Kreis Südliche Weinstraße Stärker, schneller, leichter

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Aus zwei alten Kajaks im Keller des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Der Solarmaran – ein solarbetriebener Katamaran –, der mit ihnen gebaut wurde, lief nicht nur erfolgreich vom Stapel, er war bei den ersten einer Regatta in Brandenburg und hat vor Kurzem einen Preis gewonnen. Jetzt planen die Schüler der neunten Klassen der Realschule plus, ein fünf Meter langes Holzboot zu bauen, das ausschließlich mit Solarenergie fährt.

Insgesamt werden bis zu 100 Schüler in das Projekt eingebunden sein, derzeit sind es gut 20. „Die Schüler sind begeistert“, sagen Patrick Himpel und Peter Sturm, die die Wahlpflichtfächer „Technik und Naturwissenschaften“ und „Wirtschaft und Verwaltung“ in der Realschule plus unterrichten und das Projekt betreuen. Ideengeber ist Patrick Himpel. Im Juli vergangenen Jahres lief der Solarmaran erfolgreich auf dem Schwanenweiher in Bad Bergzabern vom Stapel. Gebaut worden war er aus den beiden alten Kajaks und unter anderem einer alten Aluminium-Garderobe als Verstrebung und einem Holzspinnrad. Im September 2015 nahmen dann zwölf Schüler an einer Solarregatta in Eberswalde teil. Ziel war es gewesen, einen Kilometer so schnell wie möglich zurückzulegen und in einer Stunde so viel Strecke wie möglich. „Die Schüler haben gestrahlt über den Erfolg, wir sind nicht abgesoffen und haben den achten Platz belegt“, erzählen ihre beiden Lehrer. Einen weiteren Erfolg konnte das Projekt in diesem Jahr einheimsen. „Die Wirtschaftsstiftung Südwest hat Ihr Projekt Solarboot ausgewählt, da Schülern damit frühzeitig produkttechnische und wirtschaftliche Fragestellungen nahegebracht werden und die Auseinandersetzung mit dem Unternehmertum gefördert wird“, lautet die Begründung der Stiftung bei der Übergabe eines Schecks über 500 Euro in Karlsruhe. „50 Projekte aus 40 Schulen hatten sich beworben, fünf haben einen Scheck bekommen“, informieren die Lehrer aus Bad Bergzabern stolz. Aber mit dem bisherigen Erfolg wollen sie sich nicht zufrieden geben, zwei weitere Projektphasen sind geplant. Zunächst soll der Solarmaran stärker, schneller und leichter werden. Der Antrieb und die Solartechnik sollen dabei so konstruiert werden, dass sie später in das Selbstbauboot für vier Personen übernommen werden können. Entstehen soll ein fünf Meter langes Holzboot, das ausschließlich mit Solarenergie mindestens 100 Kilometer am Stück fahren kann und Platz für vier Personen hat, von denen zwei auch auf dem Boot übernachten können. Das Modell dazu hat Patrick Himpel gebaut. Die Vision der Bootsbauer ist es, eine Schüler-Regatta in der Südpfalz abzuhalten und weitere Schulen für diese Idee zu begeistern. Bei einem „Strategiemeeting“ mit Teams des Solarbootvereins Berlin/Brandenburg wollen die innovativen Bootsbauer die Grundlagen für diese ganz eigene Bootsklasse schaffen. Rund 8000 Euro wird das Holzboot kosten, einen größeren Sponsor hat die Schule bereits gefunden. Die Schüler tragen mit verschiedenen Aktionen, wie Flammkuchenverkauf, dazu bei, dass die Summe zusammenkommt. Spender für dieses ungewöhnliche Projekt werden noch gesucht. „Wir brauchen auch einen Bootstrailer, vielleicht steht ja in irgendeiner Garage einer, der nicht mehr gebraucht wird“, lautet eine Idee der Lehrer für das Sponsoring des Transportmittel für das Boot auf der Straße. Eine Fahrt mit den Schülern über mehrere hundert Kilometer auf den Kanälen in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden, ist die „Zukunftsvision 100 plus“. Patrick Himpel und Peter Sturm sind sich einig: „Es macht Spaß, etwas mit einem so tollen Ergebnis zu schaffen.“ Info Wer Sponsor werden möchte, Bauteil-Pate, also Sponsor eines Bootsteils, oder Solarboot-Förderer und mehr über das Projekt wissen möchte, kann sich an Patrick Himpel unter phi-rsplus@gmx.de wenden. Auf Facebook gibt es die Gruppe „Solarmaran“. (pfn)

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