Bornheim
Pfälzer Brautladen mit Promi-Faktor: Chefin mit neuem Angebot für Paare
Schon als Kind wusste Lena Vollmer, was sie später mal machen möchte: Entweder Blumen oder Brautkleider verkaufen – so lautete damals ihre Aussage gegenüber ihrer Mutter. Floristin wurde sie zwar nicht, dafür wurde aus ihr aber eine erfolgreiche Einzelhändlerin.
Durch ihre TV-Auftritte bei der Vox-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ hat die Südpfälzerin über die Grenzen der Region dafür Bekanntheit erlangt, dass sie Frauen für ihre Hochzeit schick macht. Aber auch sonst erregt die 36-Jährige mit ihrem Brautmodegeschäft Opus61 Aufmerksamkeit. Allein schon dadurch, dass sie die Heiratswilligen in dem markanten Glasbau hinter dem Hornbach-Baumarkt in Bornheim berät. Diese hellen Räume und der Blick auf das angrenzende Grün und den Pfälzerwald, „das wissen die Kunden zu schätzen“, so Lena Vollmer.
Kundin aus Wilhelmshaven
Zumal die Immobilie über so viel Platz verfügt, dass sie Brautmode in verschiedenen Größen und Stilrichtungen anbieten kann. Eine Auswahl von rund 500 Kleidern, die nicht nur „die Glücklichen“ aus der Region anlockt, sondern auch Frauen, die von weiter weg kommen. So kam mal eine Kundin extra aus Wilhelmshaven angereist, weil sie bei ihrer Suche nach einem speziellen Kleid bei Vollmer fündig geworden war.
Im Schnitt geben Frauen zwischen 2000 und 3000 Euro für ihr Kleid aus, sagt Lena Vollmer. Für manche Frauen darf dieser meist einmalige Akt aber auch mal 6000 Euro kosten. Dies komme jedoch eher seltener vor. Ebenso die Tatsache, dass andere extravagante Brautmode nachgefragt wird, etwa schwarze Hochzeitskleider. Dies sei meist dann der Fall, wenn es sich um eine Gothic-Hochzeit handelt. Also wenn das Fest sowohl elegant als auch geheimnisvoll sein soll beziehungsweise die Romantik eine makabere Note erhält.
Über besondere Momente
Lena Vollmer hat so einige Geschichten rund um die Hochzeiten erlebt, die meist ein glückliches Ende hatten. In Erinnerung geblieben sind ihr zum Beispiel zwei Menschen, die schon in jungen Jahren ein Paar waren, bei denen die Eltern aber interveniert hatten. Mit dem Ergebnis, dass sie sich trennten und sich aus den Augen verloren. Als sich viele Jahre später ihre Wege wieder kreuzten und die Liebe zwischen ihnen wieder entfacht war – sie waren mittlerweile schon um die 70 Jahre alt –,beschlossen sie, zu heiraten.
Das ein oder andere Drama bleibe allerdings nicht aus. Nicht etwa, weil das Brautkleid nicht mehr passt. Wird es doch meist bis zu einem Jahr im Voraus gekauft. Eher kommt es vor, dass es nicht mehr benötigt wird. Gerade in dem Zeitraum nach Fasnacht hat Lena Vollmer Absagen erlebt, weil der Partner in der närrischen Zeit noch fremdging. „Wobei umgekehrt nach bestimmten Zeiten, etwa nach Weihnachten oder Valentinstag oder dem Sommerurlaub am Strand, verstärkt frisch Verlobte zu uns kommen“, weiß Vollmer, die in der Nähe von Landau lebt, zu berichten.
30.000 Follower auf Instagram
Drei Brautstylistinnen und Mitarbeiter für den Bereich Service und Warenpflege hat Vollmer an ihrer Seite. Mit ihrem Team peilt sie im laufenden Geschäftsjahr wieder einen im siebenstelligen Bereich liegenden Umsatz an. Das sind Zahlen, die darauf hindeuten, wie erfolgreich die Geschäftsinhaberin ist, was auch an ihrer Präsenz im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken liegen mag. Rund 30.000 Menschen folgen ihren Beiträgen auf Instagram.
Die Zahlen senden aber noch eine weitere Botschaft: Dass nämlich nach wie vor geheiratet wird. Verzichten doch so manche Paare aus verschiedenen Gründen darauf, sich vor dem Standesamt oder dem Altar das Ja-Wort zu geben. Von natürlichen Schwankungen abgesehen, sei aber bei ihr die Nachfrage in den vergangenen Jahren stets gleich geblieben.
Sortiment erweitert
Seit 2018 ist die Südpfälzerin im Geschäft. Dadurch, dass ihre Eltern selbstständig waren und noch sind, sie früher unter anderem eine Videothek hatten, inzwischen aber einen Obst- und Gemüsehandel führen, sei es für sie der Weg in die Selbstständigkeit naheliegend gewesen. Nach der Schule hatte sie noch eine Lehre zur Chemielaborantin gemacht. Ihre Leidenschaft aber habe stets der Brautmode gegolten, sodass sie in einen Einzelhandel einstieg und dann ihr eigenes Geschäft eröffnete. Auch, weil sie es nach eigener Aussage liebt, mit Menschen Kontakt zu haben und ihnen dabei behilflich zu sein, am oft besagten schönsten Tag in ihrem Leben perfekt auszusehen.
Weil es aber für die Ehe mehr braucht als das gelungene Outfit bei der Hochzeit, hat Lena Vollmer kürzlich ihr Geschäft erweitert. Passend zum bestehenden Ambiente hat sie neuerdings auch Eheringe im Sortiment, für die sie einen eigenen Bereich eingerichtet hat. „Ich kam auf die Idee, weil es oft die Eheringe waren, die, wie sich im Gespräch herausstellte, man noch nicht gefunden hatte“, sagt Vollmer, die hier mit Trauring-Designern zusammenarbeitet.