ANNWEILER / RHODT RHEINPFALZ Plus Artikel Südliche Weinstraße wird Teil der Monopoly-Familie

Der Monopolymann auf Werbetour in der Theresienstraße in Rhodt.
Der Monopolymann auf Werbetour in der Theresienstraße in Rhodt.

Monopoly ist eines der bekanntesten Brettspiele. Es wird in knapp 40 Sprachen in über 100 Ländern verkauft. Die Zahl der Spieler wird auf rund 750 Millionen geschätzt. Nun wird es nach vielen anderen Versionen auch eine Edition „Deutsche Weinstraße“ geben. Auf was dürfen sich die Fans freuen?

In Deutschland gilt Monopoly als das beliebteste Familienspiel, 85 Prozent der Deutschen kennen es. Die Weinstraßen-Ausgabe soll im kommenden Frühjahr erscheinen – 117 Jahre, nachdem die US-Amerikanerin Elizabeth Magie für das Vorläuferspiel „The Landlord“s Game“ ein amerikanisches Patent erhalten hat, erscheinen. Die erste deutsche Version brachte 1936 die Berliner Firma Schmidt Spiele auf den Markt. Ziel des Spiels ist es, ein Grundstücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler in die Insolvenz zu treiben.

2007 erschien eine Version, in der die Straßennamen durch Städtenamen wie Köln, Heidelberg, Mannheim, München, Bremen, Leipzig oder Hamburg ersetzt wurden. Die vier Bahnhöfe standen in Nürnberg, Köln, Hamburg und Leipzig. Es gibt auch Ausgaben wie „Rheinland-Pfalz“, „Kaiserslautern“, „Koblenz“, „Schlösser und Burgen“, „Asterix & Obelix“, „Star Wars“, „Game of Thrones“, „Herr der Ringe“ oder „Super Mario“.

Pfalz-Ausgabe schon länger auf dem Markt

Susanne Breiling von der Pfalzwein-Werbung in Neustadt erinnerte sich an eine Ausgabe „Pfalz“. Darauf wurden unter anderem die Landauer Wahrzeichen Marienkirche, Deutsches Tor, Altes Kaufhaus und Festhalle, aber auch die Villa Ludwigshöhe, das Hambacher Schloss, der Speyerer Dom und die Stiftskirche in Neustadt zu Spielfeldern. „Die Ausgabe, die ich noch in einer eingeschweißten Originalverpackung hier in meinem Büro habe, stammt aus dem Jahr 2010“ , erzählt Breiling.

Nun also wird auch an der Weinstraße um Straßen und Grundstücke spielerisch spekuliert. Katrin Schilling, erste Beigeordnete der Gemeinde Rhodt, wurde über einen Facebook-Post auf den Aufruf zur Bewerbung für ein Straßenfeld aufmerksam. „In einer Sonderausgabe Deutsche Weinstraße darf Rhodt nicht fehlen“, findet Schilling.

Dubbeglas als Spielfigur

Das Spiel erscheint mit geänderten Spielfiguren wie Dubbeglas, Trauben und Weinkiste in einer Auflage von 5000 Stück. Dabei werden die Figuren aus Blei gegossen. Entwickelt wird das Spiel von Handelsvertreter Mark Krasemann aus Münster in Westfalen in Zusammenarbeit mit der Handelsagentur Nicolas Rose aus Telgte im Münsterland. Zusammen brachten sie bereits diverse Monopoly-Editionen mit örtlichem Bezug auf den Markt. So „Deutsche Nordseeküste“ und „Deutsche Ostseeküste“ oder „Bodensee“.

