Herxheim Schülerverein beschenkt Lkw-Fahrer zu Weihnachten
Fünf Rastplätze, vier Stunden Verteilzeit, 65 Brummi-Fahrer glücklich gemacht – das ist die Bilanz einer Weihnachtsaktion des Vereins Schüler für Tiere. Und diese hat eine Vorgeschichte, denn schon vor drei Jahren hatte der Herxheimer Verein eine Weihnachtsaktion geplant. „Wir wollten an Heiligabend alleinstehende Menschen zu Hause abzuholen, ein tierleidfreies Essen zubereiten und anschließend gemeinsam erzählen und etwas spielen“, berichtet Vorsitzende Sabine Luppert. Leider habe sich auf den damaligen Aufruf niemand gemeldet. Später habe sie erfahren, dass sich die Alleinstehenden wohl geniert hatten und sich nicht trauten, sich zu melden.
2019 unternahm der Verein einen zweiten Anlauf. „Da kamen wenigstens zwei liebe Menschen zum dreigängigen Weihnachtsessen und anschließenden Spieleabend.“ 2020 war um die Weihnachtszeit Corona-Lockdown und nichts ging. Die geplante Aktion, Obdachlosen in Karlsruhe an Heiligabend mit einer „Gulaschkanone“ ein warmes Essen zukommen zu lassen, habe die Stadt untersagt, berichtet Luppert.
Fünf Rastplätze angefahren
Also plante der Verein schon frühzeitig, es 2021 anders zu machen. Am letzten Schultag schrieben Lupperts Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c in der IGS Kandel 40 Karten, die den Fernfahrern zusammen mit einer Tüte Überraschungen überreicht werden sollten. Sabine und ihr Mann Andreas Luppert hatten zwischenzeitlich Lebensmittel – Süßigkeiten, Obst, Instantessen und mehr – und etwas zum Lesen organisiert und verpackt. Unterstützung fanden sie bei Ingrid und Walter Daum von der Tafel Herxheim und bei Familie Groß vom Schoßberghof in Minfeld.
Mit einem vollgepackten Auto ging es dann los. Gesucht wurden Rastplätze ohne Tankstelle und Restaurant wie der Parkplatz Rheinaue an der B9. „Dort trafen wir nur drei Fernfahrer an, aber die haben sich so unsäglich gefreut“, berichtet Sabine Luppert. Weiter ging’s zum Rasthof Spitzenrheinhof auf der A61 kurz vor der Rheinbrücke, anschließend zum Rastplatz Binshof auf der Gegenseite. Da noch Tüten übrig waren, fuhren Lupperts weiter auf der A61 Richtung Frankenthal zum Parkplatz „Auf dem Hahnen“.Die letzten Tüten wurden auf der Rückfahrt auf dem Rastplatz „Auf dem Hirschen“ verteilt.
Freude bei Lkw-Fahrern groß
Lupperts stellen nachdenklich fest: „Es waren nur osteuropäische Fahrer unterwegs, die auf diesen Rastplätzen die Feiertage verbringen müssen, nur damit der Kunde bis zu letzten Sekunde seine Sachen bekommt.“ Sie trafen Fahrer aus Litauen, Mazedonien, der Ukraine, Belarus, Russland, Rumänien, Serbien und der Slowakei, ein junger Fahrer auch aus Spanien. Alle hätten sich sehr über die kleine Aufmerksamkeit gefreut. „Viele haben gerade mit ihrer Familie telefoniert und uns gleich mit in den Videoanruf genommen“, freut sich die Vereinsvorsitzende, die auf Nachahmer hofft.