Kreis Südliche Weinstraße Sonst für Besucher tabu

Bei der für dieses Jahr letzten RHEINPFALZ-Sommertour erhielten die Leser interessante und ungewöhnliche Einblicke in die „Katakomben“ der Südpfalz-Therme in Bad Bergzabern. 20 Gewinner durften mit der Geschäftsführerin der Therme, Sandra Reichenbacher, den sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Technikbereich besichtigen.
„Es war überwältigend, auch dass man Fehler gleich elektronisch erkennen kann“, war der Eindruck von Margit Massier aus Impflingen. Das komplette Gebäude der Therme, die 1974 eröffnet wurde, sei unterkellert, hier sei die Technik untergebracht, so Reichenbacher beim Passieren von riesigen Zu- und Abluftrohren und langen Kabelsträngen. Tanks mit einem Fassungsvermögen von 67.000 Liter stehen dort, ausreichend, um bei einem Ausfall der Pumpen die Becken zwei Tage zu versorgen, erklärt die Geschäftsführerin. Erstauntes Raunen der Besucher auch angesichts der Tatsache, dass täglich rund 30.000 Liter Wasser nachgefüllt werden. Auch weil Besucher mit der nassen Badekleidung einiges „mitnehmen“. „Ich freue mich, dass ich dabei sein darf, es ist unglaublich, was hier an Technik dran hängt“, so Renate Becker aus Bad Bergzabern. Vier Wasserkreisläufe, unterschiedliche Filtermethoden, ein Schwallbecken und die Anlage zum Aufheizen sind nötig, um das Wasser, das mit rund 25 Grad aus der nahe gelegenen Thermalquelle gefördert wird, für die Badegäste aufzubereiten. Zudem führt ein enger Wartungsgang um jedes der Becken herum. „Das möchte ich Ihnen nicht zumuten, da müsste man kriechen“, warnt Sandra Reichenbacher schmunzelnd vor einer Begehung. An Strom für das Wasser, das auf rund 34 Grad aufgeheizt wird, sind 4,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr nötig, von denen 70 Prozent durch das im vergangenen Jahr in Betrieb gegangene Blockheizkraftwerk abgedeckt werden. Klar wird den Gästen nach der Führung, dass die drei Techniker, die rund um die Uhr arbeiten, nicht frieren. Später gibt es die Gelegenheit, den neuen Barfußpfad am Innenbecken zu testen. „Angenehm“, ist angesichts der glatten Steinen zu hören. „Oh“, heißt es bei den etwas spitzeren. „Ich merk schon was“, so eine Besucherin bei der Anregung ihrer Fußreflexzonen. Im Wellnessbereich stehen die Leiterin Silke Burkhart und Annalena Huber für eine Führung bereit. Ein kleines Vorweg-Geburtstagsgeschenk ist für Simone Weber aus Essingen nicht nur, dass die ganze Familie beisammen ist, sondern auch eine kleine „Königsmassage“. „Wir wollten ewig schon hierher, wir gehen anschließend in die Therme“, sagt ihr Mann Holger. Die siebenjährige Tochter Maria und die zehnjährige Annalena wären wohl lieber gleich ins Wasser. „Kinder sind willkommen“, sagt die Thermenchefin. „Sehr schön“, lautet die einhellige Meinung in der Salzgrotte, die auch getestet wird und für einen freien Atem sorgt. „Alle sehr interessant“, findet Karola Lucke aus Böllenborn. (pfn)