Kreis Südliche Weinstraße Platz für anonyme Bestattungen

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Der Gemeinderat Böchingen billigte am Dienstagabend nach ausführlicher Diskussion bei einer Gegenstimme das von Diplom-Ingenieurin Bettina Krell (Bad Bergzabern) erarbeitete Gestaltungskonzept für den südlichen Eingangsbereich des Friedhofes, der künftig teilweise beziehungsweise ganz anonyme Bestattungen ermöglicht.

Bereits im August 2013 hatte der Rat beschlossen, den südlichen Eingangsbereich des Friedhofes für alternative Begräbnisformen umzugestalten, erinnerte Ortsbürgermeister Reinhold Walter (CDU). Der Eingangsbereich sollte attraktiver, der Aufenthaltscharakter erhalten sowie anonyme Bestattungsformen ermöglicht werden. Im September 2014 hatte der Rat noch keine Entscheidung getroffen, sondern eine weitere Gestaltungsvariante gewünscht. Es folgte eine gemeinsame Begehung des Friedhofes von Rat und Planerin. Das Ergebnis gebe die neue Gestaltungsvariante wider. Die nun verabschiedete Variante sieht im Eingangsbereich bepflanzte Beete, Bänke und Bäume vor. Mehrere Bestattungsmöglichkeiten werden kombiniert. Das Konzept sieht auch vor, dass eine Belegung nach Bedarf auch abschnittsweise erfolgt. Die Beete dienen als Gemeinschaftsgrabstätte, die keine individuellen Grabsteine, sondern lediglich ein Gemeinschaftsgrabmal am Weg vorsieht. Um die Beete wird ein Weg gepflastert, Bäume und Sträucher sollen im Randbereich gepflanzt werden. Geschaffen werden sollen zwei Beete-Grabstätten mit Stauden oder Gräsern. Neue Eibenhecken sollen als Abgrenzung zu den anschließenden Grabfeldern dienen. Das Konzept ermöglicht Optionen wie die Bestattung an Bäumen oder auch Rasenplattengräber und weitere Urnengrabreihen. Darüber wird je nach Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Beigeordneter Uwe Leonhardt überraschte den Rat mit dem Antrag, mit Blick auf die Kosten für die Neugestaltung ganz darauf zu verzichten. Bei einer Ja-Stimme sowie einer Stimmenthaltung wurde dies abgelehnt. Im Haushalt 2014 sind 30.000 Euro eingeplant, von denen nach Angaben des Ortsbürgermeisters für die Unterhaltung des Friedhofes 7090 Euro verbraucht wurden, so dass knapp 23.000 Euro verbleiben. In einem Grundsatzbeschluss hat der Rat entschieden, dass städtebauliche Sanierungsmaßnahmen in einem vereinfachten Verfahren möglich sind. Dazu soll ein Sanierungsgebiet festgelegt werden. Als Schwerpunktgemeinde im Rahmen der Dorferneuerung hat der Rat eine Prioritätenliste festgelegt. Ganz vorne platziert ist eine Querungshilfe für Fußgänger in der Gleisweilerer Straße. Durch den Einbau einer Mittelinsel könne bei der Ortseinfahrt eine sichere Querung zum Sportplatz hergestellt werden sowie eine Verlangsamung des Verkehrs erreicht werden. Mit Kosten von 110.000 Euro wird für den Ausbau des Fußweges im Baugebiet „Im Bengert“ gerechnet. Dabei sollen die beiden Verbindungswege von der Godramsteiner Straße zum Bengert und weiter zur Landauer Straße sowie von der Godramsteiner Straße am Ortsausgang zum Bengert „fußgänger- und kinderfreundlicher“ ausgebaut werden. Für eine Verbindung am Hainbach sind noch Grundstücksverhandlungen erforderlich. Laut Ortsbürgermeister soll über Buntglasfenster und Dachsanierung bei der Friedhofshalle in der nächsten Ratssitzung entschieden werden. Walter wurde ermächtigt, ein Angebot für die Sanierung des Weges zwischen Friedhof und Burrweilerer Straße einzuholen. (som)

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