Rhodt RHEINPFALZ Plus Artikel Rhodter Adler mit neuem Eigentümer und rundum erneuert

Falk-Joachim Seidel ist Geschäftsführer der Rhodter Adler GmbH, seine Stieftochter Lisa Soltmann managt den Hotel- und Restauran
Falk-Joachim Seidel ist Geschäftsführer der Rhodter Adler GmbH, seine Stieftochter Lisa Soltmann managt den Hotel- und Restaurantbetrieb.

Das Rhodter Adler ist zu neuem Leben erwacht. Im Hotel sind die Zimmer nicht wiederzuerkennen, auf der Speisekarte des Restaurants werden Pfälzer Gerichte auf originelle Weise interpretiert. Zudem soll der rückwärtige Garten des denkmalgeschützten Gebäudes neu bespielt werden.

Falk-Joachim Seidel wollte ein Anwesen kaufen und zu privaten Zwecken umwandeln, das war der Plan. Der Frankenthaler ist in der Immobilienbranche als Unternehmer tätig und hat dabei auch ältere Gebäude im Blick. Ausschau hielt er unter anderem nach einer Winzerstube. Bei seiner Suche stieß er auf das als Rhodter Adler bekannte Objekt, das ein Hotel und ein Restaurant beherbergt und für das ein neuer Eigentümer gesucht wurde. Das denkmalgeschützte Haus, das sich im Traminerdorf an der Ecke Weinstraße/Edesheimer Straße befindet, weckte sein Interesse. Auch wenn die Idee, es privat zu nutzen, wegen der Größe der Immobilie hinfällig war. Er schaute sich das alte, von historischen Gemäuern umringte Anwesen trotzdem an – und habe sich darin verliebt.

„Ich merkte gleich, welch großes Potenzial in dem Gebäude schlummert“, sagt Seidel. Um dieses Potenzial gänzlich ausschöpfen und das Objekt den eigenen Vorstellungen entsprechend neu herrichten zu können, wollte er es ungern in die Hände eines Pächters geben, was er am Anfang überlegt hatte. Ihm kam es daher ganz gelegen, dass es in Familienhand blieb. Er übertrug das Management nämlich an seine Stieftochter Lisa Soltmann, die sich auf Anhieb dafür begeistern konnte, die Örtlichkeiten mit kreativen Ideen zu neuem Leben zu erwecken.

Von Ludwigshafen nach Rhodt

Dadurch, dass die gelernte Bürokauffrau bereits im Hintergrund eines spanischen Restaurants mitgewirkt hatte, welches ihr Bruder einst in einem Ludwigshafener Stadtteil führte, hatte sie auch die nötige Gastro-Erfahrung für den Hotel- und Restaurantbetrieb des Objektes in der Südpfalz. Die Besichtigungen sind nun ein Jahr her, in der Zwischenzeit wurde die Immobilie zwischen der Übernahme im Januar und April umfangreich renoviert und umgestaltet, seit wenigen Wochen gehen Übernachtungsgäste wieder ein uns aus. „Viele Gäste reisen dabei aus Nordrhein-Westfalen an, auch aus der Schweiz und Österreich“, berichtet Soltmann. Auch das Restaurant hat bis auf zwei Ruhetage in der Woche für Besucher geöffnet.

Wer das Hotel Rhodter Adler von früher kannte, etwa aus der Zeit der Vorbesitzer, wird überrascht sein. Weder die Unterkünfte noch das Restaurant sind wiederzuerkennen. Die elf Zimmer, die fast ausschließlich als Doppel-, teils als Familienzimmer, angepriesen werden, sind komplett renoviert und neu möbliert worden. Im neu eingerichteten Restaurant stechen unter anderem die neue Theke und Beleuchtung ins Auge. Drinnen sollen bis zu 70 Gäste, draußen bis zu 50 Personen bedient werden können. Diese Zahl sei aber variabel. Je nachdem, wie die Räume beziehungsweise der Hof bestuhlt werden.

Pfälzer Gerichte anders interpretiert

Die angebotenen Weine stammen allesamt von Winzern aus Rhodt oder Weyher. „Wir sind hierher gekommen, um zu Rhodt dazuzugehören. Wir wollen Teil des Dorflebens sein“, sagt Seidel. Und dazu gehöre eben auch die Zusammenarbeit mit lokalen Winzern. Bei der Speisekarte gelte das Credo, jedem Gast etwas anbieten zu können. Unabhängig davon, ob die Person lieber Fleisch ist oder Vegetarier beziehungsweise Veganer ist. Serviert werden ausgefallene Gerichte wie ein Filet vom Wollschwein oder Jakobsmuscheln, nicht fehlen dürfen die Pfälzer Spezialitäten, welche allerdings im Rhodter Adler anders interpretiert werden. Auf den Tisch kommen beispielsweise Lewwerworscht-Maultaschen und Pfälzer Tapas.

Die Investitionssumme für den Kauf und die Umgestaltung der Immobilie liegt nahe bei zwei Millionen Euro. Und doch sind die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. So soll der Ballsaal im ersten Geschoss des Gebäudes in Kürze neu hergerichtet sein und insbesondere für private Anlässe zur Verfügung stehen. „Aber auch kulturelle Veranstaltungen sind denkbar“, sagt Seidel. Zur Ruhe kommen sollen Gäste zudem in der Gartenanlage, welche in ein Weingarten umgewandelt werden soll. Dieser Bereich sei dann für Gäste gedacht, die sich beispielsweise ein Getränk gönnen und weiterziehen möchten. „Hier werden sich die Besucher alternativ zum Restaurant in Selbstbedienung an der Bar versorgen und an den Tischen entspannen können“, sagt Soltmann.

Info

Rhodter Adler, Weinstraße 10. Telefon: 06323 9492770, www.rhodter-adler.de.

Bisb zu 70 Gäste können im Innenbereich des Restaurants bedient werden.
Bisb zu 70 Gäste können im Innenbereich des Restaurants bedient werden.
Blick in den Garten des Anwesens.
Blick in den Garten des Anwesens.
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