Kreis Südliche Weinstraße Stöbern für Kirchenerhalt

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Geschirr, Bücher, Kleider, Blumenübertöpfe oder Weihnachtsdeko. Ein buntes Sammelsurium wird seit zehn Jahren im Krempellädchen im Glockenturm der Marktkirche in Bad Bergzabern angeboten. Am Freitag war der letzte Tag dieser Saison. Rund 54.000 Euro wurden in den zehn Jahren für „Krempel“ aller Art gespendet, die für die Instandhaltung der beiden protestantischen Kirchen verwandt wurden.

Schallplatten, Gläser, Bilder und einen Pumuckl-Koffer mit Kassetten für den Enkel hat ein Kunde, der jeden Freitag kommt, heute im Gepäck und zieht glücklich von dannen. „Das Publikum ist hier bunt gemischt“, erzählt Presbyter Horst Wendel, der das Krempellädchen mit aufgebaut hat, die „Dienstpläne“ erstellt, Ware begutachtet und abholt und für die Finanzen zuständig ist. Von Anfang an mit dabei ist auch seine Frau Hannelore. 18 Ehrenamtliche sind aktuell im Einsatz für dieses ganz spezielle Lädchen, über die Jahre waren es fast 40. „Wir haben vor zehn Jahren in Bad Dürkheim etwas ähnliches gesehen, das hat uns inspiriert“, erzählt Horst Wendel. Da nicht nur die Kommunen, sondern auch die Kirchen an chronischem Geldmangel leiden, wurde die Idee, im ehemaligen Wehrturm umgesetzt. Rund 15 Quadratmeter stehen in dem Gewölbe zur Verfügung, wenn es nicht regnet, werden viele Waren auch im Freien präsentiert. „Es kommen Leute aus allen Gesellschaftsschichten, die Ware bringen und kaufen. Und es kommen auch Gäste“, ist die Erfahrung der Ehrenamtlichen. „Die Schuhe haben 100 Euro gekostet, ich kann sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tragen“, erzählt eine Kundin. Ein Abnehmerin lässt nicht lange auf sich warten und bietet zehn Euro. „Ich fahre viel zu Haushaltsauflösungen“, berichtet Horst Wendel. Geschirr werde von den Ehrenamtlichen auch schon mal zu Hause gespült, bevor es in die Regale des Krempellädchens wandert. Jeweils zwei Schichten mit je zwei Ehrenamtlichen kümmern sich um die Annahme und die Weitergabe. Manchmal bibbernd, denn warm wird es im Turm nicht. „Ich finde immer schöne Dinge, die Leute sind sehr herzlich“, sagt eine Kundin. Eine andere packt eine Kaffeemaschine aus, die jetzt auf einen neuen Besitzer wartet. „Wir geben die Sachen auf Spendenbasis weiter“, informiert der „Finanzchef“. Und das erfolgreich. Waren es im ersten Jahr noch rund 1400 Euro Einnahmen, werden es in diesem Jahr zirka 7200 Euro sein, bestes Ergebnis waren ungefähr 8000 Euro. „Es macht Spaß“, sagen die Ehrenamtlichen, die ihr Krempellädchen im Winter vermissen werden. Aber an diesem Freitag wird noch fleißig Ware begutachtet, aus- und eingepackt. Und viel gelacht und gebabbelt, denn das gehört hier dazu. |pfn

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