Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel SÜW/Haßloch: Betrüger ergaunern nach Zeitungsanzeige wertvollen Schmuck

Die Betrüger haben es auch auf Schmuck abgesehen.
Die Betrüger haben es auch auf Schmuck abgesehen. Foto: picture alliance / Piyal Adhikar

„Sofort Bargeld, Ankaufaktion in der Hauptfiliale, kostenlose Hausbesuche bis 100 km“: Mit einer großen Anzeige auf einer Seite der Landauer Lokalausgabe der RHEINPFALZ wurde am 20. September für den Ankauf von Gold, Schmuck und Pelzen geworben. Nun warnt die Polizei: Es handelt sich um Betrüger.

Die angebliche Ankaufaktion war laut der professionell gestalteten Anzeige befristet auf den Zeitraum von 20. bis 24. September. „Wir zahlen mehr als den Materialwert“, wurde beim Ankauf von Gold und Schmuck versprochen, Pelze aller Art würden „für den russischen Markt“ dringend gesucht, außerdem wurde Interesse an Uhren, Antiquitäten, Bernstein, Perlen und Korallen vorgegeben. Ein angebliches An- und Verkaufsunternehmen mit „25 Jahren Erfahrung“ bat um telefonische Terminvereinbarung unter einer Nummer in Wachenheim, und die „Öffnungszeiten Montag bis Samstag, 9 bis 18 Uhr“ erweckten den Eindruck, es handle sich um ein seriöses Unternehmen. Das ist jedoch laut Polizei nicht der Fall: Dahinter steckten Betrüger.

Masche zielt vor allem auf Senioren ab

Die Zeitungsanzeige erschien am selben Tag auch auf einer Seite der Neustadter Ausgabe der RHEINPFALZ. Daraufhin meldet sich am 21. September ein Bürger aus Haßloch, der unter anderem Schmuck verkaufen wollte, bei der angegebenen Telefonnummer, erläuterte ein Sprecher der Haßlocher Polizei auf Anfrage der RHEINPFALZ. Ein Termin wurde vereinbart, zu dem zwei 35- bis 40-jährige Männer mit südländischem Aussehen und gepflegtem äußeren Erscheinungsbild in einem dunkelblauen BMW vorfuhren. Unter anderem an Schmuck, den der Haßlocher verkaufen wollte, zeigten sie Interesse. Sie leisteten eine Anzahlung von 350 Euro und nahmen Schmuckstücke, die zwischen 3000 und 4000 Euro wert sind, gleich mit. Ihrem Opfer erklärten sie, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorbeizukommen, um weitere Gegenstände mitzunehmen, und dann den Gesamtpreis zu bezahlen. Der vereinbarte Termin verstrich allerdings, ohne dass die beiden Männer noch einmal auftauchten.

„Oft haben die Täter leichtes Spiel“

Die Polizei kennt diese Masche, mit der vor allem ältere Menschen um wertvolle Gegenstände und Geld gebracht werden. In unserer Region ist die Methode, mit großen Zeitungsanzeigen den Eindruck eines seriösen Unternehmens zu erwecken, den Beamten allerdings noch nicht untergekommen. Vor allem Senioren fühlten sich von Anzeigen, in denen für den Ankauf von Gold, Schmuck oder Pelzen geworben wird, angesprochen. „Oft sind diese alleinstehend, und die Täter haben leichtes Spiel. Wohin mit Pelzmänteln und Wertgegenständen, die jahrelang nicht mehr getragen werden oder in Schränken liegen? Da kommen solche Zeitungsanzeigen gerade recht“, so die Polizei. Mit Inseraten würden seriöse Firmen werben. Aber daneben versuchten auch Betrüger, das Vertrauen der Menschen zu erschleichen, um sie anschließend zu bestehlen oder zu betrügen.

Es könnte weitere Opfer der Betrüger geben

Laut Polizei besteht kein Unternehmen mit dem in der Zeitungsanzeige angegebenen Namen. Die Telefonnummer sei offenbar nur temporär aktiv gewesen. Die Polizei geht davon aus, dass es weitere Geschädigte geben könnte. Wie die Polizeiinspektion Landau am Freitag auf Anfrage der RHEINPFALZ erklärte, gebe es bisher noch keine bekannten Fälle in der Südpfalz in Zusammenhang mit der Anzeige.

Polizei rät zur Vorsicht: Verkäufe nie allein zu Hause

Um vor solchen unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein, rät die Polizei, Verkaufsgespräche dieser Art in der eigenen Wohnung zu vermeiden und solche Verkäufe nie alleine zu Hause abzuwickeln. Außerdem sollten immer Verwandte oder Bekannte dabei sein, die den oder die Käufer „im Auge“ haben. Von solchen Käufern sollte man sich nie aus dem Zimmer schicken lassen, um etwa ein Glas Wasser oder dergleichen zu holen. Ein weiterer wichtiger Hinweis der Polizei: „Zeigen Sie den Käufern niemals, wo Sie Ihre Wertsachen oder Ihr Bargeld aufbewahren.“ Wer bei den Verkaufsverhandlungen ein ungutes Gefühl bekommt, sollte das Autokennzeichen des Käufers notieren. Sollte man bei einer solchen Verkaufsaktion trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bestohlen worden sein, appelliert die Polizei, sofort Anzeige zu erstatten.

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