Kreis Südliche Weinstraße Schweinefleisch ist gestrichen

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Danit stammt aus Eritrea. Sechs Monate hat er sich unter Lebensgefahr durchgeschlagen, um ein für sich, und wie er hofft auch für seine Familie, sicheres Land zu erreichen. Noch ist er allein, seine Frau und seine drei Kinder sind in Eritrea. Ein für ihn unerträglicher Zustand, zwei Jahre hat er sie nicht gesehen. Trotzdem nimmt er freiwillig am ehrenamtlich organisierten Grundlagenkurs im Haus der Familie in Bad Bergzabern teil, um Deutsch zu lernen. Die Initiatoren des Sprachkurses suchen dringend weitere Ehrenamtliche.

Rund 20 Teilnehmer sind es, die jeden Montag und Mittwoch ins Haus der Familie in Bad Bergzabern kommen, um die Grundbegriffe der deutschen Sprache zu lernen. Die meisten stammen aus Syrien und Eritrea, andere aus dem Libanon, dem Kosovo, den Philippinen oder Armenien. Der Jüngste ist 19 Jahre alt, die Älteste 69 Jahre. „Wann bist du geboren?“, fragt die ehemalige Lehrerin Eva-Maria Frey, die, wie alle anderen auch, ehrenamtlich unterrichtet, in die Runde. Jeder der Teilnehmer sagt sein Geburtsdatum, das Geburtsjahr auszusprechen, fällt vielen sehr schwer. Eva-Maria Frey unterrichtet jeden Mittwoch, am Montag ist es Elke Wischhusen, die im vergangenen Jahr den Kurs, den Gerhard Weber ins Leben gerufen hat und aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, übernommen hat. Sie ist Vorsitzende des im vergangenen Jahr gegründeten Freundeskreises des Hauses der Familie. Als Springerin im Kurs fungiert Brigitte Weisbrod, seit Kurzem ist auch Kathrin Preis dabei. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht und wurde im Zuge des Bundesfreiwilligendienstes als „Bufti“ vom Diakonissenverein angestellt, um die Flüchtlinge zu unterstützen. Im Unterricht mit so vielen Teilnehmern aus verschiedenen Nationen und mit unterschiedlichen Sprachkenntnisse hilft sie den einen oder anderen beim Lernen. „Alle bekommen ein Dach über den Kopf und Hartz IV, dann ist ihre einzige Aufgabe zu warten, ob ihr Asylantrag beschieden wird“, fasst Elke Wischhusen die Situation der Flüchtlinge zusammen. „Nicht zu arbeiten, ist Stress, ich will arbeiten“, sagt Danit, der ganz gut Englisch spricht. Und dass er gerne lernt, sich aber schwer konzentrieren kann, weil er immer an seine Familie denken muss. Siele aus Eritrea ist 21 Jahre alt und auch allein in Deutschland. Er will lernen, möglichst viel. In Landau gebe es ein Angebot, erzählt er in englischer Sprache, aber die Buskarte koste für einen Tag 6,20 Euro hin und zurück und das könne er sich nicht leisten. Fesehaye aus Eritera hofft, dass seine Eltern und seine fünf Geschwister bald nachkommen können. „Ich will Mechaniker werden“, sagt er. Elke Wischhusen kennt viele Schicksale, die sprachlos machen und die auch sie manchmal nicht schlafen lassen. Aber sie sieht auch die Hilfe, die ehrenamtlich geleistet wird. Damit Flüchtlinge mit meist traumatischen Erlebnissen nicht Monate oder manchmal Jahre tatenlos und ohne Kenntnisse der Sprache und ihrer Umgebung in den für sie vorgesehenen Unterkünften ausharren müssen. Im Haus der Familie gibt es heute Mittagessen für einen Euro. Elke Wischhusen malt einen Teller und sagt „Mittagessen“ und ein Schwein, dass sie durchstreicht. Will heißen, dass auch Menschen muslimischen Glaubens ohne Bedenken mitessen können.

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