Kreis Südliche Weinstraße Schlumpfeis unter kaukasischer Flügelnuss

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Die Rasenfläche an der imposanten kaukasische Flügelnuss, dem wohl markantesten Baum in der Mitte des Kurparks in Bad Bergzabern, war das Ziel von 31 französischen und deutschen Kindergartenkindern am Montag. Zum Abschluss des Besuchs der École maternelle, dem französischen Kindergarten aus Soultz-sous-Forêts im Elsass, in der katholischen Kindertagesstätte St. Martin in Bad Bergzabern war der Höhepunkt ein Picknick im Kurpark. Mit dabei waren auch fünf Mütter der französischen Kinder.

Seit 2013 besteht der Austausch zwischen Bad Bergzabern und Soultz. Zweimal pro Jahr besuchen sich die Vorschulkinder, die auch in der Kita die Sprache des jeweils anderen lernen. Der Abschluss im Kurpark war natürlich etwas Besonderes. Vor allem, weil die Kinder auf der großen Parkfläche nach Herzenslust toben durften. Doch zunächst geht es beim Picknick oder pique nique, wie die Franzosen sagen, sehr gesittet zu. Brot, Wurst, Apfel und eine Puddingschnecke hat die fünfjährige Anastasia aus der Kita St. Martin mitgebracht, die gleichaltrige Manon aus dem Elsass Pfirsiche und eine Brezel. Zum Nachtisch gibt es für jedes Kind ein Schlumpfeis. „In Frankreich heißt es Schtroumpfeis (ausgesprochen wie Strumpf), benannt nach den berühmten belgischen Komikfiguren Les Schtroumpfs, die Schlümpfe“, erklärt Lehrerin Myriam Laugel aus Soultz. Kaum ist das Eis gemampft, stürmt die Rasselbande den Kurpark. Die Kinder toben, spielen und klettern auf die erdnahen Stämme der Bäume, die Sprache ist beim Spielen kein Problem. „Sie verstehen auf diese Weise, warum sie in der Kita Deutsch lernen, sie sind begeistert, Kinder zu treffen, die Deutsch sprechen“, sagt Deutschlehrerin Laugel. Begeistert ist auch Christel, die Mutter der fünfjährigen Eryne aus dem Elsass, als sie die spielenden Kinder sieht. „Die Kinder dürfen bei uns in der Kita nicht auf Bäume klettern, es gibt auch weniger Spielgeräte, aus Sicherheitsgründen dürfen sie die große Rutsche in der Pause nicht benutzen“, erzählt sie. Den Austausch findet sie „super“ und wünscht ihn sich häufiger. „Sehr gut“ findet auch die Mutter des fünfjährigen Noah die Begegnungen von „hiwwe un driwwe“. „Es ist bereichernd, die Kinder verstehen sich gut“, sagt sie. Spielerisch die Sprache, Sitten und Gebräuche des jeweils anderen kennenzulernen, ist das Ziel der Kooperation. „Das fängt schon bei den unterschiedlichen Frühstücksgewohnheiten an, mit denen die Kinder bei den Treffen begrüßt werden“, erklärt Leiterin Bärbel Bratz. „Ein typisch französisches Frühstück ist ein petit pain au chocolat, also ein Brot mit Schokolade“, erzählt Corinne Bounin, die die Kinder in Bad Bergzabern seit 2002 in ihrer Muttersprache unterrichtet. Zur Feier des Tages gibt es in Bad Bergzabern zum Frühstück zu Obst und Rohkost auch frisch gebackene Waffeln. „Wir geben für jeden Tag auf einer Liste Empfehlungen für ein abwechslungsreiches Frühstück“, sagt Lehrerin Myriam Laugel. Die Ausbildung zur Erzieherin gibt es in Frankreich nicht. Ein Zwölf-Semester-Studium müsse absolviert werden, mit dem man dann in der Kindertagesstätte oder in der Grundschule arbeiten könne, erklärt sie. Das Gehalt ist allerdings mehr oder weniger das gleiche, wie die Erzieherinnen und Lehrerinnen im gemeinsamen Gespräch feststellen. „Wir sind unterbezahlt“, sagt Bärbel Bratz. Nun gilt es aber, die Kinder wieder „einzufangen“, denn der Bus wartet. „Die Josef-David-Stiftung unterstützt uns, sie hat die Kosten für den Bus übernommen“, freut sich Bratz. Welchen Satz kann sie in deutscher Sprache, ist die Frage an die fünfjährige Eryne. „Ich möchte Wasser“, sagt sie fehlerfrei. Und welches Wort kennt Anais? „Schmetterling“, ein schwierig auszusprechendes Wort, das auf Französisch papillon heißt. Der Bus fährt los: Au revoir, auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal. (pfn)

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