Kreis Südliche Weinstraße Schwieriges Jahr gut gemeistert

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Die 115 Mitglieder der Winzergemeinschaft St. Paul als anerkannte Erzeugergemeinschaft und als Vertragspartner der Weinkellerei Zimmermann-Graeff & Müller GmbH & Co. KG (ZGM) mit Sitz in Zell an der Mosel sind mit den Trauben des Jahrgangs 2014 – abgesehen von Ertragsausfällen wegen der Kirschessigfliege – und den erzielten Erlösen zufrieden. Das belegte die Harmonie während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag in Oberhausen.

Anwesend war Johannes Hübinger, der nach dem Rückzug aus der Geschäftsführung den Vorsitz des neu gegründeten Unternehmensbeirates übernommen hat. Lebhaft wurde die Diskussion, als die Änderung der Pflanzrechteregelung und damit Auflockerung des Anbaustopps in den Fokus rückte. Zuvor hatten Werner Reiß als Vorsitzender und Heiner Schnörringer als Geschäftsführer der Winzergemeinschaft St. Paul Bilanz gezogen. „Wir haben ein für den Weinbau schwieriges Jahr gut gemeistert“, sagte Schnörringer. Die Ertragsfläche sei trotz nahezu konstanter Mitgliederzahl von 226 Hektar im Jahr 2013 auf 242 Hektar (4,8 Prozent) gestiegen. Die Traubenanlieferung habe sich von 2,895 Millionen Kilogramm auf 3,247 Millionen Kilogramm und damit um 12,2 Prozent erhöht. Der Ertrag pro Hektar stieg von 12.534 auf 13.418 Kilogramm. Durch den zeitweisen Ausfall der Traubenannahmestation in Klingen wurden in Bad Bergzabern 576.746 Kilogramm Trauben (plus 48,9 Prozent) angeliefert. Die größte Menge bei den Traubenannahmestationen gab es in Niederotterbach mit 873.179 Kilo, gefolgt von Schweigen-Rechtenbach mit 656.545 Kilo. Während 2013 der Ernteanteil nach Qualitätsstufe bei knapp 54 Prozent und bei Prädikatswein bei knapp 45 Prozent lag, registrierte die Erzeugergemeinschaft bei der Traubenernte 2014 beim Qualitätswein einen Anteil von 41,4 Prozent und beim Prädikatswein von 58,2 Prozent. Nach den bisherigen Erkenntnissen bevorzugt die Kirschessigfliege frühreifende rote Rebsorten wie Dornfelder, Dunkelfelder oder Regent. In Einzelfällen sei der Ertrag dadurch stark reduziert worden, berichtete Berater Uwe Harzer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Neustadt in seinem Referat. Der durchschnittliche Höchstertrag der St.-Paul-Winzer wurde 2014 mit 134,61 Kilogramm Trauben pro Ar erreicht. Mit 181,9 Kilogramm pro Ar nahm der Weißburgunder die Spitzenrolle ein. Beim Thema Pflanzenrechteregelung wurden recht unterschiedliche Positionen vertreten. Während die einen Bemühungen um den Erhalt des Anbaustopps im Weinbau begrüßten, folgten andere den Argumenten einer Liberalisierung. 2016 lockert die EU den in den 1970er-Jahren verhängten absoluten Anbaustopp und ermöglicht den Mitgliedsstaaten, mit Neuanpflanzungen die Rebflächen bis zu einem Prozent zu erweitern. Jeder Staat kann auch eine geringere Erhöhung beschließen oder gänzlich darauf verzichten. Deutschland will sich auf 0,5 Prozent Zuwachs festlegen. Durch die Einführung des Anbaustopps wurde der Weinmarkt saniert. Eine ganz andere Position nehmen die Weinkellereien ein, die auch von Hübinger unterstützt wird. Es sei eine einseitige und plakative Betrachtungsweise, als Folge des Wegfalls des Anbaustopps Überproduktion, Preisverfall und Industrialisierung zu beklagen. (som)

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