Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Schäfer: Wir müssen die Pfalz-Touristik stärken

Der Weg vom Frantzplatz über den Bürgerhausgarten zur Marktstraße soll barrierefrei werden.
Der Weg vom Frantzplatz über den Bürgerhausgarten zur Marktstraße soll barrierefrei werden.

Das Zentrum Maikammers hat sich in den vergangenen Jahren bereits erheblich geändert, besonders durch die Arbeiten am Marktplatz. Ortsbürgermeister Karl Schäfer erklärt im RHEINPFALZ-Gespräch, welche Projekte als nächstes anstehen.

Herr Schäfer, die Neugestaltung des Marktplatzes ist abgeschlossen, welches Projekt steht denn als Nächstes auf der Tagesordnung?
Wir werden nun den Bereich vom Frantzplatz über den Bürgerhausgarten bis zur Marktstraße barrierefrei ausbauen. Dafür müssen unter anderem die Wege im Bürgerhausgarten geändert werden. Um als barrierefrei zu gelten, dürfen sie nicht mehr als sechs Prozent Steigung aufweisen. Das Projekt geht zurück auf eine Zukunftswerkstatt, die wir 2017 gemacht haben. Es wird nun gekoppelt mit der Umsetzung eines barrierefreien Fußwegeleitsystems, für das es Fördermittel gibt. Dabei geht es hauptsächlich um die Beschilderung von barrierefreien Wegen. Wir haben nun alle Unterlagen nach Mainz geschickt und wollen so schnell wie möglich mit der Ausschreibung anfangen.

Gibt es weitere Projekte?
Wir wollen unser Beleuchtungskonzept umsetzen. Ziel ist eine einheitliche innerörtliche Beleuchtung, die anlassbezogen gestaltet werden kann. Zum Beispiel an Weihnachten oder beim Weinfest. Ein weiteres Ziel dabei ist die Einsparung von Energie.

Wie ist denn der Stand der Dinge bei dem geplanten Hotel?
Da geht es jetzt nur noch um den Durchführungsvertrag zum Bebauungsplan. Wir haben Ende Januar dazu eine Besprechung mit dem Investor, dann muss der Rat dem Vertrag noch zustimmen. In Anschluss tritt der Bebauungsplan als Satzung in Kraft.

Bedeutet das, dass in diesem Jahr noch Baubeginn ist?
Das hängt davon ab, wie schnell der Investor eine Baugenehmigung bekommt. Dafür zuständig ist die Kreisverwaltung. Wünschenswert wäre es natürlich.

Die Branche ist im Moment arg gebeutelt. Gehen Sie davon aus, dass sie sich schnell erholt?
Ja. Wir hatten schon 2020 einen starken Zulauf von neuen, vielfach jüngeren Gästen. 2021 sind viele von ihnen wiedergekommen. Experten gehen davon aus, dass der Deutschland-Tourismus von der Corona-Krise profitiert. Außerdem ist die Verweildauer der Gäste gestiegen.

Wenn die Gäste jünger werden und länger bleiben, steigen wahrscheinlich auch die Herausforderungen. Dann sind doch auch andere Angebote gefragt. Heißt das nicht, dass die Touristiker in der Pfalz stärker als bisher zusammenarbeiten müssen?
Das ist in der Tat unerlässlich. Wir müssen die Pfalz-Touristik stärken und die Strukturen vereinfachen. Wir haben noch zu viele Ebenen in der Zuständigkeit. Andere Regionen haben schon vorgemacht, wie das geht. Aber ich bin guter Dinge, dass wir hier eine Lösung finden.

Wie läuft es denn beim Haus Lotter?
Die Sanierung kommt gut voran. Das Dach ist inzwischen dicht, muss aber noch gedeckt werden. Parallel dazu läuft der Innenausbau schon.

Wann, schätzen Sie, wird die Tourist-Info dort einziehen können?
Das wird schon noch ein bisschen dauern, das ist ja alles sehr arbeitsintensiv. Ich schätze, es wird Mitte 2023.

Herr Schäfer, Maikammer ist ja im Vergleich zu anderen Kommunen in der Region finanziell gut gestellt. Dennoch haben wahrscheinlich auch Sie als Ortsbürgermeister Wünsche. Was wäre so ein Wunsch?
Im Gesundheitssektor wäre eine zweite Apotheke gut. Maikammer ist dafür groß genug, das hat sich ja auch in der Vergangenheit gezeigt. Wichtig für die Zukunft ist außerdem der Umzug der Firma Gerst Projektbau von Edenkoben nach Maikammer. Das stärkt die Gemeinde mit Blick auf die Steuereinnahmen und auf die Arbeitsplätze. Vielleicht können wir schon im März den dafür notwendigen Bebauungsplan als Satzung beschließen.

Die Serie

Was bringt das Jahr 2022 für die Gemeinden? Darüber sprechen wir in einer kleinen Serie mit den Ortsbürgermeistern.

Karl Schäfer.
Karl Schäfer.
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