Kreis Südliche Weinstraße
Südpfalz: Wildbrücke über B 10 soll Verkehr und Tiere schützen
Wer zurzeit mit dem Auto unterwegs ist, muss besonders wachsam sein. Gerade im Herbst quert Wild verstärkt die Trassen. Manche Tiere laufen auch mal über Auto- oder Bundesstraßen. Schutz können Wildbrücken bieten. So ein Bauwerk soll an der B 10 entstehen. Und noch mehr.
Ende Oktober ist ein Mann mit seinem Auto auf der B 10 zwischen Queichhambach und Birkweiler unterwegs, als ihm ein Wildschwein vor die Windschutzscheibe läuft. Er überfährt das Tier, das tot am Boden liegen bleibt. Nachfolgende Fahrzeuge überollen den Kadaver – und werden beschädigt. Dieses Beispiel zeigt, dass Wild nicht nur auf einsamen Landstraßen im Pfälzerwald unterwegs ist. Aber wie lassen sich Mensch und Tier auf der B 10 besser schützen?
Was hat der Luchs damit zu tun?
Eine Option sind Wildbrücken. Ein solches Bauwerk findet sich beispielsweise auf dem B-10-Abschnitt zwischen Hinterweidenthal und Lemberg. Ein solches Konstrukt soll auch im Zuge des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße zwischen der Abfahrt nach Queichhambach und der B-10-Brücke bei Albersweiler entstehen, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer auf Anfrage der RHEINPFALZ nun mitgeteilt hat. Begründung: Laut einem Gutachten eines Wildtierbiologen gibt es dort einen Korridor, der sich besonders für den Wildwechsel anbietet, „für die Vernetzung von Lebensräumen, insbesondere auch für die Wildkatze“, wie der LBM erklärt. Heißt: Auch der im Pfälzerwald ausgewilderte Luchs soll dort problemlos die Bundesstraße überqueren können. Kosten, genauer Standort und Baubeginn sind aber demnach noch unklar. Die Brücke wird aber mindestens 50 Meter breit werden.
Was ist noch an der B 10 geplant?
Zudem sind Wildzäune beidseitig entlang der Kuppe zwischen Queichhambach und der B-10-Brücke bei Albersweiler geplant. Sie sollen nicht nur den Verkehr vor Wildwechsel schützen, sondern die Tiere auch auf die Wildbrücke leiten. Zur Kenntnis: Die Herstellung eines Wildschutzzaunes kostet rund 60 Euro pro laufendem Meter.
Gibt es mehr Wildunfälle?
Auf der B 10 zwischen den Abfahrten Landau und Hauenstein hat sich die Anzahl der Wildunfälle in den vergangenen Jahren uneinheitlich entwickelt. 2014 gab es 23 Wildunfälle, 2015 waren es ebenfalls 23, 2016 wurden 29 gezählt, 2017 waren es 37, 2018 gab es 28. Das hat der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz auf Anfrage mitgeteilt. Nachfrage: Gibt es Wildunfallschwerpunkte auf dem genannten Streckenabschnitt? Antwort: nein.