Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel SÜW: Tierärztin in Frankreich festgenommen?

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Medienberichten zufolge soll eine Tierärztin aus dem Landkreis Südliche Weinstraße in ihrem Haus im Elsass festgenommen worden sein. Informationen der RHEINPFALZ legen diesen Schluss nahe. Die Frau soll erneut Hunde und Katzen nicht tiergerecht gehalten haben. Am Montag erschien die Medizinerin jedoch vor Gericht in Landau. Zu den angeblichen Vorkommnissen wollte sie sich nicht äußern.

Eine Tierärztin aus dem Landkreis Südliche Weinstraße soll in ihrem Haus im elsässischen Obersteinbach festgenommen worden sein. Das berichtet der „Mannheimer Morgen“. Nach Angaben französischer Behörden sei das Anwesen der Frau vor einigen Tagen von der Polizei durchsucht worden. Beamte hätten in dem Haus 19 Hunde und fünf Katzen gefunden, die nicht artgerecht gehalten worden sein sollen. Die Tageszeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace“ berichtet, die Tiere seien eingesperrt und in einem schlechten Zustand gewesen. Da der Handel mit Tieren und auch „tiermedizinische Tätigkeiten“ nicht angemeldet gewesen seien, hätten die Polizisten die Hunde und Katzen beschlagnahmt und in einem Tierheim in Hagenau untergebracht, heißt es in dem Artikel des „Mannheimer Morgen“. Die Tierärztin sei mit einer weiteren Person festgenommen worden. Was ist dran an der Geschichte?

Bereits vergangene Woche hatte die RHEINPFALZ eine Anfrage an die Landauer Staatsanwaltschaft gerichtet bezüglich der Gerüchte, die südpfälzische Tierärztin sei festgenommen worden. Am Montagmorgen hatte Oberstaatsanwältin Anne Herrmann erklärt, es lägen der Behörde zu dem Fall keine Informationen vor. Am Dienstag sagte die Juristen auf Nachfrage, daran habe sich nichts geändert. Sie selbst kenne auch nur die Berichterstattung des „Mannheimer Morgen“. Sie könne jedoch bestätigen, dass die Tierärztin ein Haus in Obersteinbach besitzt, das habe die Frau in einer Verhandlung gesagt, erklärte Herrmann. Die Tierärztin habe aber betont, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in der Südpfalz habe, eine Freundin das Haus im Elsass bewohne. Zeugen hätten im Laufe des Verfahrens erklärt, dass dort Tiere gehalten würden, sagte Herrmann. Dem Anwalt der Tiermedizinerin, Christian Süß, ist von solchen Vorgängen ebenfalls nicht bekannt, wie dieser am Montag auf Anfrage erklärte. Er könne die Gerüchte aktuell weder bestätigen noch dementieren. Er sei erst aus dem Urlaub zurückgekommen und habe noch nicht mit seiner Mandantin sprechen können.

Der Fall erregt bundesweit Aufmerksamkeit

Sollten sich die mutmaßlichen Vorwürfe der französischen Behörden bestätigen, habe das jedoch keine direkten Auswirkungen auf das aktuell laufende Berufungsverfahren vor dem Landgericht Landau gegen die Tierärztin, sagte Herrmann. Der mutmaßliche Vorfall könnte sich jedoch auf das Strafmaß auswirken. Wie berichtet, hatte Süß im Namen seiner Mandantin Berufung gegen das Urteil des Schöffengerichts am Amtsgericht Landau eingelegt. Das hatte die Frau im vergangenen Oktober zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Der Prozess hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt, weil der Frau Tierquälerei im großen Stil und Abrechnungsbetrug vorgeworfen wird. Bei einer Razzia im April 2017 hatten Polizisten in Privathäusern der Tiermedizinerin 44 Hunde, 18 Katzen und drei Kängurus gefunden. Die Tiere waren größtenteils völlig verwahrlost.

Für Dienstagnachmittag war ein weiterer Verhandlungstag für das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Landau angesetzt, zu dem die Angeklagte erschien. Auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft wollte sich die Angeklagte nicht zu der angeblichen Festnahme in Frankreich äußern. Das Gericht setzte die Urteilsverkündung für Dienstag, 14. Mai, an. Ab 9 Uhr werden die Plädoyers gehört, das Urteil wird nachmittags erwartet.

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