Kreis Südliche Weinstraße „Praktizierte Inklusion“

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Die Zahl der Schüler in der Altenbergschule (Förderschule) Bad Bergzabern steigt seit Jahren stetig an. Aus der Platznot hilft ihr die Berufsbildende Schule (BBS) am selben Standort mit Räumen für zwei neunte Klassen. Auch plant die BBS, einen Bildungsgang ähnlich dem Berufsvorbereitenden Jahr für Förderschulabgänger einzurichten. Im Kreishaus wurden neue modellhafte Bildungsgänge vorgestellt.

Bei der Kooperation Altenbergschule und BBS gehe es um „praktizierte Inklusion“, so Landrätin Theresia Riedmaier. Die verbesserte Raumsituation für die Förderschule entspreche auch der besseren Nutzung der BBS, die mit ihrer handwerkstechnischen Ausstattung die Ausbildungschancen für die Förderschüler erhöhe. Schuldezernent Bernd E. Lauerbach bekräftigte, der Platzmangel in der Altenbergschule sei ausschlaggebend für das Konzept der Werkstättennutzung in der BBS. Mit dem Ziel, die Lernmöglichkeiten der Schüler zu erhöhen, „die oft viel handwerkliches Geschick mitbringen“. Auch verkürzte Ausbildungszeiten seien denkbar und aufgrund der Ganztagsschule (in der Realschule plus) gewährleistet. Johannes Stengel, Leiter der Altenbergschule, nannte mit aktuell 136 Schülern in elf Klassen „den Höchststand“ der Entwicklung. Vor sieben Jahren waren es 80 Schüler. Mit den 2013 neu geschaffenen Klassenräumen habe die Schule zehn „voll ausgelastete“ Räume und die Lehrküche zum Klassenzimmer umfunktionieren müssen. Aus den Nähten platze die Einrichtung, weil alle Altenbergschüler Ganztagsschüler seien. Aber wie ist es möglich, dass eine Förderschule in Zeiten der Inklusion derart wächst? Der Schulleiter nannte den starken Zuzug von Kindern mit Förderbedarf in der Südpfalz sowie das noch dünne Netz der Schwerpunktschulen im Sekundar-1-Bereich in der Region Bad Bergzabern als Grund. Außerdem habe die Altenbergschule nach der Auflösung der Förderschule Dahn bei dem neuen Schulbezirk mit der VG Dahner Felsenland „ein deutlich größeres Einzugsgebiet“ erhalten. Stengel verwies auch auf eine seit Jahren steigende Schülerrate, „die wir individuell integrativ in Regelschulen unterstützen“. Allein 2013 „wählten 65 Prozent der Eltern eine integrative Schulform.“ Helmut Schweder, Chef der BBS SÜW mit den Standorten Bad Bergzabern, Annweiler und Edenkoben, erklärte das Platzangebot der BBS am Standort Bad Bergzabern mit „rückläufigen Schüler- und Klassenzahlen“, die eine Umstrukturierung nötig machten. Die Altenbergschüler der neunten Klassen werden laut Schweder in einem eigenen Bereich der BBS von Förderschullehrern unterrichtet, der bereits Erfahrung mit Inklusion hat. Sein Ziel: „Wir wollen erreichen, was mit der Paul-Moor-Schule Edenkoben bereits erfolgreich umgesetzt wurde“. Und damit den meist gut sozialisierten Förderschülern schon auf dem ersten Arbeitsmarkt Chancen bieten. Gerade in den Bereichen Holz, Metall, Elektrotechnik, Hotellerie und Ernährung sei die Nachfrage nach Arbeitskräften groß. Schweder strebt an, „an der BBS einen Bildungsgang ähnlich dem berufsvorbereitenden Jahr für Förderschulabgänger einzurichten“. Idealerweise mit Beginn des neuen Schuljahres. Das letzte Wort spreche die Aufsichts- und Dienstdirektion. (hima)

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