Die Idee zur Ausgabe „Deutsche Weinstraße“ kommt von Max Bohnenstiel vom gleichnamigen Weingut in Herxheim am Berg. Dieser ist mit Krasemanns Tochter befreundet. So gab es schon 2019 erste Gespräche mit Mark Krasemann über die eventuelle Gestaltung. Dieser stellte die Idee bei Winning Moves Deutschland, einem Spieleverlag für Brett- & Kartenspiele in Düsseldorf, vor, wo man sofort begeistert war. Wegen Corona kam das ganze Projekt etwas verspätet in Schwung. „Eigentlich wollten wir schon zum Dürkheimer Wurstmarkt damit präsent sein“, sagt Krasemann.

„Wir wollen kein reines Winzerspiel“

Auf den Spielfeldern sollen Weingüter im Vordergrund stehen, wobei die Nord-Süd-Balance zwischen Unter- und Mittelhaardt sowie der Südlichen Weinstraße gewahrt bleibt. In jedem Fall sind das Deutsche Weintor in Schweigen und das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim dabei.

„Wir wollen aber kein reines Winzerspiel anbieten, weshalb auch andere Themen in Betracht kommen“, betont Krasemann. Deshalb kommen auch Rhodt und Annweiler zum Zug. „Wobei ich gar nicht erwartet hätte, dass sich Städte und Gemeinden beteiligen.“ Weitere Partner können Unternehmen, Institutionen oder Vereine sein.

Gesamtkosten für Rhodt liegen bei 7000 Euro

Rhodt soll das Feld neben „Frei parken“ bekommen. Darauf kommt ein Bild und als Text „Theresienstraße Rhodt unter Rietburg“. Das Feld inklusive der Ereigniskarte mit eigenem Text kostet 4000 Euro. Die Gemeinde hätte für die Spiele ein Vorkaufsrecht und müsste auf jeden Fall 100 Stück zum Preis von 30 Euro abnehmen. Somit lägen die Gesamtkosten bei 7000 Euro. Über den Wiederverkauf der 100 Spiele sollen rund 5000 Euro hereinkommen. Da der Verein für Tourismus eine Beteiligung von 1000 Euro zugesagt hat, verblieben für die Gemeinde noch 1000 Euro. Rhodt dürfte mit der Marke Monopoly werben. „Wir können im Vorfeld einen kleinen Werbefilm mit dem Monopolymann auf der Theresienstraße drehen“, informiert Schilling.

Auch die Stadt Annweiler und der Trifels bekommen jeweils ein eigenes Feld auf dem Weinstraßen-Monopoly. Hier hatte Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried die Idee, sich zu beteiligen. „Ich freue mich sehr, dass unser Trifelsland und natürlich unsere Stadt auf einem besonderen Monopoly-Spiel zu finden sein werden“, sagt Seyfried. „Alle, die sich unserer Region und Stadt verbunden fühlen, können entscheiden, welches Fotomotiv von Annweiler das zukünftige Spielfeld ziert“, sagt der Stadtchef, selbst begeisterter Monopolyspieler. Zur Auswahl stehen drei Motive des Fotografen Christian Fernandez Gamio. Die Abstimmung läuft über den Instagram- und Facebook-Account der Stadt noch bis zum 23. Oktober.

Spiel nicht nur für Einheimische interessant

„Das ist ein Gewinn für unsere Region“, freut sich der erste Stadtbeigeordnete Dirk Müller-Erdle, zuständig für Stadtentwicklung und Tourismusförderung. „Bei diesem bekannten Brettspiel bin ich mir sicher, dass sich nicht nur Einheimische ein Spiel kaufen werden, sondern auch viele Touristen.“

Uta Holz, Geschäftsführerin der Vereins SÜW, spricht von einem schönen Werbemittel: „Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Spiel in Tourist-Infos, Weingütern und Buchhandlungen gekauft wird. Wir als Verein werden noch unsere Mitglieder anschreiben und über die Idee informieren. Vielleicht wollen sich ja noch einige beteiligen.“

Annweilers Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried mit den drei Motiven, die für das Annweiler-Feld zur Wahl stehen.
Annweilers Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried mit den drei Motiven, die für das Annweiler-Feld zur Wahl stehen.
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