Kreis Südliche Weinstraße
Sonnige Stimmung zum Auftakt
Werktag, heiße Temperaturen – der erste Tag des Landesfest in Annweiler lief noch etwas schleppend an. Gegen Abend füllten sich die Straßen und Plätze aber zunehmend mit Gästen. Wer gekommen war, dem wurde auf den sechs Bühnen, 29 Veranstaltungsflächen und an den rund 380 Ständen und Zelten einiges geboten.
Die Sonne platzte vom Himmel. Die Besucher hangelten sich von einer Schatteninsel zur nächsten. Am Nachmittag war der Publikumsverkehr noch sehr überschaubar beim ersten Tag des Landesfests in Annweiler. Aber der offizielle Start war ja auch erst um 18 Uhr mit dem Auftritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf der RPR1-Bühne. „Wir freuen uns auf drei fröhliche und informative Tage, die von der tollen Atmosphäre der Trifelsstadt geprägt sind“, sagte sie. Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber geizte nicht mit Superlativen: „Annweiler ist eine geschichtsträchtige Stadt. Und ich glaube, dass der Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler Geschichte schreiben wird.“
Malu Dreyer hatte gestern aber auch schon davor einiges in der Trifelsstadt erlebt, in der sie bis zum Festsonntag bleiben wird. Bereits drei Stunden zuvor war der inoffizielle Auftakt mit dem traditionellen Jugendtalk, der erstmals nicht in eine Schule verbannt wurde, sondern mitten im Festgeschehen auf der Landesbühne verortet wurde. Gemeinsam mit ihren Kabinettskollegen stellte sie sich den Fragen der Jugendlichen. Mit Dreyer auf der Bühne standen unter anderem Wirtschaftsminister Volker Wissing, Bildungsministerin Stefanie Hubig und Wissenschaftsminister Konrad Wolf. Dabei brannte den Diskussionsteilnehmern vor allem das Thema Bildung auf den Nägeln. Themen wie die Ländergerechtigkeit beim Abitur, die Förderung der Ausbildung und Schulgeldfreiheit für Ergo- und Physiotherapeuten kamen zur Sprache. Wissing sprach sich im Namen der Landesregierung für das Wahlrecht ab 16 Jahren aus. Sobald eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag bestehe, solle das neue Wahlrecht in die Wege geleitet werden. „Je früher wir politisch motivierte Menschen einbeziehen können, desto besser“, so Wissing.
Stefanie Hubig versprach, das Demokratiebewusststein in den Schulen fördern zu wollen: „Demokratie braucht Schule, und Schule braucht Demokratie.“ Unter anderem solle es künftig mehr Sozialkundeunterricht geben, um bei den Schülern das Bewusstsein für den Rechtsstaat zu stärken.
Schon am Morgen hatte der Reigen der protokollarischen Veranstaltungen begonnen, die zu einem Landesfest gehören, bei dem sich die gesamte Landesregierung ein Stelldichein gibt. Nach der traditionellen Kabinettssitzung in der Gastgeber-Kommune mit üblicherweise regionalen Themen war die Presse zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt eingeladen. Strahlende Gesichter, wohin man blickte. „Wir freuen uns, zu Gast in Annweiler zu sein“, sagte Malu Dreyer und verriet, dass Bildungsministerin Doris Ahnen den 50 Kilometer langen Pfälzer Keschdeweg, der auch an Annweiler vorbeiführt, schon unter die Füße genommen hatte. Ihre Ministerkollegen stimmten in die Gute-Laune-Stimmung ein. Für Tourismusminister Volker Wissing ist es eh ein Heimspiel. Der Südpfälzer ist glücklich, dass diesmal seine Heimatregion den Rheinland-Pfalz-Tag zu sich geholt hat. Und Familienministerin Anne Spiegel, eine Speyererin, war schon oft zum Wandern und Urlaubmachen im Trifelsland.
Na, und Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber war sowieso vollauf der Begeisterung. Die monatelangen Vorbereitungen seien anstrengend gewesen, aber hätten sich gelohnt. „Jetzt bin ich ganz gelassen und freue mich auf die drei Tage“, sagte er und fügte verschmitzt dazu: „Und das gute Wetter ist das Ergebnis kumulativen Betens. Manche haben es wohl etwas übertrieben.“