Kreis Südliche Weinstraße Stärkster Rückgang in Annweiler

„Aber im Bestand gefährdet ist keine Schule“, sagen Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) und der zuständige Kreisbeigeordnete Bernd E. Lauerbach (FDP) im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Beide wissen, dass gerade in diesen Tagen in vielen Familien die Frage geklärt wird, welchen Weg die Kinder nach der Grundschule einschlagen sollen. Wie auch immer die Entscheidung falle, so seien die Bildungseinrichtungen an der Südlichen Weinstraße nach umfangreichen Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten bestens gerüstet. „Bei uns gibt es unterschiedliche Bildungsangebote, Durchlässigkeit und Gleichbehandlung“, unterstreicht die Kreischefin, sie weiß aber auch, dass etliche SÜW-Schüler sich in weiterführende Schulen in der Stadt Landau orientieren. Ein Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen zeigt, dass die Realschule plus in Annweiler im Vergleich zum vergangenen Schuljahr mit minus 18,37 Prozent die stärksten Einbußen hinnehmen musste. Derzeit sind es 351 Schüler, den Rekord gab es mit 565 im Schuljahr 2009/2010. Von da an ging es stetig bergab. Laut Riedmaier und Lauerbach liegt das vor allem an der starken Konkurrenz in Hauenstein, wo nicht nur der integrative Charakter, sondern auch eine offensive Werbestrategie verfolgt werde. Die Realschule Annweiler müsse ihre Außendarstellung verbessern, damit der Trend umgekehrt wird. „Dass das gelingt, davon bin ich überzeugt“, so die Landrätin. Im Schulzentrum Bad Bergzabern mache sich der Bevölkerungsrückgang bemerkbar (minus 5,86 Prozent auf 1640 Schüler). Eher als harmlos eingestuft werden die minus 1,88 Prozent in der Realschule plus in Edenkoben, wo die Absolventen die Möglichkeit haben, die Fachhochschulreife zu erwerben. Ein Sorgenkind ist auch die seit 2012 bestehende Realschule plus in Maikammer-Hambach (minus 7,94 Prozent), „Das ist eine sehr gute Schule, aber es fehlt die Akzeptanz in der alten Verbandsgemeinde Maikammer“, sagt Lauerbach. Viele Eltern hätten offensichtlich Probleme mit den zwei Standorten, fünfte und sechste Klasse in Hambach, dann Wechsel nach Maikammer. Riedmaier verweist in diesem Zusammenhang auf ihr Plädoyer, dort eine Integrierte Gesamtschule einzurichten. „Das hätte dem Kreis SÜW gut getan, war aber in Neustadt nicht durchzusetzen, weil Hambach als Standort unbedingt gehalten werden sollte.“ Das wenige Jahre nach der Eröffnung wegen des starken Zustroms erweiterte Gymnasium Edenkoben (erst drei-, dann fünfzügig) hat eine Entlastung durch die Realschule plus erfahren. Das Schulzentrum in Herxheim wird als Selbstläufer gesehen, zumal ein Drittel der Schüler aus dem Nachbarkreis Germersheim kommen. Bei den Förderschulen in Annweiler und Bad Bergzabern ist ein leichter Rückgang um fünf Prozent zu registrieren. In der Kurstadt wird durch die Nähe zur Berufsbildenden Schule von „gelebter Inklusion“ gesprochen. Neben einer fachpraktischen Unterweisung werde dort sogar gemeinsam zu Mittag gegessen. (mik)