Kreis Südliche Weinstraße Sieben Tonnen schweren Wunsch erfüllt
„Jetzt habe ich meinen Baum, den habe ich mir schon vor 38 Jahren gewünscht.“ Manfred Vogel vom Weingut Knöll und Vogel freut sich, denn „sein“ Baum ist nicht nur irgendein Baum, sondern eine riesige Eiche, die in einer Großaktion auf dem Hof seines Weinguts in Bad Bergzabern gepflanzt wurde.
Ein 40-Tonner musste anrücken, um den 13 Meter hohen Baum zu liefern, schweres Gerät war nötig, um ihn abzuladen. „Er ist 25 Jahre alt“, erzählen die Töchter Sandra und Nicole, die in der Baumschule in Meckenheim dabei waren, um ihn auszusuchen. Acht Mal wurde er bisher umgepflanzt, um immer wieder die Wurzeln zu kappen, damit er verpflanzt werden kann. Das Pflanzloch mitten im gepflasterten Wirtschaftshof des Weinguts mit Vinothek hat einen Durchmesser von vier Metern, in das die Eiche, die sieben Tonnen wiegt, zunächst hineingestellt wird. Einige Männer haben den ganzen Tag zu tun, bis alles fertig ist. Garten- und Baumfachmann ist Helmut Scholl aus Oberhausen, der die Arbeiten beaufsichtigt. „Wir haben vor der Pflanzung bereits sechs Erdanker aus Metall einen Meter tief in den Boden gelassen, um die Wurzel sozusagen festzuschnallen“, erläutert er. Die gelben Drainagerohre, die aus dem Pflanzloch ragen, sind für die Belüftung und nicht mehr zu sehen, wenn alles fertig ist. Bis der Baum gerade steht, ziehen fünf Mann mehrere Male auf allen Seiten an einem Seil. Eine Wissenschaft für sich ist das Befüllen des Pflanzlochs mit mehr als fünf Kubikmetern unterschiedlichster Materialien. „Es soll wasser- und luftdurchlässig sein“, erklärt der Baumfachmann das Ziel. Gesiebte Erde, vermischt mit Blähton und Sand lockert, Torf und Kompost werden zusätzlich eingebracht. „Zu nass ist so schädlich wie zu trocken, das ist ein häufiger Fehler, der bei Bäumen und Pflanzen gemacht wird“, ist die Erfahrung von Helmut Scholl. Ob die Eiche davon zu viel oder zu wenig hat, wird er in der nächsten Zeit selbst überprüfen. Denn auch für ihn ist eine solche Großbaumflanzung nicht alltäglich. Dass die Eiche nach getaner Arbeit mit einem guten Tropfen aus dem Hause Knöll und Vogel gegossen wird, ist für die Familie Ehrensache. „Im Juni weiß man, ob er die Umpflanzung überstanden hat“, sagt Scholl, aber er ist sich recht sicher, dass die Eiche dann grüne Blätter trägt. Manfred Vogel wird dann auf der Bank unter der Eiche sitzen und den Schatten und die Erfüllung seines Traums genießen. (pfn)