Kreis Südliche Weinstraße Spätzünder in Sachen Fasnacht
Auf ein Tässchen Kaffee beim Prinzenpaar der KG Hameckia: Der Kaffee als Muntermacher spielt im Leben von Bernhard I. und Sabine II. in der extrem kurzen Karnevalskampagne 2015/2016 unter dem Motto „In 80 Tagen durch die Fasnacht“ eine nicht unwesentlich Rolle. Der 56-jährige Bernhard Schmitt und seine Ehefrau Sabine Schmitt-Gilke („Ich bin jünger als der Prinz“) führen seit zwei Jahren in der Marktstraße 1 in Bad Bergzabern die Kaffeerösterei „Kaffeefleck“, einen Ort zum Verweilen und Kaffee geniessen.
Bernhard Schmitt ist zwar im Nachbarland Baden geboren, kam mit seinen Eltern schon in jungen Jahren in die Pfalz. Seit 13 Jahren lebt er in der Kurstadt. Von Beruf ist er Lokomotivführer. Schon als Kind war es für ihn der Traumberuf. Er steuert fast täglich ein Ungetüm aus Eisen und Stahl mit einigen Hundert Pferdestärken über die Schienen im badischen Raum. Jede freie Minute arbeitet er allerdings im „Kaffeefleck“ und steht seiner Prinzessin Sabine zur Seite. Mit Karneval hatte er bis vor zwei Jahren wenig am Hut. Eine Freundin der Familie hat die Schmitts dazu animiert, die Prunksitzung der Hameckia zu besuchen. Bernhard hat sofort daran Gefallen gefunden. Der Besuch der Prunksitzung im zurückliegenden Jahr sei schon eine Selbstverständlichkeit gewesen. Die Wiege der gelernten Einzelhandelskauffrau Sabine Schmitt-Gilke stand in Berlin. Seit 23 Jahren lebt sie in der Pfalz, zunächst in Dörrenbach und seit 13 Jahren in Bad Bergzabern. Auch sie habe mit Fasching bislang wenig zu tun gehabt, freue sich aber auf die neue Aufgabe, sagt sie. Das Ehepaar hat fünf Kinder im Alter von elf bis 31 Jahre. Hobby und Beruf sei der „Kaffeefleck“, gibt die Prinzessin zu verstehen. Da bleibe nicht mehr viel Zeit für andere Dinge, außer für die elfjährige Tochter Sunny. „Wir freuen uns auf eine schöne, fröhliche und lustige Kampagne, in der wir möglichst viele neue Leute kennenlernen möchten“, sagen beide. Freuen dürfen sich beide auf ihre Prinzenpaar-Gewänder mit ausgefallenen Accessoires. Es handelt sich um Steampunk, ein Phänomen, das als literarische Strömung erstmals in den 1980ern auftrat. Dabei werden moderne und futuristische technische Funktionen mit Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft. Häufige Elemente sind Zahnräder und eben die viktorianische Kleidung. So entsteht ein Retrolook der Technik. Dies spiegelt sich auch in den Plakaten der Hameckia wider. (som)