Kreis Südliche Weinstraße Sprachbarrieren überwinden

Placeholder-Image

Die Aufnahme von geflüchteten Menschen im Kreis SÜW hat eine große Nachfrage nach Deutschkursen ausgelöst. Deswegen baut die Kreisvolkshochschule (KVHS) ihr Sprachkursangebot aus.

Das Angebot richtet sich vor allem an Geflüchtete, die sich noch im Asylverfahren befinden oder eine unklare Bleibeperspektive haben. Diese Zielgruppen sind in der Regel von anderen Sprachkursen ausgeschlossen. Trotzdem ist es sinnvoll, diese Zeit zu nutzen, um erste Deutschkenntnisse zu erwerben, damit der Alltag möglichst selbstständig bewältigt werden kann. Seit März organisiert die KVHS intensive Deutschkurse nach dem neuen Programm „Einstieg Deutsch“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür Fördermittel zur Verfügung. Direkt nach der Bewilligung der Zuschüsse startete die KVHS die ersten beiden Kurse in Edenkoben – ein Basiskurs für Erwachsene und ein Alphabetisierungskurs für Jugendliche. Das Interesse war sehr groß, einige Interessenten konnten nur einen Platz auf der Warteliste bekommen. Das liegt vor allem an der überschaubaren Gruppengröße von 18 beziehungsweise 15 Teilnehmern. Dies soll eine hohe pädagogische Qualität sichern. Das Kurskonzept ist ausgerichtet auf eine erste Sprachförderung, die sich auf wichtige Belange des alltäglichen Lebens bezieht: Begrüßung, Vorstellung, Einkaufen, Arztbesuch, Nahverkehr, Formulare und Behörden. Eine große Innovation sind die e-Learning-Anteile. Mithilfe des Portals „ich-will-deutsch-lernen.de“ (iwdl.de) soll die Kompetenz zum selbstständigen Lernen gefördert werden. Dafür arbeitet die KVHS mit 25 Chromebooks, kleinen Laptops, die vom Deutschen Volkshochschulverband gesponsert wurden. Neu ist die Verzahnung des Kursunterrichts mit ehrenamtlicher Unterstützung bei der Hausaufgabenbetreuung. Die Lernbegleiter erhalten eine Aufwandsentschädigung. Die Lernangebote „Einstieg Deutsch“ erstrecken sich über vier bis acht Wochen, bei Alphabetisierungskursen bis zu 21 Wochen. Im Laufe des Jahres soll das Angebot an anderen Standorte ausgeweitet werden. Dies geschieht mit der Unterstützung der Koordinatorin für Bildungsangebote für Neuzugewanderte bei der Kreisverwaltung, Leyla Akinci. Landrätin Theresia Riedmaier: „Unsere KVHS ist gut aufgestellt. Die KVHS hat mit 31 Kursen für 422 Erwachsene und mit 15 Feriensprachkursen für 140 Kinder zur Aufbesserung der Deutschkenntnisse beigetragen.“ Die Sprachkurse für Anfänger bilden nur das erste Glied in der Bildungskette der KVHS für Geflüchtete. Danach gibt es weiterführende Sprachkurse und speziell auf Bedürfnisse der Frauen oder Analphabeten ausgerichtete Angebote. Zudem sollen Kurse zum Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft in Form einer Vortragsreihe folgen. Diese Kurse dienen neben der Integration auch der Radikalisierungsprävention. |rhp/höj

Mehr zum Thema
x