich das Wasser abgestellt. Die Haushalte, einschließlich der Altenbergschule, konnten in kürzester Zeit über eine andere Leitung versorgt werden, die Altenbergschule hätte sonst aus hygienischen Gründen die Schüler nach Hause schicken müssen. „Ein Haus konnten wir noch nicht versorgen, aber ich denke, das bekommen wir bis am Abend hin“, gab sich Müller zuversichtlich. Er schätzt, dass die Straße auf 30 bis 40 Metern unterspült ist. Dass die Leitung defekt ist, ist klar, wo die Stelle genau ist, noch nicht. „Zurzeit haben wir viel mit Wasserrohrbrüchen zu tun, ob es an der Hitze liegt, kann ich nur mutmaßen“, sagt Müller. Rund 100 Kubikmeter Wasser fließen aus dem Hochbehälter stündlich in diese Leitung. „Nach unseren Messungen waren es nach dem Rohrbruch 400 Kubikmeter pro Stunde, die einen enormen Druck aufgebaut und schließlich die Straße gesprengt haben“, lautete die Erklärung des Fachmanns. Wie groß der Schaden ist, kann er noch nicht sagen. Seine erste Schätzung liegt bei rund 30.000 Euro, die die Stadtwerke übernehmen müssen. Das betroffene Teilstück der Gustav-Samuel-Straße bleibt bis auf weiteres gesperrt. „Die Baufirma rückt am Nachmittag an“, so Müller, der selbst darauf gespannt ist, wo das Rohr gebrochen, geplatzt oder aufgerissen ist. (pfn)

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