Kreis Südliche Weinstraße Plädoyer für Selbstständigkeit

„Synergie“ heißt das Zauberwort – auch in der Kirchenarbeit. Dekan Dietmar Zoller zeigte bei der Sitzung der Bezirkssynode im Kirchenbezirk Bad Bergzabern am Samstag in Bad Bergzabern, in deren Mittelpunkt Wahlen standen, Kooperationsbereitschaft mit dem Nachbardekanat, machte aber noch einmal deutlich, dass er eine Fusion gegenwärtig nicht befürwortet.
2011 hat die Landessynode bekanntlich ein Strategiepapier verabschiedet. Danach soll angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen die Zahl der Kirchenbezirke reduziert werden. Auch sollen sie einen neuen Zuschnitt erhalten, um effizienter ihre verfassungsgemäßen Aufgaben erfüllen zu können. Mit der Entscheidung der Kirchenregierung ging ein rund drei Jahre langer Verhandlungsmarathon zu Ende, in dem die Auswirkungen einer Zusammenlegung und die Zusammenarbeit auf den verschiedenen kirchlichen Handlungsfeldern sowie die finanzielle Ausstattung des künftigen Kirchenbezirks beraten wurden. Für die Südpfalz bedeutet dies, dass aus den drei Dekanaten Bad Bergzabern, Landau und Germersheim zwei werden sollen. Dekan Zoller, der in seinem Amt als geistliches Mitglied der Landessynode mit 40 Ja- bei drei Neinstimmen von den Bezirkssynodalen für die nächsten sechs Jahre bestätigt wurde, machte vor seiner Wiederwahl deutlich, dass er sich für eine möglichst lange Selbstständigkeit des Dekanats Bad Bergzabern einsetzen werde. Das Dekanat sei zwar klein, aber groß genug, um alle Funktionen ausüben zu können. Für Zoller sind überschaubare Kirchenbezirke wichtig, weil sie nahe bei den Menschen sind. Er befürchtet, dass bei Strukturveränderungen mit einer Reduzierung der Dekanate gerade die Nähe zu den Menschen verloren gehe. Die Kirche unterscheide sich von den meisten anderen gesellschaftlichen Verbänden durch ihre Nähe zu den Menschen. Wenn Pfarrstellen eingespart werden, müsste die mittlere Ebene Kirchenbezirke bei der Zukunftsfähigkeit gestärkt werden, meinte Zoller. Vielfalt sei die Stärke der Kirche. Jeder könne aber nicht alles machen. Der Blick werde sich deshalb von der eigenen Kirchengemeinde hin zur Region wenden, in der benachbarte Gemeinden mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammenarbeiten. Gemeindearbeit brauche Ausstrahlung vor Ort, so Zoller. Mit 34 Ja- bei acht Neinstimmen (eine Stimme war ungültig) wurde der 39-jährige Pfarrer Henning Lang (Minfeld-Winden) als erster Ersatzmann und Pfarrer Stephan Heinlein (Billigheim-Ingenheim) mit 39 Ja- bei vier Neinstimmen zum zweiten Ersatzmann bei den geistlichen Synodalen gewählt. Bei der Wahl des weltlichen Synodalen wurde Ursula Faller-Greiner (Bad Bergzabern) mit 38 Ja- bei fünf Neinstimmen als Landessynodale wiedergewählt. Faller-Greiner ist seit sieben Jahren Vorsitzende der Bezirkssynode des Kirchenbezirks Bad Bergzabern. Bei der Wahl der ersten persönlichen Ersatzfrau des weltlichen Synodalen setzte sich Cornelia Dreisigacker (Minfeld) mit 22 Stimmen gegen Helga Schreieck (Bad Bergzabern) durch. Schreieck wurde schließlich mit 37-Ja- bei vier Nein- und zwei ungültigen Stimmen zur zweiten Ersatzfrau gewählt. In die Bezirkssynode berufen wurden Roland Braune (Bad Bergzabern) als Vertreter für die gemeindepädagogischen Dienste und der ehrenamtliche Jugendvertreter Max Hüther (Heuchelheim-Klingen) als Mitglied der Jugendarbeit im Dekanat. Pfarrerin Ursula Wahlig (Klingenmünster) ging auf die Predigtreihe zu Bildern von Rolf Müller-Landau in den Kirchengemeinden im Klingbachtal ein. Die kleine Predigtreihe lade zu einem etwas anderen als dem gewohnten Zugang zu biblischen Texten und Themen ein. Dabei sei es reizvoll, einem bedeutenden Künstler der Region zu begegnen, und herausfordernd, sich auf eine neue Perspektive einzulassen. „Kunst ist wohl eine Form der Sprache dort, wo Worte versagen, an Orten, die das Sagen nicht mehr erreicht“, sagte Wahlig. Von den Synodalen als Schwerpunktthemen der Bezirkssynode vorgeschlagen wurden die Willkommenskultur für Flüchtlinge, das Reformationsjubiläum im Jahr 2017, Fundraising, Ökumenische Begegnung und der gegenseitige Austausch „Was bei uns gut klappt?“. (som)