Kreis Südliche Weinstraße „SÜW ist eine Marke geworden“

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Kaum ein Ort eignet sich besser für eine Diskussion zu diesem Thema als die Südpfalz-Therme in Bad Bergzabern. Das Thermen-Restaurant war auch gut gefüllt, schließlich hängt jeder sechste Arbeitsplatz im Landkreis von Weinbau und Tourismus ab, wie Landrätin Theresia Riedmaiet betonte. „Alljährlich diskutieren wir bei den Haushaltsberatungen darüber, ob die 500.000 Euro für den Verein SÜW gerechtfertig sind“, sagte Klaus Stalter, SPD-Fraktionschef im Kreistag. „Nach unserem Selbstverständnis ist das Wirtschaftsförderung. Wenn man sich die hohe Wertschöpfung im Bereich Weinbau und Tourismus anschaut, dann ist das Geld gut angelegt“, so Stalter. Moderator Hermann Bohrer, Bürgermeister der VG Bad Bergzabern, hob eingangs die Bedeutung des Tourismus für das Bergzaberner Land hervor. Die Nettoumsätze im Tourismus lägen in der Region bei 30 Millionen Euro pro Jahr; dazu kämen rund 16 Millionen, die im Sekundärbereich, das heißt bei Metzger, Bäckern und so weiter verdient würden. „Damit ist der Tourismus der zentrale Wirtschaftsfaktor in der Region“, sagte Bohrer. Der Tourismus schaffe sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze, auch im Gesundheitsbereich, so Bohrer. Theresia Riedmaier sprach von einer über 40-jährigen Erfolgsgeschichte: „SÜW ist zu einer Marke geworden!“ Sie erinnerte an den früheren Landrat Gerhard Schwetje und an Dieter Hörner, die mit der Gründung des Vereins SÜW die Tourismusregion vorangebracht hätten. Damals wie heute gelte: „Es geht nur mit Einigkeit und Einheit.“ Es müsse Einigkeit darüber herrschen, was man wolle. Bereits in den 1970er-Jahren habe man die Einheit von Weinbau und Tourismus erkannt. Riedmaier erinnerte daran, dass damals die SÜW-Weine kein Markenzeichen gewesen seien. Durch Investitionen, durch Innovation und Experimentierfreude sei man stetig vorangekommen. „Heute stehen die Südliche Weinstraße und ihre Weine für Qualität und Stil“, so Riedmaier. Dieter Toffolo ist seit 2006 Gastronom in Bad Bergzabern. Er betreibt zwei Restaurants und einen Catering-Service. Das Potenzial in Bad Bergzabern sei hoch, lobte Toffolo, aber: „Stillstand bedeute Rückschritt“, warnte er. Innovation sei ein ganz wichtiger Faktor. Die 60-Jährigen von heute hätten andere Ansprüche als die vor 20 Jahren. „Heute wollen die Flexibilität und Mobilität.“ In Tourismus und Gastronomie müsse man sich ständig anpassen. Eingeladen zum Forum war Evi Ullrich-Friedrich, Inhaberin des Weinguts Ullrich in Pleisweiler-Oberhofen. Frau Ullrich war aber erkrankt, sodass kurzfristig ihr Ehemann Bernhard Friedrich einsprang. Keine schlechte Wahl, denn Friedrich lebt zwar seit zehn Jahren in Pleisweiler-Oberhofen, hat aber auch noch ein Weingut in Neustadt-Hambach. „Als Zugezogener habe ich noch so etwas, wie den Blick von außen“, sagte Friedrich. Früher seien die SÜW-Weine an der Mittelhaardt belächelt worden. Doch das habe sich geändert. „Wir haben an der Mittelhaardt einige Fehler gemacht“, so sein Eingeständnis. An der Südlichen Weinstraße habe sich eine unglaubliche Dynamik aufgebaut, „während bei uns eher Stillstand war. Und Stillstand bedeutet Rückschritt“. Die Betriebe in der Südpfalz seien größer geworden, die Zusammenarbeit der Winzer funktioniere. Auch die Kooperation mit anderen Bereichen des Tourismus sei gut. SPD-Landtagsabgeordneter Alexander Schweitzer sprach von der Tourismusstrategie des Landes. Dafür habe man sich den Süden der Pfalz angeschaut, so Schweitzer, die Region sei vorbildlich. Rund 9,1 Millionen Menschen machen laut Schweitzer jährlich Urlaub in Rheinland-Pfalz, manche nur zwei oder drei Tage. „Diese Leute legen wert auf absolute Qualität“, sagte Schweitzer. Gerade für ältere Menschen sei die Pfalz attraktiv. Das Thema Gesundheit liege ihm besonders am Herzen, so Schweitzer. Bad Bergzabern sei als Gesundheitsstandort von besonderer Bedeutung. Das Thema Gesundheit werde im Tourismus der Zukunft eine besondere Bedeutung haben, darin waren sich alle Diskutanten einig. Bohrer erinnerte an die Investitionen in die Südpfalz-Therme. Außerdem hob er das neue Wanderwege-Konzept im Bergzaberner Land hervor. Dass die Südliche Weinstraße von der Landesgartenschau in Landau profitieren wird, betonten alle. „Landau ist Teil der Südpfalz, die Leute müssen durch die Region fahren, um nach Landau zu gelangen“, sagte Schweitzer. Die Landesgartenschau sei die große Chancen, neue Gäste zu gewinnen. Das Resümee des Abends zog Torsten Blank, Bürgermeister der VG Landau-Land. Er habe über Fasnacht Urlaub im Nordschwarzwald gemacht, erzählte Blank. „Die haben dort etwas den Anschluss verpasst. Dort macht man Urlaub wie vor 20 oder 30 Jahren“, sagte Blank. Das dürfe an der Südliche Weinstraße nicht passieren. „Wir sind eine junge Region“, so Blank, „wir müssen auch in Zukunft auf Experimentierfreude und Innovation setzen.“ Man müsse neue Ideen entwickeln, um neue Zielgruppen zu erreichen. „Die nächste Generation an Gästen steht bereit, wir müssen sie nur abholen“, meinte Blank. (jpa)

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