Kreis Südliche Weinstraße Seit zwei Jahrhunderten im Kampf gegen die Flammen

Es brennt. Das Zughorn dröhnt, die Menschen rennen aus den Häusern, jeder bekommt einen Eimer aus Leinen, eine Kette wird gebildet, um das Wasser an die Löschpumpe zu bringen, die von Feuerwehrleuten manuell bedient wird. Ein Szenario, das noch vor 200 Jahren normal war. Mit einer großen Ausstellung alter Geräte und Ausrüstungen feiert die Feuerwehr Weißenburg in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag.
Der Geburtstag ist auch eng verbunden mit der Feuerwehr Bad Bergzabern. Im Frühjahr 1946 hatten die Wehren Bergzabern und Weißenburg ihren ersten gemeinsamen Einsatz in Schweigen, eine sicher ungewöhnliche Zusammenarbeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Einsatzgebiet musste damals zuerst von Minensuchern geprüft werden. Die Feuerwehrleute Bernhard Riedinger und Robert Georger wissen viel über die Geschichte und die historischen Gerätschaften, die im Laufe von zwei Jahrhunderten eingesetzt wurden und bei denen man auf die Heilige Barbara vertraute, die in Frankreich die Schutzpatronin der Feuerwehrleute ist, nicht wie in Deutschland der Heilige Florian. Heute kaum vorstellbar, dass die schweren Pumpen damals entweder mit Hand, Kühen oder Pferden zum Einsatzort kamen. Zudem wurden sie auch von Hand bedient, eine harte Arbeit, die Feuerwehrleute mussten in kurzen Zeitabständen ausgewechselt werden. „Die erste Motorpumpe wurde 1925 eingesetzt,“ erklärt Riedinger. Kupferschmiede und Schumacher seien bei den Schläuchen gefragt gewesen, die teils aus Leder und Nieten oder aus Gewebe, das mit starken Seilen umwickelt wurde, hergestellt wurden. Der älteste Schlauchwagen ist aus dem Jahr 1830. Beim großen Brand in der Stiftskirche 1883 kam eine besondere Vorschrift in Weißenburg zum Tragen: Jeder neue Bürger musste der Feuerwehr einen Eimer aus Leinen stiften, der nur wenige Liter Wasser fasste. Ein historisches Foto zeigt die Löscharbeiten beim großen Brand der Stiftskirche 1883, bei denen eine riesige Menschenkette eben diese Eimer weitergibt. „Gott sei Dank haben wir die deutschen Kollegen gerufen, wir waren gar nicht vor Ort“, sagt Robert Georger, wenn er an den Großbrand eines Lagers von Gummi Mayer 1993 in Weißenburg denkt. Der gleichzeitig an anderer Stelle ausgebrochene Zimmerbrand sei von den deutschen Kollegen gelöscht worden. Gelungen ist den Organisatoren die Zusammenstellung einer Vielzahl von Geräten, Kleidung und Dokumenten, die einen lebendigen Eindruck der Geschichte wiedergeben.