Kreis Südliche Weinstraße Stadtrat: „Engel“ sanieren

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Es gab Neuigkeiten in der Stadtratssitzung am Donnerstag: Ein Supermarkt auf dem Gelände des Blumengeschäfts Pfeiffer nahe dem Schloss ist vom Tisch und für das Gasthaus „Zum Engel“ soll ein museales Gesamtkonzept mit dem Arbeitstitel „Museumsbistro“ erstellt werden. Auch ist ein Supermarkt auf dem Pfeiffer-Gelände vom Tisch.

Den Stand der Stadtentwicklung stellten Stadtplaner Hans Dennhardt und Jutta Henß vor, die für die finanzielle Abwicklung des Sanierungsprogramms „Historische Innenstadt“ zuständig ist. Dennhardt stellte das Verkehrsgutachten vor, das sowohl für einen Supermarkt auf dem Gelände Pfeiffer, als auch für eine Wohnbebauung erstellt wurde. „Bei Wohnbebauung sind es 360 Autos pro Tag, bei einem Supermarkt weit über 3000“, so Dennhardt zur möglichen Frequenz. Diese enorm hohe Verkehrsbelastung sei nicht tragbar. „Für die Filetstücke der Stadtentwicklung am Schloss müssten in den kommenden fünf Jahren zwingend Konzepte umsetzt werden, so Dennhardt. Vorgestellt wurde in diesem Zusammenhang ein auch in Bad Bergzabern mögliches Projekt der Liebenau-Stiftung „Lebensräume für Jung und Alt“ in Maikammer, über das der dortige Ortsbürgermeister Karl Schäfer berichtete. Das Projekt der mit 6000 Mitarbeitern bundesweit tätigen Stiftung beinhaltet im ersten Schritt eine Wohnbebauung durch die Stadt oder einen Bauträger. Die Wohnungen würden zu einem Drittel an unter 60-Jährige und zu zwei Dritteln an über 60-Jährige vermietet. Eine Gemeinwesenarbeiterin stehe den Bewohnern zur Verfügung, um das Miteinander zu fördern, so Schäfer. Wenn die Liebenau-Stiftung ein Gelände zur Verfügung gestellt bekomme, baue diese auf eigene Kosten ein angegliedertes Pflegeheim. „Das Projekt hat bei uns eine Resonanz erfahren, wie ich sie in mehr als 30 Jahren Amtszeit nicht erlebt habe“, ist die Erfahrung Schäfers. „Es gibt Möglichkeiten, Dingen auch kostengünstig Herr zu werden, es muss nicht immer perfekt sein“, so Stadtplaner Dennhardt zur Sanierung des „Engel“, einem der schönsten Renaissancehäuser in der Pfalz. Ein Gesamtkonzept mit dem Arbeitstitel „Museumsbistro“ soll erstellt werden, dann sei eine Förderung auch hinzubekommen. Er stelle sich eine Verbindung der Gaststätte zum Museum vor, außen könne ein Kunstbereich geschaffen werden, so die Idee des Stadtplaners. Die Erlebbarkeit des historischen Stadtkerns sei wichtig, auch durch den geplanten Stadtmauerrundweg. „Die Patina der Vergangenheit muss eine Rolle spielen“, so Dennhardt, der von Betonpflaster in der Altstadt abriet. Jutta Henß stellte die Zahlen der Förderung für die Stadtentwicklung vor. „Vier von 15 Jahren des Förderprogramms historische Innenstadt sind vorbei, bisher gibt es 49 Anträge von privaten Hausbesitzern, die ungefähr zehn Millionen investieren“, so Henß. Die Gesamtsumme der Förderung betrage rund zehn Millionen Euro, davon seien bisher 3,1 Millionen bewilligt worden. Im städtischen Bereich seien der Parkplatz am Haus des Gastes und das Jugendhaus gefördert worden. Zur Stadtentwicklung soll es in der ersten Novemberwoche eine Bürgerversammlung geben, kündigte Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig an. (pfn)

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